Cthulhu

Malleus Monstrorum, zweite Edition

von Frank Heller
Rezension von Stefan Cernohuby | 03. Februar 2009

Malleus Monstrorum, zweite Edition

"Malleus Maleficarum“ - ein Horrorklassiker seiner Zeit - war der Titel eines Werks, welches die Irrtümer und Ängste einer Epoche geprägt hat und sie auch heute noch widerspiegelt. Ob ein ähnlich benannter Foliant, der uralte Ängste beinhaltet, ebenfalls so voller Irrtümer ist, kann man vermutlich nicht hundertprozentig sagen. Trotzdem ist das "Malleus Monstrorum“ für das Rollenspiel Cthuhlu nun in neuem Gewand auf dem Markt erschienen und bereit, gleichermaßen Wahrheiten wie Unwahrheiten zu verbreiten. Wir sind gespannt, wie überzeugend das Werk gelungen ist.

Nach einem interessanten Vorwort, das die bewegte Geschichte des "Malleus Monstrorum" (von Deutsch auf Englisch und wieder zurück) erläutert, geht es gleich zur Sache. In der Einführung werden die unterschiedlichen Rassen und Götter des Mythos klassifiziert. Denn so mancher, den man gemeinhin als Großen Alten tituliert, ist in Wirklichkeit sogar ein äußerer Gott, also ein Wesen mit noch größerer Macht. Noch in diesem Vorgeplänkel wird die Aussprache der Namen des Cthulhu-Mythos, die Bedeutung ihrer Trefferpunkte und auch der Umgang mit ihnen selbst empfohlen Auch die später im Buch immer wieder vorkommenden Auszüge aus dem Tagbuch des Sir Hansen Poplan, eines bedeutenden Gelehrten der Miskatonic University, werden schon hier angerissen.
Dann folgt noch eine Auflistung der im nächsten Kapitel vorkommenden Monster (oder Kreaturen) nach Kategorien.
Es folgt ein alphabetisch geordnetes 200 Seiten langes Kapitel, in dem Monster und andere Kreaturen vorgestellt werden. Zu jedem Wesen gibt es eine Einleitung, wie jemand auf selbiges trifft, und eine "Ausleitung", in der Klar wird, was mit Leuten geschieht, die ein solches Wesen treffen - meistens nichts Gutes! Fähigkeiten, Spielwerte, Abenteuerideen und Bilder aus den verschiedensten Medien (Computerspielen, Fotos, Skizzen von Schülern, angeblich antiken Tonkrügen, etc.). Dazwischen findet man die (etwas schwer lesbaren) Tagebucheinträge des bereits erwähnten Sirs.
Und dann kommen sie an die Reihe: "Die Gottheiten des Mythos". Begleitet von Traktaten zum Ende der Welt werden die Großen Alten, die Äußeren Götter und einige einzigartige Wesen vorgestellt. Selbstverständlich wieder garniert mit Abenteuerideen, Werten und verwirrenden Illustrationen. Witzig ist in diesem Zusammenhang, dass man für Nyarlathotep aufgrund seiner unzähligen Avatare beinahe ein eigenes Buch hätte machen können. Interessant ist wiederum, dass unter anderem auch klassische Sagengestalten wie Kokopelli - der Fruchtbarkeitsgott der Hopi - ein Avatar des Nyarlathotep sein soll.

Monster gibt es in zahlreichen Überlieferungen und nicht einmal alle im Volksmund weiter gegebenen Informationen sind bekannt. So hat man über Ghoule oder Wendigos sicherlich schon etwas gehört. Hier spiegeln sie allerdings andere Aspekte wieder, vor allem eben Verbindungen zu den Göttern des Cthulhu-Mythos, denn nur solche Monster kommen hier vor. Aber nicht nur das macht diesen Band zu etwas Besonderem. Denn er wurde ursprünglich von Pegasus erstellt, von Chaosium überarbeitet und erweitert, um jetzt wieder auf Deutsch zu erscheinen. Interessant ist auch, dass die beiden Verlage sichtlich nicht immer einer Meinung sind. So wird auch Scott David Aniolowksis Entscheidung, den Wesen des Mythos Verwandtschaftsverhältnisse anzudichten in Frage gestellt und hier als Mindermeinung einiger Mythosbuchautoren dargestellt. Gelungen sind auch die "Intros" und "Outros" zu den verschiedenen Kreaturen, Avataren, großen Alten und äußeren Göttern.
Der Informationsfaktor des Werks ist auf jeden Fall hoch - zu hoch für Spielercharaktere. Nur bruchstückhaft dürfen die Wissensfragmente sein, die der Spielleiter seinen Spielern zukommen lässt. Denn ansonsten würde der Horrorfaktor, das Unbekannte, das Cthulhu ausmacht, einfach verloren gehen. Insbesondere was die Großen Alten und Äußeren Götter angeht, ist es einfach authentischer und glaubwürdiger, nur wenig zu wissen - und diese wenigen Informationen sind im Normalfall schon weit mehr, als die meisten anderen Menschen auf dem Planeten besitzen. Wichtig ist, dass es gelingt, genau jenen Charakter des Spiels aufrecht zu erhalten. Auch eine Handlung wie in anderen (eher kampforientierten) Rollenspielen, das Buch umzudrehen und zu sagen "Und so sieht das aus!" ist völlig fehl am Platz und zudem meist gar nicht möglich. Denn wie schon in der Inhaltsbeschreibung erwähnt, stammen die Illustrationen zu den Wesen oft aus so unterschiedlichen Medien, dass es kaum Wiedererkennungswert gäbe. Trotzdem ist das "Malleus Monstrorum" mit seinen über 500 Seiten für einen Preis von knapp 40 Euro sein Geld mehr als wert. Jeder Cthuhlu-Spielleiter, der alle Informationen zu cthuloiden Monstern beisammen haben möchte, sollte sich das Werk unbedingt kaufen.

Es gibt mehr cthuloide Monster als man denkt, aber beinahe alle findet man im "Malleus Monstrorum" - und das ist gut so. Auf über 500 Seiten werden dem Spielleiter Informationen geboten, die seine Spieler nie erfahren sollten und auch solche, die sie erfahren dürfen. Ein Zusatzwerk, das man unbedingt sein Eigen nennen sollte.

Details

  • Autor/-in:
  • Serie:
  • Verlag:
  • Sprache:
    Deutsch
  • Erschienen:
    10/2008
  • Umfang:
    503 Seiten
  • Typ:
    Hardcover
  • ASIN:
    3939794651
  • ISBN 13:
    9783939794653
  • Preis:
    39,95 €

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
    Keine Bewertung
  • Anspruch:
    Keine Bewertung
  • Humor:
    Keine Bewertung
  • Spieltiefe:

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