Die Abenteuer des Barden Spikero

Diebesgut und Hexenmal

von C. Gina Riot
Rezension von Stefan Cernohuby | 09. November 2023

Diebesgut und Hexenmal

Es gibt viele Nebencharaktere in Romanen, zu denen man sich eigene Geschichten wünschen würde. Die Möglichkeit, dass eine derartige Bitte jedoch Erfolg versprechen würde, ist jedoch in der Regel überschaubar. C. Gina Riot hat jedoch ihre Lesenden schon im Vorfeld befragt, ob sie an einem Spin-Off eines Charakters aus dem Roman „Bestien von Haygenhast“ interessiert wären. Und nachdem das positiv beantwortet wurde, lässt sie ihre treuen Fans die Reihe sogar mitgestalten – zumindest theoretisch. „Diebesgut & Hexenmal“ sind der erste Teil der Reihe „Die Abenteuer des Barden Spikerio“.

Er hat es gerade so aus geschafft, in Haygenhast zu überleben, aber gerade das hat ihm mehr Lust auf Abenteuer beschert. Obwohl er vermutlich nicht wirklich viele Qualifikationen mitbringt, um sie zu überstehen. Denn der Barde Spikerio kann zwar gut die Laute spielen und singen, hat aber sonst wenige Fähigkeiten, die ihm erlauben, in unbekannter Umgebung zu bestehen. So wie in der großen Stadt Thal, nach der er sich sein ganzes bisheriges Leben gesehnt hat. Zum Glück ist er auf der Schiffsreise der Seemannsfrau Ber – die sich selbst genau so bezeichnet – nähergekommen und die weitgereiste Frau hat ihn in ihr großes Herz geschlossen. So ist er nicht ganz allein, als sie in Thal ankommen, das sich aber gerade im Krieg befindet und Fremden daher reichlich skeptisch gegenübersteht. Spikerio möchte trotz der horrenden Preise das Beste aus der Situation machen und beginnt seine Fähigkeiten als Bade zur Schau zu stellen, leider aber ohne die örtlichen Regelungen zu kennen. Wie durch ein negatives Wunder schafft er es, jede Situation noch schlimmer zu machen als sie zuvor war. Schnell steckt er in Geldproblemen und lässt sich dazu überreden, einen Kriminalfall aufzuklären. Denn eine wertvolle Halskette wurde gestohlen. Doch dabei bleibt es nicht, denn auch Spikerio kommt so einiges abhanden. Und ob er das Zeug dazu hat, Verbrechern mutig ins Auge zu sehen und dabei seinen Mann zu stehen … nun, das kann man beim Lesen selbst erleben.

Liest man über die Abenteuer des Barden Spikerio, ist ein wenig Leidensfähigkeit gefragt. Denn obwohl man ihm meist nur das Beste wünscht, schafft er es zielsicher, kein einziges Fettnäpfchen auf seinem Weg auszulassen. Zum Glück gewinnt er im Laufe seines Abenteuers auch einige Freunde und Fürsprecher. Sonst wäre sein zweites Abenteuer, das erste eigene, trotz seines magischen Eulenbegleiters sehr schnell zu Ende gewesen. Sicher ist, es gibt viele Begebenheiten, die er für neue Lieder nutzen kann, sollte Spikerio die Zeit finden, sie auszuarbeiten. Die Frage, wer eigentlich hinter dem Verbrechen, dem der Protagonist hinterherjagt, steckt, tritt schnell in den Hintergrund. Denn offensichtlich hat er mehr Talent, alle möglichen anderen Verbrechen aufzudecken als das, weswegen er angeheuert wurde. „Diebesgut & Hexenmal“ ist ein gelungener Einstieg in die Abenteuer eines Charakters, der noch viel zu lernen hat. Es bleibt zu hoffen, dass es ihm in den weiteren Bänden der Reihe gelingen wird. Denn irgendwann könnte der Moment kommen, in dem er sich auf mehr Fähigkeiten verlassen muss als seine Stimme, seine (wiedererlangte) Laute und seine Freunde. Man darf also gespannt bleiben. Denn obwohl die Fans theoretisch mitgestalten können sollten, war der zweite Band der Reihe fertig geschrieben, bevor der erste erschienen ist. Dann eben bei Band 3!

„Diebesgut & Hexenmal“ ist der erste Band der Reihe „Die Abenteuer des Barden Spikerio“, der als heimlicher Held eines Romans seine eigene Serie bekommen hat. Gerade weil der Protagonist kaum ein Fettnäpfchen auslässt, bekommt man einiges zum Lachen aber auch zum Bangen. Denn ganz ungeschoren kommt Spikerio nicht davon. Wem der Barde in „Bestien von Haygenhast“ gefallen hat, sollte definitiv auch hier zugreifen.

Details

Bewertung

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