Deathstroke

Deathstroke 5


Die Lazarus-Falle
von Dan Abnett, Christopher Priest, Benjamin Percy, Carlos Pagulayan, Brett Booth, Khoi Pham, Paul Pelletier, Larry Hama (Illustration)
Rezension von Gabriel Zupcan | 12. März 2018

Deathstroke 5

Einst starb Deathstrokes Sohn Grant im Kampf gegen die Teen Titans. Ein Verlust für den der kaltherzige Deathstroke Rache geschworen hat. Dieser alte Racheschwur gefährdet nun jedoch die Existenz der Zeitlinie, als Deathstroke seinen Masterplan in die Tat umsetzt. Nur die mittlerweile erwachsen gewordenen Titans können ihn aufhalten – oder werden es ihre jugendlichen Nachfolger alleine schaffen?

Im fünften Band der aktuellen „Deathstroke“-Serie liegt das Crossover-Event „Die Lazarus-Falle“ zwischen „Deathstroke“, „Teen Titans“ und „Titans“ in gesammelter Form vor. Obwohl jetzt groß der Name des Protagonisten am Cover steht, bestreiten große Teile der Handlung die Superheldenteams der Titans und Teen Titans. Puristen, die auf eiskaltes Geballer und Geheimdienstintrigen hoffen, kommen bei diesem Crossover nicht auf ihre Kosten, denn es geht in für die Serie ungewöhnliche Bereiche.
Nach dem großen Clash bei Josephs Hochzeit in Band 4 erwacht Slade Wilson im Spital. Seine Blindheit ist praktischerweise geheilt und er erinnert sich wie sein Sohn Grant, ein Auftragskiller von H.I.V.E. und erster Ravager, damals im Kampf gegen die Teen Titans gestorben ist. Dieses Sidekick-Team ist mittlerweile erwachsen geworden und erst vor kurzem wieder in seiner ursprünglichen Zusammensetzung unter dem schlichten Namen „Titans“ in Erscheinung getreten. Deathstroke lockt die Titans in einen Hinterhalt, den er nutzt um Wally West, den ursprünglichen Kid Flash zu entführen. Er offenbart seinem Opfer, dass er bereits den anderen Wally West, den derzeitigen Kid Flash in seiner Gewalt hat und plant die Speed-Force der beiden Speedster für sich zu benutzen. All das soll Deathstroke ermöglichen mit Hilfe der Speed Force in die Vergangenheit zu reisen, um seinen Sohn Grant zu retten. Bevor jedoch Slade ein „Deathpoint“-Event lostreten kann, kommen beide Titans-Teams um ihre gefangenen Teammitglieder zu befreien. Eine Jagd durch Raum und Zeit beginnt und Deathstroke ist seinen Verfolgern anscheinend immer einen Schritt voraus.

„Rebirth“ folgt weiter konsequent seinem Motto, die Kontinuität des DC-Universums zu wahren. So wird hier ein Ereignis aus den 80er Jahren als Aufhänger für die Story herangezogen. Fans von damals werden sich freuen. Die Teenie-Helden von damals sind erwachsen geworden, doch es gibt neue Teenie-Helden, die den nunmehr Erwachsenen ganz schön auf den Keks gehen können. Das viele Hickhack unter den Teams sorgt für humorvolle Momente und offenbart auch Gelegenheit für Charaktermomente: es ist nicht immer alles harmonisch, wenn zwei Superheldenteams aufeinander treffen. Auch solche nicht, die sich sonst gut kennen. Währenddessen bleibt jedoch Deathstrokes Motivation etwas ominös. Der Sohn, den er zu retten versucht, hat er wie viele Flashbacks seit Anfang der Serie offenbart haben, immer mies behandelt. Quält den sonst gefühllosen Soziopathen sein Gewissen so sehr, dass er bereit ist solch einen Plan durchzuführen? Die Plausibilität erscheint etwas dünn, gemessen an den Ereignissen die bislang passiert sind. Die Klimax bleibt auch ein wenig etwas schuldig, auch wenn einige sehr starke und denkwürdige Szenen im Gedächtnis bleiben. So bleibt Deathstroke bei einer Verfolgungsjagd mit Supergeschwindigkeit gegen Wally West plötzlich stehen und erklärt Wally, dass er ihn jetzt, wo er selbst superschnell ist, einfach problemlos töten könnte, denn Wallys Vorteile sind dahin.
Trotz der drei verschiedenen Serienautoren die am Crossover beteiligt waren, ist es jedoch gelungen die Geschichte kohärent zu erzählen. Viele Köche verderben den Brei nicht, jedoch spürt man es sofort, wenn Priest seinen Teil der Geschichte erzählt und Slade sprechen lässt. Auf das etwas laue Finale folgt ein ausführlicher Epilog, der viele offene Storylines der Deathstroke aufgreift und spannende Entwicklungen andeutet.
 

Gemessen an der bisherigen Serie ist das hier mehr eine „Titans“-Geschichte rund um Zeit-Paradoxa mit Deathstroke als Gaststar. Wer die Titans (und Teen Titans!) mag, kann hier gerne einen Stern zur Gesamtwertung dazuaddieren. Für Fans der aktuellen Deathstroke-Serie ist der Band jedoch trotzdem unverzichtbar, vor allem wegen des starken Cliffhangers der die Weichen zur nächsten großen Storyline stellt.

Details

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Humor:
  • Gewalt:
  • Illustration: