WAS IST WAS

Zukunft


Alles im Wandel
von Bernd Flessner
Rezension von Stefan Cernohuby | 13. Januar 2017

Zukunft

Es gibt Themen, die uns alle betreffen, über die wir aber nur in sehr eingeschränktem Maße nachdenken. Obwohl Menschen natürlich von Tag für Tag leben und dabei vorausplanen müssen, ist die Zukunft nie wirklich vorhersehbar. Mit der sogenannten Zukunftsforschung beschäftigt sich Band 140 der Reihe „WAS IST WAS“, der den Titel „Zukunft – alles im Wandel“ trägt. Und dieser beschäftigt sich unter anderem auch mit der Vergangenheit der Zukunft.

Denn natürlich haben auch in früheren Zeiten Menschen über die Zukunft nachgedacht und versucht sie vorherzusagen, beziehungsweise zu deuten. Einen ersten Blick versuchte man mittels Orakeln zu erhaschen, von denen das Orakel von Delphi einer der bekanntesten Vertreter ist. Auch Kalender teilten einerseits mit, was zu tun war und andererseits was zu bestimmten Zeitpunkten passieren sollte. Doch in Delphi stehen nur noch Ruinen und auch der Maya-Kalender wurde irgendwann nicht mehr fortgeführt. Später versuchte man die Weisheit der Sterne einzuholen, nicht wissend, dass deren Licht bereits Jahrtausende alt ist, wenn es die Erde erreicht. Und doch dachte man daran, irgendwann zu ihnen zu fliegen. So waren auch die Vorstellungen von fremden Ländern, anderen Zeiten, fliegenden Schiffen, einer Reise zu Mond und Mars schon sehr früh vorhanden. Von weiteren Zukunftsvorstellung wird eine Brücke zur Entwicklung von Zukunftsszenarien geschlagen. Die Vorgehensweisen, sogenannte Szenariotrichter, die Verfolgung von Megatrends und die Konvergenz von Technologien sind wichtige Elemente für Zukunftsprognosen. Natürlich gibt es Unvorhersehbares und auch viele Irrtümer in Prognosen der Vergangenheit. Auf beides wird eingegangen. Ein kurzes Interview bringt einem die Tätigkeit eines Zukunftsforschers näher und einige naheliegende Prognosen für Wohnung und Roboter, zukünftige Städte, Besiedelung des Alls und die Entwicklung der Nanotechnologie beschließen den Band.

Was die Zukunft ist, das ist im Grunde eine Frage, die nicht beantwortet werden muss. Wie man zu unterschiedlichen Zeiten mit dem Thema Zukunft umgegangen ist und wie man sie prognostiziert hat, wird hier ebenfalls behandelt. Ein bisschen stiefmütterlich wird allerdings mit der Zukunftsforschung, wie sie heute praktiziert wird, umgegangen. Denn obwohl es natürlich amüsant ist zu wissen, wie man sich vor hundert Jahren die Städte der Zukunft vorgestellt hat und welche Fehlprognosen von Bill Gates geliefert wurden, sind das eher amüsante Anekdoten. als wirklich relevante Information. Inwieweit die heutigen Prognosen akkurater, näherliegender oder realistischer sind als jene der Vergangenheit, ist etwas, was nicht wir Kritiker beurteilen können, sondern nur die Zeit zeigen wird.
Obwohl wenn es in diesem Band wieder Angeberwissen gibt, interessante Boxen und eindrucksvolle Bilder und zahlreiche spannende Prognosen, fehlt irgendwie ein bisschen der rote Faden. Trotzdem ist das Werk durchaus dazu geeignet jungen Lesern das Konzept Zukunft, die Vorstellungen der Vergangenheit und Ansätze für eigene Ideen vermitteln.

Obwohl man heute nicht sagen kann, wie sich die Zukunft wirklich entwickelt, kann man im Band 140 der Reihe „WAS IST WAS“ zumindest mehr über das Konzept Zukunft und die Vergangenheit derselben erfahren – so seltsam das auch klingen mag. Leider sind einige zentrale Aspekte des Werks ein wenig zu kurz gekommen. Dennoch ist das Buch für Kinder, die sich für die Zukunft interessieren, eine Empfehlung wert.

Details

  • Autor/-in:
  • Serie:
  • Band:
    140
  • Verlag:
  • Erschienen:
    12/2016
  • Umfang:
    48 Seiten
  • Typ:
    Hardcover
  • Altersempfehlung:
    8 Jahre
  • ISBN 13:
    9783788621032
  • Preis:
    9,95 €

Bewertung

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  • Anspruch:
  • Illustration:

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