Der Buick

von Stephen King
Rezension von Stefan Cernohuby | 06. Mai 2009

Der Buick

Es gibt einige Romane, die einen eigentlich unbelebten Gebrauchsgegenstand zum Thema haben, der irgendwann Eigenleben und -initiative entwickelt. Einer der bekanntesten Werke zu diesem Thema ist Stephen Kings Buch "Christine", bei dem ein 58er Plymouth Fury eine ganze Stadt terrorisiert. Einigermaßen verwirrend ist daher, dass er selbst das Thema in etwas abgewandelter Form nochmals aufgreift. Denn sein Werk "Der Buick" handelt ebenfalls von einem beinahe lebendigen Auto.

Als der Sohn eines verstorbenen Polizisten anfängt auf der Polizeikaserne zu arbeiten um sein Verlustgefühl zu betäuben, ahnt er noch nicht, dass die Polizisten seit Jahrzehnten ein Geheimnis hüten. Dies stellt den zweiten Erzählstrang dar. Im Jahr 1979 hält ein Wagen an einer Tankstelle, ein Mann steigt aus und fordert den jugendlichen Tankwart auf, vollzutanken. Danach verschwindet er auf Nimmerwiedersehen. Als die Polizei den Wagen abschleppt, stellt sie fest, dass es sich bei dem Buick unmöglich um ein Auto handeln kann, denn alles an dem Wagen ist nur Attrappe. Das Lenkrad lässt sich nicht bewegen, der Zündschlüssel nicht drehen und der Motor ist nicht mit dem Rest des Fahrzeugs verbunden. Doch das ist nicht die einzige seltsame Begebenheit, denn das Nicht-Auto offenbart übersinnliche Kräfte. So repariert es Schäden an sich von selbst, veranstaltet gelegentlich eine Lichtshow in irrwitzigen Farben und stellt offenbar auch ein Tor in eine andere Welt dar - denn gelegentlich verirren sich völlig fremdartige und völlig unbegreifliche Kreaturen in den Buick. Und zu schlechter Letzt lockt er auch Menschen an, die dann für immer verschwinden...

Stephen King ist definitiv als erfahrener Autor zu bezeichnen. Nach über 40 Romanen, diversen Kurzgeschichtensammlungen und etlichen Kooperationen darf man sich aber nicht wundern, wenn er in aktuelleren Werken manchmal einen Gang zurückschaltet. Das ist auch bei "Der Buick" der Fall. Vergleicht man das Buch mit früheren Werken, zum Beispiel "Christine" - denn gerade hier liegt eine Gegenüberstellung nahe - dann ist das aus dem Jahr 2002 stammende Buch besonders im Bereich Action und Stimmung deutlich schwächer. Dies soll keineswegs heißen, dass "Der Buick" schlecht ist. Der Wechsel der Erzählperspektiven wird durchaus gelungen eingesetzt und auch die sparsam eingesetzten Gruselelemente funktionieren. Einzig und allein - man fühlt sich nicht mitgerissen. Die Erzählung plätschert so dahin, gegen Ende gibt es noch einmal einen Anstieg der Spannungskurve, aber das war es dann schon. So klingt das Buch aus, wie es begonnen hat. Solide, routiniert und leider durch und durch durchschnittlich, man verzeihe das Wortspiel. Somit ist das Buch nur eingeschränkt zu empfehlen. Fans von Stephen King werden es trotz aller Kritikpunkte mit Begeisterung verschlingen und auch Leser durchschnittlicher Horror- und Mystery-Romane werden auf ihre Kosten kommen. Zu den genialsten Werken des Autors Stephen King ist "Der Buick" aber leider nicht zu zählen.

Der bei Ullstein erschienene Roman "Der Buick" von Stephen King klingt zu Beginn ein wenig nach einer Neuversion seines Buchs "Christine". Obwohl dies nicht der Fall ist, schafft der Autor es nicht wirklich, den Funken überspringen zu lassen, obwohl die Geschichte solide erzählt ist. Aber mangelnde Spannung und ein einziger Höhepunkt im Roman lassen das Werk über den Durchschnitt leider nicht hinausragen. Fans von Stephen King und Liebhaber nicht zu übertriebener Horrorromane werden aber auf ihre Kosten kommen.

Details

  • Autor/-in:
  • Originaltitel:
    From a Buick
  • Verlag:
  • Sprache:
    Deutsch
  • Erschienen:
    04/2009
  • Umfang:
    496 Seiten
  • Typ:
    Taschenbuch
  • ASIN:
    3548280501
  • ISBN 13:
    9783548280509
  • Preis:
    9,95 €

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Humor:
    Keine Bewertung
  • Gewalt:
  • Gefühl:
    Keine Bewertung
  • Erotik:
    Keine Bewertung

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