100% Marvel

Wolverine: Waffe X - Geistesgestört

von Jason Aaron
Rezension von Stefan Cernohuby | 06. Februar 2011

Wolverine: Waffe X - Geistesgestört

Kann jemand über Jahrhunderte leben, nicht altern und als lebende Killermaschine tausende Menschen töten, ohne dabei den Verstand zu verlieren? Filme wie "Highlander" beantworten diese Frage mit ja. Doch diese Beschreibung trifft auch auf einen der bekanntesten Marvel-Helden zu, nämlich Wolverine. Zu behaupten, dass seine Psyche völlig unangetastet ist, wäre wohl ziemlich gewagt. Und doch war er noch nie wirklich verrückt - bis jetzt.

Patient X befindet sich in einer Gesprächstherapie und versucht, die schemenhaften Erinnerungen in seinem Kopf in eine sinnvolle Reihenfolge zu bringen. Getöteter Vater, von Tieren aufgezogen, Samurai, eine Reise zum Mond... all das klingt nicht besonders normal. Doch obwohl er an seinem eigenen Verstand zweifelt und sich seiner eigenen Identität nicht bewusst ist, kommen dem Patienten, der selbstverständlich auf die Namen Logan und Wolverine hört, ernste Zweifel an der Rechtschaffenheit des sogenannten „Dunwich Sanatoriums“ (!). Schließlich stellt er fest, dass der Chefarzt in Wirklichkeit ein entkommener Insasse ist, der aus menschlichen Gehirnen Waffen baut. Als er versucht, auch an Wolverines Gehirn zu kommen, muss er feststellen, dass dies gar nicht so einfach ist.
Nach diesem Intermezzo muss sich Wolverine mit der Tatsache auseinandersetzen, dass er eine Freundin hat. Kann jemand, der so viel erlebt hat wie er, tatsächlich eine normale Beziehung haben? Eine Frage, die nicht leicht zu beantworten ist.

Schon einmal hat Jason Aaron eine Geschichte über Wolverine erzählt. Mit „Geistesgestört“ wagt er einen zweiten Versuch, der die Qualität des ersten ohne Probleme halten kann. Wolverine als Psychiatriepatient ist etwas, was bisher noch keinem in den Sinn gekommen ist. Und gerade deshalb funktioniert die Handlung. Denn der notorische Einzelgänger ist diesmal auf Freunde angewiesen. Die Illustrationen von Yanick Paquette und C. P. Smith ergänzen die Handlung gelungen und runden somit den gelungenen Comicband ab. Man darf gespannt sein, wie sich die Handlung um den verrückten Doktor Rottweil und Wolverines Beziehung weiter entwickelt. Fans werden den Band schnell lieb gewinnen. Wer allerdings eine Abneigung gegen die zu häufige Verwendung blutiger menschlicher Gehirne hat, sollte besser zu einem anderen Band greifen.

„Geistesgestört“ ist einerseits in der Reihe „100% Marvel“ und andererseits als zweiter Band der Unterreihe „Wolverine: Waffe X“ erschienen. Die chronologische Einstufung ist allerdings zweitrangig, denn der von Jason Aaron geschriebene Band weiß in erster Line durch seine Handlung zu überzeugen, die darüber hinaus auch von tollen Zeichnungen ergänzt wird. Jeder Wolverine-Fan sollte zugreifen. Wer sich aber mit Splattern überhaupt nicht anfreunden kann, sollte diesen Comic besser auslassen.

Details

  • Autor/-in:
  • Serie:
  • Band:
    53
  • Verlag:
  • Sprache:
    Deutsch
  • Erschienen:
    01/2011
  • Umfang:
    120 Seiten
  • Typ:
    Taschenbuch
  • EAN:
    419612141695353
  • Preis:
    16,95 €

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Humor:
  • Gewalt:
  • Gefühl:
  • Erotik:
  • Illustration:
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