Die dunklen Lande

von Markus Heitz
Rezension von Stefan Cernohuby | 28. April 2019

Die dunklen Lande

Geschichte und Phantastik müssen nicht zwangsläufig Gegensätze sein. Viele historische Epen bergen den Keim des Mystischen und viele magische Geschichten bauen auf historischen Ereignissen auf. Auch Markus Heitz hat eine ganze Reihe an Romanen verfasst, die Ingredienzien beider Genres vereinen. Mit „Die dunklen Lande“ hat er nun erstmals die blutigen Gefilde des Dreißigjährigen Kriegs betreten. Und er bedient sich auch der Hinterlassenschaft einer Legende...

Religiöse Unruhen und Auseinandersetzungen erschüttern die deutschen Fürstentümer. Katholiken und Protestanten führen länderübergreifende Kriege und Gräuel gibt es auf beiden Seiten. Ein gefährliches Pflaster, auf das sich Aenlin Kane, Tochter des legendären Abenteurers Solomon Kane, wagt. Doch bleibt ihr kaum etwas anderes übrig, will sie das Erbe ihres Vaters erlangen, das dieser in den Händen eines Mannes in Hamburg hinterlegt hat. Leider verliert jener Mann in der Folge eines Duells sein Leben, bevor er Aenlins Erbe übergeben kann. Es bleibt der jungen Abenteurerin, die gemeinsam mit ihrer Freundin Tahmina reist – einer persischen Mystikerin – nichts anderes übrig, als sich mit der West-Indischen Compagnie einzulassen. Nur einen Auftrag soll sie erfüllen, um danach an ihr Recht zu gelangen. Fünf Frauen sollen aus Bamberg sicher nach Hamburg geleitet werden. Begleitet von einer kleinen Kompanie Landsknechte macht sich Aenlin auf, um diese Aufgabe zu erfüllen. Doch sie hat vieles nicht bedacht, denn in Bamberg wüten Hexenprozesse. Tahmina wird von den Häschern ihres alten Meisters verfolgt, Hexen sind keinesfalls nur ein Gerücht, fremde Götter und Dämonen haben ihr eigenes Interesse an der ganzen Angelegenheit und nicht zuletzt ist keiner ihrer Landsknechte das, was er eigentlich zu sein scheint…

Was Markus Heitz sich vornimmt, das setzt er auch um. Als Historiker und Germanist hat er zwar ohnehin eine Vorliebe für die Verarbeitung historischer Ereignisse, diesmal ist er allerdings etwas weiter gegangen. Gemeinsam mit der Band „Bild Guardian“ hat er den Roman als erste Stufe des Projekts umgesetzt. Die Band wird in der zweiten Hälfte des Jahres ihr fast gleichnamiges Album „Das Vermächtnis der Dunklen Lande“ veröffentlichen. Man darf auf jeden Fall gespannt sein. Für alle Kenner ist der vorliegende Roman wieder ein „typischer Heitz“, auch wenn gewisse religiöse Vorlieben der Protagonistin vielleicht etwas überstrapaziert werden. Dennoch geht ihre Charakterzeichnung weit darüber hinaus, nur eine Hommage an den Schöpfer ihres Vaters – Robert E. Howard, unter anderem auch Erfinder von Conan – zu sein. Die Nebencharaktere entwickeln sich spannend, vor allem weil man bei den meisten nicht genau weiß, was sie antreibt. Und auch, weil viel noch im Dunkeln liegt, das vermutlich erst in weiterer Folge enthüllt wird – wenn der Autor es so will. Man fühlt sich ein bisschen wie in einer Pulp-Geschichte, aber auf eine positive Art. Denn die handelnden Personen sind Charaktere, die man nicht so leicht loswird. Weder im Buch, noch im Kopf.

„Die dunklen Lande“ von Markus Heitz sind nicht nur dessen erster Ausflug in den Dreißigjährigen Krieg, sondern auch der erste Roman mit einer neuen Protagonistin. Aenlin Kane ist nicht nur eine Verneigung vor Robert E. Howard und Solomon Kane, sondern auch eine Persönlichkeit, die auch durch jene interessant wird, mit denen sie sich umgibt. Ein Start in eine neue Reihe, genau wie er sein soll.

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