Die Zwerge

Das Schicksal der Zwerge

von Markus Heitz
Rezension von Stefan Cernohuby | 01. April 2011

Das Schicksal der Zwerge

Das Ende einer großen Romanreihe ist oft zumindest so offen, dass noch einige Ereignisse folgen könnten. So hat auch Markus Heitz in dem als letzten Band seiner "Zwerge" geplante Buch "Die Rache der Zwerge" derartig viele Möglichkeiten offen gelassen, dass er jahrelang mit Anfragen bezüglich eines vierten Bandes bombardiert wurde. Schlussendlich erbarmte sich der Autor und ließ einen diesmal wirklich abschließenden Band folgen. Dieser trägt den Titel "Das Schicksal der Zwerge".

Mehr als 250 Jahre sind mittlerweile vergangen, seit der Zwergenheld Tungdil Goldhand in der Schwarzen Schlucht verschwunden ist. Bis auf seinen Freund Ingrimmsch glaubt auch niemand, dass er noch am Leben sein könnte. Da geschieht etwas Schreckliches. Der magische Schild, der die unzähligen bösartigen Kreaturen in der Schlucht fernhalten sollte, bricht zusammen. Eine Armee macht sich bereit, in das Land der Zwerge einzufallen. Doch ein Zwerg in einer schwarzen Rüstung stellt sich gegen die Angreifer und verhindert so eine sofortige Invasion. Als der Zwerg seinen Helm abnimmt, frohlockt Ingrimmsch, denn es handelt sich um seinen Freund Tungdil. Dieser hat einen Plan, wie man dem von unterschiedlichen Herrschern gebeutelten Land endgültig Frieden bringen könnte: In dem man alle Feinde des geborgenen Landes gegeneinander aufhetzt. Ein kühner Schachzug, aber auch todgefährlich. Zudem kommen während der Reise immer stärkere Zweifel an der Identität des angeblichen Tungdil auf. Nicht nur, dass er starke Erinnerungslücken aufweist, er scheint auch Albenblut in sich zu tragen. Zudem ist seine Rüstung definitiv eine Schöpfung des Bösen. Während sich der waghalsige Plan immer mehr der Vervollständigung nähert, bleibt die bange Frage, was am Ende wohl geschehen mag...

Markus Heitz hat es beinahe drei Jahre nach dem dritten Band der Zwerge noch einmal geschafft, den Charakter seiner Zwerge so darzustellen, wie man sie in Erinnerung hatte. Stur, selbstbewusst, fokussiert und dabei immer noch witzig. Überraschend ist, dass er einige wichtige Punkte im aktuellen Band einfach nicht auflöst. So wird wohl sowohl die tatsächliche Identität des mutmaßlichen Tungdil Goldhand genauso wenig geklärt werden können, wie das Ende des Witzes, in dem ein Ork einen Zwerg nach dem Weg fragt. Die einzige Sache, die an dem Buch ein wenig negativ auffällt ist, dass letztlich alles sehr einfach geht. Die Charaktere stehen zu Beginn gegen mehrere gewaltige, mächtige und unbesiegbare Gegner, einer schlimmer als der andere. Doch trotz aller Macht und nie völlig geklärter Geheimnisse und Hintergründe ist es letztlich immer ein einfacher Axt- oder Krähenschnabelhieb, der das Übel beseitigt. Abgesehen davon ist der Roman sehr gut gelungen. Man fühlt ein letztes Mal mit einem Volk, das sich gegen seine Vernichtung auflehnt und wird in eine Welt voller Geheimnisse, Magie und mysteriöser Geschichten entführt. Jeder, dem die ersten drei Bände der Zwerge gefallen haben, sollte sich auch dieses Werk zu Gemüte führen. Es lohnt sich.

Markus Heitz hat mit "Das Schicksal der Zwerge" ein Buch noch einmal aufgeschlagen, bei dem man eigentlich gedacht hatte, das letzte Kapitel schon gelesen zu haben. Gelungen ist ihm dieses Unterfangen erwartungsgemäß gut. Bis auf einige winzige Schwachstellen kann man das Werk nur als hervorragende Fantasy-Unterhaltung bezeichnen. Jeder Fan von Markus Heitz und Liebhaber der Zwergen-Reihe sollte hier unbedingt zugreifen, sofern er das Buch noch nicht in einer früheren Ausgabe besitzt.

Details

  • Autor/-in:
  • Serie:
  • Band:
    4
  • Verlag:
  • Sprache:
    Deutsch
  • Erschienen:
    11/2010
  • Umfang:
    624 Seiten
  • Typ:
    Taschenbuch
  • ASIN:
    349226770X
  • ISBN 13:
    9783492267700
  • Preis:
    10 €

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Humor:
  • Gewalt:
  • Gefühl:
  • Erotik:

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