Doctor Who

Die Stadt des Todes

von James Goss, Douglas Adams
Rezension von Stefan Cernohuby | 15. September 2017

Die Stadt des Todes

Manche Orte auf unserem Planeten sind sowohl Teil von geflügelten Worten als auch von diversen Legenden. Eine Stadt auf die das definitiv zutrifft, ist Paris. Von ihr behauptet man einerseits, sie sei die Stadt der Liebe, andererseits gibt es auch den Film „Paris sehen und sterben.“ Was wäre also naheliegender als diese beiden Elemente miteinander verschmelzen zu lassen. So geschehen in „Die Stadt des Todes“, in der es um Zeitreisen, Gefahr und nicht zuletzt ein Abenteuer von „Doctor Who“ geht.

Der vierte Doctor und Romana machen endlich einmal Urlaub. Die TARDIS hat sie dazu ins Paris des Jahres 1979 geführt. Ein Paris, das zwar nicht außergewöhnlich ist, aber trotz alledem Paris. Und so entspannen sich die beiden ziemlich gut, bis sie im Louvre eine Frau sehen, welche die Sicherheitssysteme der Mona Lisa von Leonardo da Vinci mit seltsamer Technologie scannt. Nach einem kurzen Intermezzo mit einem britischen Privatdetektiv landen sie bei Count Scarlioni und seiner Frau, die planen, die Mona Lisa zu stehlen. Dabei scheint der Doctor nur ein kleines Ärgernis zu sein, welches den Diebstahl nicht verhindern kann. Tatsächlich ist dieser nur ein kleiner Schritt eines weit ausgefeiteren Plans. Denn der Count ist der letzte Jagaroth, ein Außerirdischer, der in unterschiedliche Zeitfragmente zersplittert wurde und den Wissenschaftler Kerensky dazu bringen will, ihm eine Zeitmaschine zu bauen. Was er vorhat, könnte die gesamte Geschichte der Erde in Gefahr bringen, ganz zu schweigen vom Doctor und Romana selbst. Dagegen sind selbst multiple Mona Lisas nur ein kleines Problem.

Die Geschichte beginnt ein wenig verwirrend, beruhigt sich vorübergehend und trumpft dann mit verschiedenen Handlungsebenen auf, die sich durch Raum und Zeit spannen. Das Buch verrät etwas davon, dass sowohl Douglas Adams als auch James Goss beteiligt waren. In diesem Fall ist die Lage aber etwas komplizierter als bei anderen Romanen mit dieser Konstellation. Denn die Geschichte selbst stammt von David Fisher. Douglas Adams musste kurzfristig einspringen, um die Handlung in ein Drehbuch zu verpacken und James Goss nahm sich viele Jahrzehnte später der Romanfassung an. Wie funktioniert das? Mittelmäßig. Der Einfluss von Douglas Adams auf das Gesamtergebnis ist kaum erkennbar. Man kann zwar trotz der vergangenen Zeit und auch in Ermangelung des Bildes Tom Baker vor sich sehen, wie er den Schurken ins Gesicht lacht und nichts ernst nimmt. Auch Romana bekommt nach ihrer Regeneration die Chance, sich hier ein wenig charakterlich weiterzuentwickeln. Insgesamt ist der Roman aber trotz der spannenden Idee und der tollen Umsetzung in der Serie nicht herausragend, sondern nur solide gelungen. Er wirkt irgendwie nicht konsistent. Fans der Reihe „Doctor Who“ und insbesondere des vierten Doctors machen sicherlich trotzdem keinen Fehler, wenn sie sich dieses Werk kaufen.

„Die Stadt des Todes“ ist ein Roman, an dessen Entstehen mehrere Autoren beteiligt waren. Darunter waren David Fisher mit der ursprünglichen Geschichte, Douglas Adams mit einer Drehbuchadaption und zuletzt James Goss mit der finalen Fassung. Das Werk behandelt ein Abenteuer des vierten Doctors aus „Doctor Who“ und ist, wie man aus dem Titel (mehr oder weniger) eindeutig ableiten kann, in Paris angesiedelt. Doch trotz einer spannenden Geschichte wirkt das Werk nicht wie aus einem Guss, was vermutlich durch die verschiedenen Autoren zu erklären ist. Für wahre Fans der Reihe ist der Roman dennoch zu empfehlen.

Details

Bewertung

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