Death

von Neil Gaiman
Rezension von Stefan Cernohuby | 21. September 2010

Death

Für manche gibt es nur schwarz oder weiß, hell oder dunkel. Auch der Unterschied zwischen Leben und Tod stellt einen solchen Gegensatz dar. Doch beschäftigt man sich literarisch mit der Materie, wird einem vieles klar. So gibt es kein Leben ohne Tod und manchmal ist es auch der Tod selbst, der menschlicher agiert als Angehörige der Spezies Homo Sapiens. Von solchen Geschichten handelt auch Neil Gaimans Graphic Novel "Death".

Der junge Sexton denkt an Selbstmord. Nicht nur, weil er einen völlig bescheuerten Namen, eine Hippie-Mutter und keine Freunde hat. Nein, er sieht in seinem Dasein überhaupt keinen Zweck. Am Tag, an dem er eigentlich Schluss machen will, trifft er die seltsame Didi, die von sich selbst behauptet, die Verkörperung des Todes zu sein. Als eine Verrückte alte Frau sie bittet, ihr Herz zu suchen, macht sie sich sofort auf den Weg und nimmt Sexton mit auf diese Suche. Doch "Der Preis des Lebens", wie der Titel der Erzählung lautet, ist ein hoher...
In "Die Zeit deines Lebens" geht es ebenfalls um Leben und Tod. Die beiden aus der "Sandman"-Reihe bekannten Damen Hazel und Foxglove haben eine ernstzunehmende Beziehung und einen Sohn. Die Musikkarriere von "Foxy Lady" belastet diese zunehmend. Als dann noch Death in mehrfacher Hinsicht interveniert, wird die Sache richtig kompliziert. Und sicher ist: Eine Person wird die Nacht nicht überleben.
Eine Erklärung von Gott und Tod möchte ein Junge in "Eine Wintergeschichte". Allerdings fällt diese nicht ganz so aus, wie er möchte.
Death ist nicht nur Tod, sondern auch in der Lage, die Leute ein wenig von sich fernzuhalten. Daher beinhaltet das letzte Kapitel eine Aids-Aufklärungskampagne, geleitet von Death.

Neil Gaiman hat im "Sandman"-Universum einige Charaktere erschaffen, bei denen man auf ein Wiedersehen hoffen durfte. Eine davon ist zweifelsohne Dreams Schwester Death, die immer eine Rolle spielte und eigentlich alles andere war, als jene Seelen- und Gnadenlose Gestalt, die man sich unter ihr eigentlich vorstellen könnte. Dementsprechend freut man sich auch auf die Erzählungen, die dieser Band beinhaltet. Doch am Ende wird man ein wenig ratlos zurückbleiben. Ja, die erste Erzählung ist stimmungsvoll. Ja, die zweite enthält einige interessante Elemente. Doch insgesamt fehlt einem der Zauber, der im Grund über die gesamte Reihe des Sandman vorhanden war. Im Vergleich mit Neil Gaimans übrigen Werken kann dieser Band weder bestehen, noch überzeugen. Was aber dennoch nicht bedeutet, dass es sich um einen schlechten Comic oder eine schlechte Graphic Novel handelt. Doch es bedeutet, dass das Werk im Gegensatz zu den anderen nicht aus dem Durchschnitt hervorsticht. Fans der "Sandman"-Reihe können oder sollten aufgrund der Vollständigkeit der Sammlung trotzdem zugreifen.

Obwohl sich "Death", ein Ergänzungsband für die Reihe "Sandman", von Neil Gaiman mit vielen bekannten Charakteren schmückt und versucht, stimmungsvolle Geschichten zu erzählen, bleibt das Ergebnis weit hinter den Erwartungen zurück. Dementsprechend ist die Grahpic Novel nur durchschnittlich und der Kauf nur für den absoluten Fan von Neil Gaiman oder den "Sandman" empfehlenswert.

Details

  • Autor/-in:
  • Verlag:
  • Sprache:
    Deutsch
  • Erschienen:
    07/2010
  • Umfang:
    224 Seiten
  • Typ:
    Taschenbuch
  • ASIN:
    3866079311
  • ISBN 13:
    9783866079311
  • Preis:
    19,95 €

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Humor:
  • Gewalt:
  • Gefühl:
  • Erotik:
  • Illustration:

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