Wolverine

Season One

von Ben Acker
Rezension von Stefan Cernohuby | 19. Juli 2013

Season One

Einige Comichelden haben eine Geschichte, von der jeder weiß. Zumindest ungefähr. Nehmen wir beispielsweise den Kult-X-Man Wolverine. Jeder weiß, er ist Kanadier. Er war Teil eines Experiments. Wurde irgendwann mal in den Wäldern gefunden - oder so ähnlich. Obwohl dieser Teil seines Lebens immer wieder in anderen Werken vorkommt, genauso wie die Schlagworte "Weapon X" und "Department H", fehlt dem Hintergrund ein konsistenter Ablauf. Bei Marvel versucht man diese gerade zu ergänzen, so auch in "Wolverine - Season one".

Mitten in den Flitterwochen in der kanadischen Wildnis trifft das junge Ehepaar Hudson auf zwei Individuen, die in einen Kampf verstrickt sind. Bei einem handelt es sich um eine mit einem Fluch beladene Kreatur namens Wendigo. Das andere ist ein Mensch, der allerdings stark verwildert zu sein scheint und zudem noch sein Gedächtnis verloren hat. Doch nachdem dieser schwer verletzt wird, als er die beiden vor der Kreatur rettet, nehmen sie ihn mit nach Hause um ihn gesund zu pflegen. Etwas, was sich kurz darauf als unnötig erweist, denn die Wunden schließen sich in kürzester Zeit von alleine. Ein Mysterium welches die beiden näher untersuchen wollen, gehören sie doch zu einer Regierungsinstitution, die eine kanadische Superheldentruppe aufbauen möchte. Doch Wolverines erster Einsatz ist nicht allzu erfolgreich, während er sich persönlich in eine unangenehme Position zwischen die Ehepartner manövriert. Als er sich nicht als zuverlässig genug erweist, zieht man für den nächsten Auftrag jemanden heran, den er eigentlich aus seiner Vergangenheit kennen sollte. Einen Mann namens Victor Creed. Doch Wolverine, der sich langsam an eine Person und einen Killer namens Logan erinnert, der er selbst war, kann diesen nicht einordnen. Es ist nur eines klar. Als es zum wiederholten Mal um ein Zusammentreffen mit Wendigo geht, kann er den Auftrag nicht Creed überlassen - denn dieser ist stets auf ein Blutvergießen aus.

Wie schon eingangs erwähnt ist der tatsächliche Werdegang vieler Charaktere aus der Sparte Superheld eher fragmentarisch. Man kennt das eine oder andere Gerücht, gewürzt mit spärlichen Fakten und einer Menge Halbwahrheiten. Auch oder sogar speziell Wolverine gehört in diese Kategorie. Mit "Wolverine - Season one" versucht man nun, gerade dem Charakter mit der geheimnisvollsten Vergangenheit über einen größeren Bereich derselben einen durchgehenden Geschichtsfaden zu verpassen. Leider ist dies gerade in diesem Fall nicht unbedingt perfekt gelungen. Zu sehr ähnelt die Geschichte einem "hin und her". Dreimal dreht sich die Handlung um Wendigo, man nimmt Anleihen an den Inhalten von Comics aus den 80er Jahren und streut zwischendurch den einen oder anderen kleinen Scherz ein, der zeigt, dass man sich inmitten einer Neufassung befindet. Insgesamt passen die kleinen Details nicht ganz zusammen. Und vielleicht wäre es doch besser gewesen, sich bei Wolverine für diesen Zeitraum auf Andeutungen zu beschränken. Denn in den "Origins" wurden eigentlich alle wirklichen Punkte in der Vergangenheit abgehandelt. Selbst für ausgewiesene Wolverine-Fans ist dieses Werk nur durchschnittlich gelungen.

"Wolverine - Season one", entstanden durch ein ganzes Kreativteam, soll einen weiteren "blinden Fleck" in seiner Lebensgeschichte auslöschen. Allerdings ist nicht jeder Versuch der lückenlosen Aufklärung einer Geschichte immer gelungen. So auch hier. Die Geschichte ist maximal durchschnittlich und auch die Illustrationen sind eher mittelmäßig. Schade.

Details

  • Autor/-in:
  • Serie:
  • Verlag:
  • Sprache:
    Deutsch
  • Erschienen:
    07/2013
  • Umfang:
    112 Seiten
  • Typ:
    Taschenbuch
  • ASIN:
    3862017176
  • ISBN 13:
    9783862017171
  • Preis:
    14,99 €

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Humor:
  • Gewalt:
  • Gefühl:
  • Erotik:
    Keine Bewertung
  • Illustration:

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