Die Legenden der Albae

Gerechter Zorn

von Markus Heitz
Rezension von Stefan Cernohuby | 05. Mai 2009

Gerechter Zorn

Gewisse Erzählungen im Bereich Fantasy ziehen unweigerlich weitere Geschichten nach sich. So gibt es zahlreiche Auskoppelungen verschiedener Zyklen, die mitunter genauso beliebt und erfolgreich werden, wie auch die Originale. So war es beispielsweise bei Tanya Huffs "Bloodbook"-Reihe, aus der "Smoke and Shadows", zu Deutsch die "Rauch und..."-Reihe ausgekoppelt wurde. Auch Markus Heitz koppelt aus seiner "Zwerge"-Saga eine neue Erzählungsreihe aus. Ihr Name lautet "Die Legenden der Albae" und deren erster Band trägt den Titel "Gerechter Zorn".

Sintoras und Caphalor könnten nicht unterschiedlicher sein. Die beiden Alben unterscheiden sich nicht nur in ihrem Äußeren und ihrer Lebensart, sondern besonders in ihrer Sicht politischer Dinge. Während Sintoras danach trachtet, sein Volk zu neuen Eroberungszügen und zur Unterwerfung anderer Völker zu führen, sieht Caphalor keinen Sinn in solchen Kriegen. Er sähe es lieber, wenn die nicht allzu zahlreichen Albae ihre Grenzen sichern und sich dann um innere Probleme kümmern würden. Doch als die Herrscher des Volkes just die beiden Kämpen aussenden, um einen Dämon zur Kooperation für ihr Kriegstreiben zu bewegen, stellen sie ihre persönlichen Animositäten größtenteils zurück und arbeiten zusammen. Ihnen zur Seite haben sie nur die blinde, aber bedingungslos ergebene menschliche Sklavin Raleeha. Der Weg führt sie durch Gnomenreiche, Barbarenhorden, bis schließlich tatsächlich dem Dämon ein würdiges Angebot unterbreitet werden kann. Doch dann ändern sich einige Dinge schlagartig. Aus Rivalen werden Verbündete, aus gnadenlosen Folterern würdige Herren und aus engagierten und egozentrischen Politkern Liebende. Kann in diesem Zustand noch ein sinnvoller Feldzug geführt werden?

Markus Heitz hat die Alben oder Albae im Band "Die Zwerge" eingeführt. In diesem stellten sie unbarmherzige Gegner der Zwerge dar. Doch auch die dunkle und geheimnisvolle Rasse, die man getrost auch als Dunkelelfen bezeichnen könnte, hat Potential. Dieses wird mit dem Band "Gerechter Zorn" bewiesen. Allerdings hat es Heitz nicht ganz geschafft, über das ganze Buch konsistent zu bleiben und die Charaktere und ihre Eigenschaften gleich zu zeichnen. Zu sehr wandeln sich die Hauptpersonen, zu plötzlich kommen die Wendungen ihrer Meinung. Das macht die Erzählung leider nicht durchgehend glaubwürdig. Trotzdem ist es dem Autor gelungen, eine spannende und unterhaltsame Geschichte über Beinahe-Bösewichte zu schreiben, die aber dennoch faszinierende Charaktere sind. Allerdings bleibt die Frage offen, wie sich die Handlung nach dem Ende des Bandes noch weiterspinnen lässt, denn gewisse Erzählfäden werden mehr als brutal gekappt. Insgesamt ist das Buch solide, ohne aber ganz an andere Romane von Markus Heitz heranzukommen. Da er sich hier aber einem Thema widmet, das Schurken aus einem seiner Romane eine eigene Erzählung einräumt, kann man das Buch trotzdem als gut bezeichnen. Stammleser werden auch hiermit ihre Freude haben. Auch Quereinsteiger, die gerne Fantasyromane lesen, werden sich für "Gerechter Zorn" begeistern können.

Markus Heitz entführt seine Leser nach Ausflügen in Fantasywelten, Vampirgeschichten und Portalserzählungen diesmal in einen Ableger seiner eigenen Schöpfung. Mit "Die Legenden der Albae" und deren ersten Band "Gerechter Zorn" wird einem eine gewalttätige Welt präsentiert, deren Helden die grausamsten ihrer Zunft sind. Da sich die Charaktere aber doch in etwas unglaubwürdiger Weise wandeln, kann der Roman nicht zu seinen allerbesten gezählt werden. Trotzdem ist das Werk spannend sowie unterhaltsam und kann somit jedem Fantasyfan durchaus empfohlen werden.

Details

  • Autor/-in:
  • Band:
    1
  • Verlag:
  • Sprache:
    Deutsch
  • Erschienen:
    04/2009
  • Umfang:
    585 Seiten
  • Typ:
    Taschenbuch
  • ASIN:
    349270154X
  • ISBN 13:
    9783492701549
  • Preis:
    15 €

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Humor:
    Keine Bewertung
  • Gewalt:
  • Gefühl:
    Keine Bewertung
  • Erotik:

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