Doktor Strange

Season One

von Greg Pak
Rezension von Gabriel Zupcan | 23. Mai 2013

Season One

Abrakadabra, Simsalabim! Äh... Avada Kevadra! Fulminictus Donerkeil, triff und töte wie ein Pfeil! BEI DEN VISHANTI! Also gut, bevor hier meine Zaubersprüche Vernichtung und Zerstörung anrichten, versuche ich mich doch lieber an der Rezension zum neuen Doktor Strange - dem Meister der Magie!

Doktor Strange, der esoterische Superheld und Liebling aller Crowley-Fans kehrt zurück in einer Ausgabe von „Season One“. Hierbei erzählt Marvel die Herkunftsgeschichten diverser Superhelden neu. Ein bewährtes Konzept, wie man auch an der Popularität der aktuellen Superhelden-Kinofilme sehen kann: Das zum-Held-werden fasziniert immer wieder neu und liefert perfektes Storymaterial.

Bei Doktor Strange treffen wir auf den berühmten Chirurgen Stephen Strange, der nach einem Unfall die Feinmotorik in seinen Händen und damit seine besonderen Fähigkeiten als Chirurg verloren hat. Verzweifelt sucht der getriebene, ehemalige Liebling der High Society nach Auswegen und findet einen möglichen in einem Tempelgebäude im Himalaya. Hier unterweist der „Uralte“ in Magie. Ein Wissenschaftler und Skeptiker wie Strange läßt sich von so einem Unsinn zwar eigentlich nicht beeindrucken, aber was wäre wenn doch…?
Der Uralte beweist auf spektakuläre Art und, dass Magie wirklich existiert und fordert von Strange, daß er sein Schüler wird, was dieser annimmt. Eine solche Gelegenheit wird sich ein richtiger Egozentriker ja nicht entgehen lassen. Die erste Aufgabe des Zauberlehrlings besteht dann gleich darin, sich mit einem anderen Schüler, dem Martial Arts-Wunderknaben Wong, zusammenzuraufen. Deren Queste lautet, drei mächtige magische Ringe, die in der Welt verstreut sind, einzusammeln, bevor sie in die falschen Hände fallen.

Die Story macht einfach Spaß. Mit einem Hauch von klassischem Action-Adventure der Pulp-Ära machen sich Strange, Wong und Sofia, die dritte im Bunde, auf die Reise, die sie in James Bond-Manier auf drei verschiedene Schauplätze führt. Dabei wird es nie esoterisch, die Dialoge sind wie bei modernen Comics üblich mit zahlreichen nerdigen Anspielungen gespickt und das sorgt schon für den einen oder anderen Grinser. Wer Superhelden nicht viel abgewinnen kann, wird bei Strange eine gelungene Contemporary-Fantasy jenseits von Harry Potter-Klischees finden. Auf der anderen Seite werden wohl viele, die das Marvel-Universum eben wegen der Verflechtungen unter den Superhelden so lieben, hier wenig vorfinden. Tatsächlich bietet „Season One“ keinen einzigen Gastauftritt eines unserer Freunde in Spandex.
Die Zeichnungen und Optik sind geradezu spektakulär. Die Panels sind sehr solide von Emma Rios gezeichnet und bieten beeindruckende Dynamik. Wo es allerdings dann zu den psychedelischen Ursprüngen des Doktors zurückgeht, ist sobald Magie ins Spiel kommt. Grellste Farbeffekte treffen dabei auf wüste Strichenergien, eine Entladung von Mana in Zeichnungsform. Das überfordert einen beinahe schon fast beim Betrachten, wenn man in den Details möglicherweise vergeblich nach dem roten Faden sucht. Nichtsdestotrotz – dieser Stil passt perfekt zur Thematik und sorgt stellenweise für echte Stimmung, besonders im Finale.

Als Nicht-Initiat der Strangeschen Materie muß ich bezüglich möglicher Abweichungen zur Originalgeschichte des Doktors leider passen. Diese wird sich aber analog zu Marvels Kinofilmen und anderen Reboots/Remakes ähnlich verhalten. Wobei wenn wir schon davon sprechen: eine gute Marvel-Verfilmung des Doktors entlang der Handlung von „Season One“ hätte durchaus etwas für sich. Zwei Vishanti-Daumen hoch!

Details

  • Autor/-in:
  • Band:
    1
  • Verlag:
  • Sprache:
    Deutsch
  • Erschienen:
    03/2013
  • Umfang:
    116 Seiten
  • Typ:
    Taschenbuch
  • EAN:
    4198319214952
  • Preis:
    14,95 €

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Humor:
    Keine Bewertung
  • Gewalt:
  • Gefühl:
    Keine Bewertung
  • Erotik:
  • Illustration:

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