Die Königschroniken

Ein Reif von Eisen

von Stephan M. Rother
Rezension von Stefan Cernohuby | 19. Januar 2018

Ein Reif von Eisen

Jedes große Imperium hat einst einen Anfang genommen. Und stets gab es bei seinem Aufstieg Situationen, wo jene Keimzelle des neuen Reichs leicht zerstört hätte werden können. Stephan M. Rother schreibt in seinem Roman „Ein Reif von Eisen“, dem ersten Band der Reihe „Die Königschroniken“ von einem solchen Fall. Vom möglichen Entstehen eines Reichs von den Charakteren, die mit den entscheidenden Situationen konfrontiert sind.

Es hat lange gedauert, aber nun hat Hetmann Morwa, Sohn des Morda, alle Stämme des Tieflandes vereint. Oder besser, fast alle Stämme. Denn gerade läuft ihm die Zeit davon. Der letzte Stamm, der sich seinen vereinten Kräften nicht gebeugt hat, ist geflüchtet, kurz vor Wintereinbruch. Und die einzige Möglichkeit, den Thronanspruch seines Ahnen zu untermauern ist, diesen Feldzug allen Widrigkeiten zum Trotz zu Ende zu führen. Und das schnell, denn seit geraumer Zeit frisst eine tödliche Krankheit an ihm. Er weiß dass seine Zeit abläuft und hat seinen Nachfolger noch nicht ernannt. Einen Nachfolger, der einst den Reif von Bronze tragen soll, nicht wie er jenen aus Eisen. Doch auch in anderen Teilen der Welt geraten die Dinge in Gang. In der freien Stadt Carcosa, im Königreich der Esche, verstrickt sich nicht nur ein junger Dieb in politische Ränke, in der Rabenstadt wird Leyken, die aus dem Süden stammt, ebenfalls in ein Spiel verwickelt. Sie soll Figuren auf einem Spielbrett in die Schlacht schicken, was lebenden Menschen das Leben kosten soll.

Stephan M. Rother hat bereits mehrere phantastische Romane und Thriller verfasst. Mit „Ein Reif von Eisen“ will er jedoch offensichtlich ein größeres Epos starten. Gerade zu Beginn wirken die verschiedenen Handlungsfragmente unklar, weil man noch kein größeres Bild erkennt. Und auch gegen Ende hin, haben sich die verschiedenen Handlungsfäden einander nicht allzu weit angenähert. Trotzdem wird gerade die Geschichte um den todgeweihten Morwa besser, umso weiter das Buch voranschreitet. Verzweiflung, Willenskraft und nicht zuletzt eine geheimnisvollen Fremden geben dem Krieger die Kraft, zumindest bis zu seiner letzten Schlacht durchzuhalten. Durch das Element des Zeitdrucks, durch das Getriebenwerden vom eigenen Schicksal und jene Rolle in der Geschichte einzunehmen, die sich der Protagonist selbst angedacht hat, kommt ein Element mit ins Spiel, welches den Roman verdichtet und rascher voranbringt. Das fesselt den Leser zusätzlich und lässt ihn das Buch kaum aus der Hand legen. Die anderen Handlungsstränge offenbaren zwar einige interessante Aspekte, auch wenn man beim Stadtnamen Carcosa doch ein wenig Bedenken hat, gehen jedoch momentan noch etwas unter. Man darf gespannt sein, wie der zweite Band der Reihe, in dem wohl die Söhne des streitbaren Morwa eine tragende Rolle spielen werden, diese aufgreift. Wer historische Fantasy mit nur wenigen übernatürlichen Aspekten mag, kann hier bedenkenlos zugreifen. Wer allerdings auf der Suche nach High-Fantasy ist, sollte sich besser einem anderen Buch zuwenden.

„Ein Reif von Eisen“ von Stephan M. Rother ist der erste Band der Reihe „Die Königschroniken“. Sie steigen zu einem Zeitpunkt ein, an dem ein Königreich gerade am Entstehen ist und begleiten einen sterbenskranken Protagonisten zu seiner letzten Schlacht. Ein Buch, das man als Fantasyfan nicht außer Acht lassen sollte. Und man darf auch schon gespannt sein, wie die Handlung im zweiten Band fortgesetzt wird.

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