Hal Jordan und das Green Lantern Corps

Hal Jordan und das Green Lantern Corps - Der Bruch


Der Bruch
von Robert Venditti, Rafa Sandoval, V. Ken Marion, Ethan van Sciver (Illustrator*in)
Rezension von Gabriel Zupcan | 29. April 2018

Hal Jordan und das Green Lantern Corps - Der Bruch

Das Green Lantern Corps ist endlich wieder vereint und sichert das Universum! Und nicht nur das, dank John Stewart als neuem Anführer, wurden Mitglieder des Sinestro Corps rehabilitiert und dienen nun zusammen in gemischten Teams mit den Lanterns. Die gemeinsame Vorgeschichte beider Corps ist blutig und brutal – kann die Allianz auf längere Zeit gut gehen?

Nach „Rebirth“ wurden die Green Lantern Serien neu organisiert. Der klassische „Green Lantern“-Titel wurde zu „Green Lanterns“ und widmet sich den Abenteuern der auf der Erde stationierten Verteidigern von Sektor 2814, Simon Baz und Jessica Cruz. Die grünen Weltraum-Musketiere Jordan, Stewart, Gardner und Rayner hingegen wurden zusammen in einen Titel zusammengelegt: „Hal Jordan and the Green Lantern Corps“. Hal ist damit praktisch der einzige maskierte Superheld, dessen wahrer Name den Titel einer Serie ziert. Wer seine primär im Weltraum basierten Abenteuer und die des Corps verfolgen will, muss nun zu dieser Serie greifen.
Viel hat sich getan seit das Green Lantern Corps unter John Stewart in unser Universum zurückgekehrt ist. Hal Jordan wurde zur mächtigsten Bombe aller Zeiten und atomisierte nicht nur das Hauptquartier des Sinestro Corps, War World, sondern auch dessen purpurnen Anführer. Dank der Bemühungen der letzten Guardians und der einzigen White Lantern des Universums, Kyle Rayner, konnte Hal wieder aus seiner puren Energieform zurückgebracht werden. Kurze Zeit danach verlor Kyle seine White Lantern-Fähigkeiten, als sein Energiering beim Versuch die Blue Lanterns wiederzuerwecken zerbrach, doch er konnte seinen ursprünglichen grünen Energiering retten. Das Ergebnis ist, dass Kyle wieder in seinem klassischen Green Lantern Outfit unterwegs ist. Ein weiterer typischer „zurück zu den Wurzeln“-Wink, der durch „Rebirth“ so zelebriert wird. Dank der Bemühungen von Guy Gardner konnte erstmals vorsichtiger Respekt zwischen den grünen und gelben Ringträgern aufgebaut werden. Doch sofort wird zu Beginn des Bandes die Allianz auf eine erste Bewährungsprobe gestellt. Ein mysteriöser Feind aus der Zukunft versucht die Allianz der beiden Corps zu sabotieren. Ihm zur Seite stehen tödliche Konstrukte, gegen die die Energieringe nichts auswirken können. Doch die Laternen haben noch ein As im Ärmel: Rip Hunter, der bekannteste Zeitreisende des DC-Universums ist ebenfalls in der Gegenwart angekommen und will die Manipulation der Zeitlinie verhindern.
In der zweiten Geschichte wird zunächst die größte Bank des Universums von Weltraumpiraten ausgeraubt. Was als Großalarm für das Green Lantern Corps beginnt, wird alsbald zu einem Thriller, denn der Anführer der Piraten behauptet Beweise für das Fehlverhalten einer Green Lantern zu haben. Beweise, die dafür sorgen könnten, dass nicht nur das Corps diskreditiert wird, sondern auch die noch unsichere Allianz mit den Sinestros zerbrechen könnte. Währenddessen läuft im Hintergrund ein persönliches Drama ab, das noch bedeutende Konsequenzen haben wird.

Robert Venditti gelingt es bei seinem Neustart mit den Green Lanterns endgültig aus dem gewaltigen Schatten von Mr. GL Geoff Johns herauszutreten. Nachdem Johns über Jahre den gewaltigen Mythos des Corps aufgebaut hat und die Helden mit spektakulären Ereignissen konfrontiert hat, waren Vendittis Geschichten zunächst etwas unterwältigend. Nicht schlecht, aber kein Vergleich. Mit dem „Götterkrieg“-Event konnte er zwar durchaus zu den guten Johns-Zeiten aufschließen, aber die wirkliche Bewährungsprobe war der Neustart der Serien mit „Rebirth“. Dass DC Venditti weiterhin das Vertrauen schenkt, zeigt, dass dieser nicht nur Potenzial hat, sondern nun aufgrund der Konstellation auch die Möglichkeiten seinen eigenen GL-Mythos zu erschaffen. Bislang ist ihm das sehr gut gelungen und der fünfte Band ist zweifelsohne der Höhepunkt. Obwohl es kein großes Event ist, erzählt Venditti hier eine große Geschichte, die noch auf lange Zeit Auswirkungen haben wird. Die Charaktere zeigen sich von ihrer besten Seite. John, der kühl kalkulierende Stratege, hat nun als Anführer seinen wohlverdienten Platz gefunden. Kyle ist nicht mehr der „Auserwählte“, sondern kehrt zu seinen Wurzeln zurück und darf so manchen witzigen Kommentar schieben. Guy ist nicht mehr eine reine Blödelfigur oder gebrochener Held, sondern das unbeirrbare, dickköpfige Herz des Corps. Und Hal Jordan ist und bleibt Hal Jordan. Stets bereit draufgängerisch das Unmögliche zu tun, gegen jede Wahrscheinlichkeit. Auch wenn man einige Klischees und Vorhersehbarkeiten ankreiden kann, der Autor sprengt hier niemals den Rahmen und Stil der Serie, sondern bewahrt weiterhin die Kontinuität, die seit dem ersten „Green Lantern: Rebirth“ von 2004 existiert.
Die Lichtshow kann sich zudem mehr als sehen lassen. Dank des GL-Veteranen Ethan Van Sciver gibt es so manche spektakuläre Weltraumschlacht zu sehen, die die Serie so berühmt gemacht haben. Doch auch die anderen Zeichner der Serie liefern hervorragende Arbeit ab, die angenehm fließend mit Van Scivers Zeichenstil einhergeht.

Was Sci-fi-Action angeht, kann bei „Hal Jordan and the Green Lantern Corps” optisch nur sehr wenig mithalten. Bei dieser coolen Lichtshow sieht sogar „Star Wars“ oft alt aus. Auch die Story ist seit dem Neustart so spannend und unterhaltsam wie nie in den letzten Jahren. Dank der nicht unerheblichen Kontinuität der Serie seit nunmehr 14 Jahren ist der Einstieg für Neulinge vielleicht abschreckend, kann aber voll und ganz empfohlen werden. Veteranen des Corps werden sich über diese gelungene Fortsetzung des Epos ohnehin freuen.

Details

Bewertung

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