Die Zwerge

Das Herz der Zwerge 1

von Markus Heitz
Rezension von Stefan Cernohuby | 17. Oktober 2022

Das Herz der Zwerge 1

Woran das Herz hängt, ist eine wichtige Angelegenheit. Herzschmerz verspürt man, wenn man unglücklich verliebt ist. Doch was ist das Herz der Zwerge? Ist es das, worum sich die ganze Existenz der Zwerge dreht? Etwa Gold? Stahl? Der erste Band des Zweiteilers „Das Herz der Zwerge“ von Markus Heitz ist nun im Knaur Verlag erschienen und wird uns diese Frage hoffentlich beantworten.

Es ist schwer herauszufinden, was eigentlich gerade im Geborgenen Land geschieht. Wieder einmal sind es zu viele Fraktionen, die Ansprüche erheben, was viele den Überblick verlieren lässt. Einer der Unfähigsten von ihnen ist jedoch Möchtegern-Magus Mostro. Der Famulus versucht durch die Nutzung dunkler Mächte an magische Artefakte zu gelangen, die ihm von einem Briganten weggeschnappt wurden – bisher ohne Erfolg. Tungdil Goldhand und Goïmron sind sehr unterschiedlicher Meinung, als ein bisher unbekannter Zwerg und Schaukämpfer namens Vraccimbur auftaucht. Ein Zwerg, dessen Vorfahren offenbar aus allen fünf Stämmen der Zwerge stammen. Dies macht ihn für Goldhand zum perfekten Kandidaten für einen neuen Großkönig der Zwerge. Etwas, was auch Regnorgata Sterbenshieb, der Königin der Dritten, übel aufstößt. Denn sie hat ebenso Ambitionen, diesen Posten einzunehmen und insgeheim eine Allianz mit den Albae geschmiedet. Doch auch bei diesen gibt es Umstürze. Denn der einstige Herrscher ist nicht mehr das, was er einmal war – oder sollte man besser sagen, wer er war? All das geschieht, während mit Orkfürst Borkon ein äußerst untypischer Ork – abgesehen von seiner Unsterblichkeit – einen viel größeren Plan verfolgt. Denn etwas liegt unter dem Geborgenen Land. Etwas Uraltes. Doch auch Uralte Dinge können sterben …

Altes und Neues vertragen sich nicht immer besonders gut. Markus Heitz gelingt es jedoch, den Helden seiner allerersten Zwerge-Romane trotz eines mehr als biblischen Alters in die aktuelle Reihe zu integrieren. Auch die neuen Protagonisten haben Ecken, Kanten und viele Schwächen. Und doch hat Goïmron mit seiner Edelsteinmagie ein Machtpotenzial, das er kaum ausschöpft und für das noch viele Möglichkeiten bestehen, es in Zukunft zu nutzen. Bei vielen der Nebencharaktere sind es bereits die Nachfahren der einstigen Helden, die nun relevant sind – und dem Autor gelingt es irgendwie, andere Charaktere in Erinnerungen schwelgen zu lassen, ohne dass die Geschichte zu nostalgisch wird. Was man allerdings nicht ganz ermessen kann, ist, wie der Antagonist der Handlung seinen Wahnsinnsplan umsetzen kann. Zumal man nicht wirklich weiß, was es eigentlich ist, dem er an den riesigen Kragen will. „Das Herz der Zwerge“, also zumindest sein erster Teil, ist nicht nur marketingtechnisch gelungen, es ist auch ein spannender neuer „Zwerge“-Band mit alten und neuen Helden, der überzeugt. Alle Fans der Reihe dürfen hier bedenkenlos zugreifen.

„Das Herz der Zwerge 1“ ist, wie schon die beiden „Rückkehr“-Bände, ein Zweiteiler, der genau am richtigen Punkt abbricht. Oder zum falschen, weil man natürlich gerne weiterlesen würde. Davon aber abgesehen ist er spannend, unterhaltsam und gut geschrieben und mit nur einer kleinen Menge Nostalgie versehen. So soll es sein.

Details

Bewertung

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