Harley Quinn

Harley Quinn: Die Harley-Gang

von Amanda Conner, Jimmy Palmiotti, Chad Hardin (Illustration)
Rezension von Gabriel Zupcan | 10. Februar 2016

Harley Quinn: Die Harley-Gang

Wenn einer nicht von Harley Quinn geknutscht werden möchte, dann ist es definitiv Bruce Wayne. Doch dieses grausame Schicksal steht dem Mitternachtsdetektiv nun bevor, denn die Verrückte von Coney Island hat ihn zu ihrem neuesten Schwarm auserkoren. Wenn das der Joker wüsste!

Seit jeher wird er von großen Teilen der Bevölkerung gehasst (wo es doch um die Liebe gehen sollte) der Valentinstag. Sucht man mit viel Aufwand nach Blumen, Süßzeug und romantischen Momenten um seine Liebe zu beweisen, so sei hier gesagt: suchet nicht weiter! Blumen verwelken, Süßzeug ist ungesund (und macht fett) und Momente sind dazu da, um ihnen im Vorbeigehen zuzuwinken. Aber eine schöne Valentinstagsausgabe von Harley Quinn, die wird das Herz der Herzdame/des Herzbuben garantiert erfreuen. Sofern diese Person ein DC-Fan ist.

Nachdem Harley im letzten Heft in einer potenziellen Zukunft auf ihren unersetzlichen Joker getroffen ist, kommt ihr diesmal der ungeliebte Spielverderber, der B-Man höchstselbst, ins Gehege. Allerdings taucht er in seiner zivilen Gestalt als Bruce Wayne auf, und das ändert so einiges. Die geisteskranke Psychiaterin entbrennt sogleich in Feuer und Flamme als der gutaussehende und altruistische Milliardär für einen wohltätigen Zweck versteigert werden soll. Um an den Gothamer V.I.P. heranzukommen klaut sie erst einmal eine bedeutende Summe und wirft sich dann in Schale, um die Auktion für sich zu entscheiden. Unglücklicherweise hat der radikale Fisch-Aktivist Carp (sic…!) mit seinem zurückhaltendem Sidekick Sea Robin (Nunja…) etwas dagegen und crasht die Veranstaltung. All das dient als Aufhänger um (Alb)träume einer möglichen Beziehung zwischen Harley und Batman zu präsentieren.

Wie üblich schwingen hier Gastzeichner den Stift und die Handschuhe sind noch mehr als sonst unten. Fans des B-Man müssen nicht um dessen Würde zittern. Er bleibt erstaunlich fest in seiner Rolle, fast so, als wäre diese Geschichte ein Bestandteil seiner normalen Storyline. Die Anspielungen in den Traumsequenzen sind wirklich witzig und wissen zu gefallen. Ein rundum gelungenes Special! Chapeau, wer hätte das gedacht, daß ausgerechnet Batman im Valentinsspecial von Harley Quinn eine derart gute Figur machen wird. Zwar ist John Timms als Hauptzeichner des Specials nur ein blasser Schatten von Chad Hardin und seine Zeichnungen wirken stellenweise unfertig, aber dank der einzigartigen Optik der Traumsequenzen fällt dies nicht allzu schwer ins Gewicht.

Der zweite Teil der Ausgabe greift den roten Faden rund um die Gründung von Harleys Gang auf. Erschien diese Idee in der letzten Ausgabe noch etwas langweilig und hölzern, kann sich die Meinung im Lauf der aktuellen Story nur ändern. Kurzum: die Harley-Gang ist ganz große Klasse! Gecastet im brutalen Quinnschen Aussiebeverfahren wird sie aus diversen New Yorker Archetypen gebildet. Von der Blacksploitation Amazone aus Harlem bis zum Showbiz-geilen Landei ist alles dabei, was man in den Five Boroughs so antreffen kann. Die Gang der Ersatz-Harleys bekommt passend-idiotische Codenamen und soll wie eine Art Crimebusters funktionieren. Verschiedene Tarife für verschiedene Verberechensbekämpfungsmaßnahmen. Das wird natürlich nicht so einfach, wie Harley sich das vorstellt. Zudem kommt eine superstarke Bewährungsprobe auf die Gang zu: Captain Strong, DCs Parodie auf Popeye den Seemann.

Band Nummer Sechs ist bislang das Beste was die Serie aufzubieten hat. Der Humor ist schräg und witzig, Chad Hardins Zeichnungen wunderschön bunt und obendrein ein Gastauftritt von Batman. Wer bislang unentschlossen an der Kippe stand, ob er bei Harley Quinn einsteigen soll, muss es mit dieser Ausgabe tun.

Details

Bewertung

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