Harley Quinn

Harley Quinn Knaller-Kollektion

von Karl Kesel, Terry Dodson (Illustration)
Rezension von Gabriel Zupcan | 09. Dezember 2018

Harley Quinn Knaller-Kollektion

Die Harley Quinn-Saga, Episode I: Angriff des Jokers! Der clowneske Psycho-Prinz der Perfidie, der Joker, sitzt im Arkham Asylum unschuldig in der Gummizelle (er wollte doch nur ein wenig Spaß haben!). Doch seine sexy Spießgesellin und nicht-so-geheime Geliebte Harley Quinn eilt schon zur Hilfe, um Mr. Pupsie J zu befreien. Gemeinsam wollen sie Gotham City mit ihren Späßen erfreuen. Wer dabei vor Lachen stirbt, ist selbst schuld.

Wir werden an den Anfang von Harleys Karriere als Bestandteil des DC-Universums zurückgeholt. 2001 bekam Harley ihre erste eigene Serie aus der Feder von Karl Kesel und Terry Dodson. Die Figur wurde aus dem DC-Animated Universum importiert und kanonisiert. Karl Kesel drückte dem Charakter seinen Stempel auf, der heute noch Gültigkeit hat. Die aktuelle Serie von Amanda Conner und Jimmy Palmiotti basiert stilistisch und kontinuitätsmäßig stark auf Kesels Interpretation. Der Harley-Mythos in Comicform hatte hier seinen Anfang.
Es beginnt mit dem Ausbruch des Jokers aus dem Arkham Asylum. Harley und die Bande des Jokers befreien ihn, doch der bleiche Psychopath wird irgendwie seines Lebens nicht froh. Harley ist für ihn nur eine lästige Klette und Mittel zum Zweck, also versucht er sie entnervt umzulegen. Wie er es schon mit zahllosen anderen Schergen zuvor gemacht hat. Doch die lachenden Götter sind der Ärztin im Narrenkostüm gewogen und mit Poison Ivys Hilfe gelingt es ihr den Joker zu überlisten und zu überleben. Nach dem jähen Ende der toxischen Romanze, versucht sich Harley erst einmal als eigenständige Gothamer Superschurkin zu behaupten. Dazu gründet sie eine Bande, die Quinntetts und schmiedet Pläne. Das führt zu allerhand Konfrontationen mit konkurrierenden Schurken wie Two-Face, dem Riddler und Catwoman. Aber auch ein rachsüchtiger Millionär, der beinahe wegen Harleys und Jokers Todesfalle getötet worden wäre ist hinter ihr her. Er heuert zwei Bodyguards und eine Ex-Profilerin an, die Harley den Garaus machen sollen. Und selbstverständlich gärt es auch innerhalb der Bande, denn die Gangmitglieder sind wie Harley auch sehr schillernde Persönlichkeiten.

Karl Kesel versteht es, vergnügliche Gaga-Action zu erzählen, ohne vollkommen ins Absurde abzudriften. Ebenso ist der Witz in Harley Quinn nie komplett harmlos, sondern oftmals düster-schwarz. Gotham City ist ein finsteres Pflaster und viele der Geschichten haben überaus dunkle Hintergründe, insbesondere Harleys eigene Herkunftsgeschichte, die in Rückblenden erzählt wird. Man wird immer daran erinnert, wo man sich befindet und dennoch wird die Realität des DC-Universums nicht (vollkommen) gesprengt. Die Storyline bleibt als „Kanon“ des DC-Universums plausibel. Das Comic ist dafür, dass es immerhin 17 Jahre alt ist, bemerkenswert frisch. Das Artwork von Terry und Rachel Dodson ist großartig und könnte auch aus einem aktuellen Band von Harley Quinn stammen. Die Charaktere, die die Geschichte bevölkern, sind überaus spannend und gut geschrieben. Nicht nur Klassiker wie Two-Face oder der Riddler glänzen, auch die kleineren Rollen sind mit originellen Persönlichkeiten besetzt, die neben der schillernden Heldin (oder Antiheldin) bestehen können.

Kesels Ansatz, Harley Quinn auf eine Augenhöhe mit Angehörigen der klassischen Batman-Schurkengalerie zu heben, geht vollkommen auf. Diese Serie hat den guten Ruf des Charakters begründet und liest sich auch heute, als wenn sie vollkommen neu wäre. Absolute Empfehlung für Fans von Harley, und insbesondere für diejenigen, die ihr klassisches Narrenkostüm bevorzugen.

Details

Bewertung

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