Batman

Niemandsland 6


Band 6
von Chuck Dixon, Devin Grayson, Alisa Kwitney, Steven Barnes, Rafael Kayanan, Michael Zulli, Paul Ryan, Mat Broome (Illustration)
Rezension von Gabriel Zupcan | 30. November 2018

Niemandsland 6

In Gotham City ist kein Ende des apokalyptischen Zustands in Sicht. Die Quarantäne wird vom Militär weiter aufrechterhalten. Batman konnte bereits einige üble Gestalten in ihre Schranken weisen, doch neue Gegenspieler tauchen auf dem Schlachtfeld auf. Und im Hintergrund zieht eine mächtige Entität ihre Fäden.

Detective Bock hatte genug von allen. Der ehemalige Gothamer Bulle kämpft weder für Gordons „Blue Boys“, noch für die Renegaten unter dem mörderischen Scharfschützen Pettit. Bock hat sich Batman angeschlossen und führt freie Bürger in ihrem Kampf um ihre Heimat an. Doch seine Aufgabe ist nicht einfach, als einige Kinder in seiner Obhut ernsthaft erkranken. Hilfe kann nur der schmierige Gangsterboss Pinguin anbieten, der sich im Niemandsland zum Strippenzieher für Waren und Dienstleistungen gemausert hat. Bock oder „Hardback“ wie er mittlerweile genannt wird, steht vor dem schwersten Kampf seines Lebens.
Als würden nicht schon genug Psychos durch Gotham streuen, ist mit gewaltigem Karacho der massive Supersöldner Bane in die Stadt eingedrungen. Dem taktischen Genie liegt es fern, wie der Joker für chaotisches Unheil zu sorgen. Sein Plan ist vielmehr „sinnvolles Blutvergießen“. Und das nicht umsonst, schließlich bezahlt ein mysteriöser Auftraggeber den Mann mit der Wrestlermaske. Da Bane nicht zufällig einer der besten im Geschäft ist, zerlegt er erst ein paar lokale Ganger, um sich Respekt zu verschaffen und beginnt mit seinem Ein-Mann-Krieg. Erstes Ziel: Two-Face, der im Rathaus eine Terrorherrschaft begonnen hat. Doch bei Banes Vorgehen trügt oft der Schein. Batman muss vorsichtig sein, denn es war Bane, dessen meisterhafter Plan dazu geführt hat, dass ihm dereinst das Rückgrat gebrochen wurde.
Während das Niemandsland abgeriegelt ist, sind andere Helden des DC Universums natürlich nicht tatenlos geblieben. Doch als Superman versucht hat auf seine geradlinige Art zu helfen, lief es schief. Zudem mag Bruce es nicht, wenn jemand eigenhändig in „seiner“ Stadt Pläne durchzieht. Doch es wäre nicht Clark Kent, wenn er Menschen in Not einfach vergessen würde. Superman kehrt wieder, und diesmal versucht er verkleidet als Überlebender in den Ruinen zu helfen. Natürlich kann das nur zu einer Konfrontation mit Batman führen.
Im Finale des Opus begegnen wir wieder dem angeschlagenem Robin, Tim Drake. Dieser gerät mitten in einen Angriff von Killer Croc. Croc, der sich bislang eher zurückgehalten hat, erklärt allen anderen Gangbossen den Krieg. Frisch in einen Maßanzug eingekleidet, geht er mit seiner Truppe auf alle los, die sich ihm in den Weg stellen. Bei einem übermenschlich starken Riesen mit unfassbaren Nehmerqualitäten braucht es schon mehr als die vereinten Kräfte des GCPD und des Pinguins. Doch Robin muss diesmal ohne Batmans Hilfe gegen den mächtigen Gegner auskommen.

Das „Niemandsland“-Epos wird mit weiteren Episoden fortgesetzt. Wie bei einer guten Serie enttäuscht auch diese „Staffel“ nicht. Der Fokus driftet wie bei vielen großen Erzählungen unentwegt zwischen verschiedenen Protagonisten. Batman selbst steht dabei nur wenig im Vordergrund. Robin und Gaststar Superman sorgen für andere Blickwinkel. Die normalen Bürger Gothams, die in seinen Straßen überleben, bekommen auch ihr Scheinwerferlicht, ebenso wie der eine oder andere Schurke. Dadurch verliert das Niemandsland nie sein Markenzeichen, die Vielschichtigkeit. Es geht nicht um Batman, wie er um seine Stadt kämpft. Viele verschiedene Mächte kämpfen um die Ruinen der Stadt, alle mit ihren ganz eigenen Motiven. Und hauptsächlich ist es ein Kampf der gewöhnlichen Bürger um ihr eigenes Überleben. Ein Highlight ist natürlich auch das actiongeladene Auftauchen von Bane. Der Söldner wird zur zweiten großen Bedrohung für Batman und die Mächte der Ordnung. Während der chaotische Joker unberechenbare Anarchie und Schrecken verbreitet, ist Bane die zielgerichtete Waffe. Sein Zerstörungswerk verfolgt einen genauen Plan.

Zeichnerisch präsentiert sich der Band, der aus vielen verschiedenen Serien der Batman-Linie gesammelt wurde, im typisch düsteren und matten Look vom Ende der 90er. Die letzte Episode aus der Robin-Serie lässt da leider stilistisch etwas nach, aber ansonsten bekommt man eine konsistente Atmosphäre quer durch alle Serien.

In Band 6 werden keine leiseren Töne angeschlagen, aber die große Konfrontation lässt noch etwas auf sich warten. Währenddessen brodelt es weiter in der zerstörten Stadt. Die Schachfiguren bewegen sich in neue Positionen – es bleibt sehr spannend vor dem großen Finale.

Details

Bewertung

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