Batman

Batman: Gordon aus Gotham

von Dennis O'Neil, Dick Giordano (Illustration)
Rezension von Gabriel Zupcan | 13. Oktober 2015

Batman: Gordon aus Gotham

Der markanteste Schnauzbartträger von Gotham City bekommt die Hauptrolle in seiner eigenen Miniserie. In „Gordon aus Gotham“ darf Commissioner Jim Gordon beweisen, dass er auch ohne Batmans Hilfe ein formidabler Polizeibeamter ist.

„Gordon aus Gotham“ ist eine Miniserie, geschaffen am Ende der 1990er Jahre, die hier erstmals als komplettes Trade Paperback vorliegt. Offenbar will Panini von der Aufmerksamkeit die der „Gotham“-Fernsehserie, in der Jim Gordon die Hauptrolle spielt, etwas kapitalisieren. Sammler wird dies gewiß erfreuen und neue Interessenten machen mit der Commish-Miniserie einen brauchbaren Kauf zum Einstieg, da hier eine Geschichte ohne jeglichen Kontinuitätsballast erzählt wird. Nebenbei ist das praktisch Gordons Origin-Story, wie es ihn eigentlich nach Gotham verschlagen hat.

Etwas am Titel vorbeigemogelt hat sich Autor Dennis O’Neil schon, denn die Handlung spielt großteils in der Vergangenheit in Chicago, als Gordon ein junger Streifenpolizist war. Von markanten Schnauzbärten kann man sich auch verabschieden, der junge Gordon hat blondes Haar und geht glatt rasiert auf Streife. Zu Beginn wird er Zeuge eines Verkehrsunfalls zwischen einem Polizeitransporter und einem Hippie-VW-Bus. Der Polizist aus dem Transporter, Davidson, gibt dem jungen Hippie eine Lektion in Polizeibrutalität, als Gordon dazwischenfährt. Später gerät er mit dem korrupten Davidson noch mehrmals aneinander und beginnt aufzudecken, dass dieser in mysteriöse Verschwörung verstrickt ist. Die Verschwörer versuchen Gordon mit allen Mitteln loszuwerden und bringen den geradlinigen Cop in Situationen, in denen er sich nicht mehr an das von ihm verehrte Gesetz halten kann.
Trotz Jim Gordon als Zentrum der Handlung, bleibt diese etwas blass. Es handelt sich hier weniger um eine Charakterstudie, als die Lösung eines Falls aus der Vergangenheit. Wir erfahren über Jim nicht viel Neues. Er ist sehr strebsam, unkorrumpierbar und etwas konservativ. Das alles wusste man schon. Sein etwas trockenes Verhältnis zu seiner Frau wirkt so distanziert, dass es wieder realistisch wird. Die Handlung ist nicht unspannend, wird aber recht müde erzählt und an einigen Stellen fragt man sich, wie Gordon unbeschadet aus den Problemen wieder herauskommen kann, in die er sich verstrickt hat. Die Zeichnungen von Dick Giordano sind auch nicht sonderlich herausstechend, aber durchaus im Rahmen für den Stil der 90er Jahre. Der Vergleich zur TV-Serie drängt sich natürlich auf, und man kann diverse Parallelen in der Darstellung von Gordon erkennen. Das Comic bleibt jedoch wesentlich mehr am Boden und spart sich jegliche Burtonesken Einflüsse.

Alles in allem kein überdurchschnittliches Comic, aber durchaus lesenswert für Fans des Gothamer Cops. Es gibt zweifellos bessere Comics mit Gordon im Mittelpunkt, wie „Officer Down“ und viele Teile der „Niemandsland“-Saga. Wer die bodenständigen Batman-Stories mit einem Minimum an Superhelden-Aktivität mag, und keine allzu hohen Ansprüche an das Artwork stellt, wird in „Gordon aus Gotham“ jedoch einen guten Crime-Thriller finden.

Details

  • Serie:
  • Verlag:
  • Sprache:
    Deutsch
  • Erschienen:
    09/2015
  • Umfang:
    100 Seiten
  • Typ:
    Taschenbuch
  • EAN:
    4190218612990
  • ISBN 13:
    9783957984814
  • Preis:
    12,99 €

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Humor:
  • Gewalt:
  • Illustration:

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