Stardust - Der Sternwanderer

von Neil Gaiman
Rezension von Stefan Cernohuby | 09. Februar 2015

Stardust - Der Sternwanderer

Manche Geschichten eignen sich besser als andere, um in neue oder andere Medien transportiert zu werden. Einige Romane eignen sich gut als Filme, andere wiederum kann man genauso gut als Graphic Novel oder gar als Märchenbuch umsetzen. Manche davon sogar auf mehrere Arten. So geschehen auch im Fall von Neil Gaimans Roman "Stardust", hierzulande bekannt als Sternwanderer. Wir hatten die Möglichkeit, uns der neuen Märchenversion zu widmen.

Als Dunstan Thorn den nur einmal in neun Monaten stattfindenden Markt besucht, der auf einer Wiese hinter der Mauer im Ort Wall befindet, durchquert, hat das schwerwiegende Auswirkungen. Denn neun Monate später findet er einen Korb vor seiner Haustüre, in dem sich ein Baby namens Tristan befindet. Es stammt aus der Welt der Elfen und Feen, die hinter der Mauer liegt. Der Grund, warum es verboten ist, sie zu überqueren.
Tristan wächst heran und wie es junge Leute so tun, geben sie übereilte Versprechen. So verspricht er seiner angebeteten Victoria, ihr einen gefallenen Stern zu bringen. Doch das erweist sich als schwierig, unter anderem da die Feenwelt voller Gefahren ist. Zum einen ist da eine Hexe, die sich das Herz des Sterns beschaffen will, um durch selbiges ewig zu leben. Und da ist auch noch der Stein, den der sterbende König von Stormhold zum Stern geschickt hat und der den neuen Herrscher bestimmen soll - in einer Herrschaftslinie, in der sich alle Prinzen gegenseitig umbringen. Und als der Stern dann gefunden ist, erweist er sich nicht als Stein sondern als eigenwillige junge Dame, die keine Lust darauf hat, herumgeschubst oder entführt zu werden. Letzten Endes ist die eigentliche Auslöserin des Dilemmas, Victoria, die unwichtigste Person im Werk.
Das ganze Buch ist in der neuen, bei Panini erschienenen Version, wie ein Märchenbuch designt. Vom edlen Einband bis hin zu den Illustrationen wie Charles Vess ist das Werk definitiv am Ziel angekommen - ein Märchen für Erwachsene zu sein.

Genau das ist der Punkt. Auch wenn das Buch wundervoll aufgearbeitet ist und die Illustrationen perfekt gelungen, es ist kein Werk für Kinder. Doch auch Erwachsene können hier auf den Geschmack kommen und eine Geschichte von Neil Gaiman, die sie vielleicht schon kennen und lieben, auf eine neue und andere Weise erleben. Denn die Kombination des Texts eines eher kurzen Romans mit dem Schriftbild eines Märchenbuchs, gemeinsam mit passenden Zeichnungen, wie man sie in vielen Werken des Genres findet, ist ein Geniestreich. Sie verleiht dem Werk eine Tiefe, eine Dimension, die man sonst nur in ihm vermuten hätte können. Die erstmals 1999 erschienene Version mit Charles Vess` Illustrationen ist 2007 bereits einmal broschiert aufgelegt worden und nun in einer Version erhältlich, wie sie Sammlern nicht bessern gefallen könnte. Denn gerade die vorliegende Ausgabe hat alle Eigenschaften, die ein Werk benötigt, um einen der vordersten Plätze in einem Regal zu erobern. An alle Fans, das ist ein Werk, das man sich unbedingt besorgen sollte.

"Der Sternwanderer", im Original "Stardust", aus der Feder von Neil Gaiman, ist längst ein Klassiker. Doch das Werk ist in mehr als nur einer Version erschienen, darunter auch einer Version als Märchenbuch. Jene Zusammenarbeit mit Charles Vess ist nun als edles Hardcover bei Panini erschienen. Und auch wenn das Werk nicht wirklich für (kleine) Kinder geeignet ist, stellt es für Fans von Neil Gaiman schon beinahe einen Pflichtkauf dar. Denn die Transformation von einem phantastischen wenngleich etwas kurzen Roman zu einem klassischen wenngleich etwas brutalen Märchenbuch ist perfekt gelungen.

Details

  • Autor/-in:
  • Verlag:
  • Sprache:
    Deutsch
  • Erschienen:
    01/2015
  • Umfang:
    212 Seiten
  • Typ:
    Hardcover
  • ASIN:
    395798193X
  • ISBN 13:
    9783957981936
  • Preis:
    24,99 €

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Humor:
  • Gewalt:
  • Gefühl:
  • Erotik:

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