Bat-Mite

von Dan Jurgens, Corin Howell (Illustration)
Rezension von Stefan Cernohuby | 25. April 2016

Bat-Mite

Was könnte man an Batman verbessern? Das käme vielleicht auf den jeweiligen Zeichner an, aber kaum jemand, der vor drakonischer Verfolgung durch wütende Fan-Boys sicher sein will, würde ernsthafte Kritik am Konzept Batman selbst üben. Bis auf einen Charakter, der gerne an Batmans Seite streiten würde, obwohl er aus einer anderen Dimension kommt: Bat-Mite. Dieser erhält nun einen eigenen Band, in welchem er seinen Neigungen nachgeben darf.

Gerade als Batman einige Gangster überwältigen will, die nur glauben auf ihn vorbereitet zu sein, taucht ein seltsames Wesen auf, das ein ähnliches Kostüm trägt wie er. Aufgrund der chaotischen Einmischung gibt es mehr Schaden als sonst.
Dann wird klar, warum Bat-Mite das DC-Universum unsicher macht. Irgendjemand hat ihn aus seiner eigenen Dimension verbannt. Deshalb hat er auch kein Zuhause und kommt nach einem kurzen Intermezzo mit Dr. Trauma, Hawkman und Gehirntransfers bei dem fast normalen Pärchen Weed und Reagan unter. Doch dann muss er Robin retten – seiner Meinung nach – und gerät so an den Bösewicht Gridlock, der den Fortschritt aufhalten und die Uhr auf einen früheren Zeitpunkt zurückdrehen will. Mit jenem Schurken hat er es auch zu tun, als er Booster Gold ein „Makeover“ angedeihen und ihn zu „Black Gold“ werden lässt. Dasselbe passiert den Inferior five, die er (gemeinsam mit sich selbst) zu den „Superior Six“ werden lässt. Kein Stein bleibt auf dem anderen...

Ein außerdimensionales Wesen mit fast gottgleichen Kräften, das einerseits ein Faible für Batman hat, andererseits andere Charaktere nach Belieben verändern kann? Kann so etwas funktionieren? Bedingt. Denn keine der Veränderungen, die er in diesem Band vornimmt, ist permanent – abgesehen vielleicht von der Brusthaarrasur von Hawkman. Keine der Geschichten hat sonderlichen Tiefgang, die anderen Helden reagieren unterschiedlich auf den „neuen Helden“ und die einzelnen Episoden könnten eigentlich irgendwann in der Timeline angesiedelt sein, denn keine hinterlässt Spuren. So ist der Band zwar unterhaltsam und leidlich gut illustriert, bleibt jedoch nicht unbedingt lang im Gedächtnis – genauso wie die Batman-Folgen mit Bat-Mite, die irgendwann im Fernsehne aufgetaucht sind. Der Band ist daher eher nur sehr großen Fans und DC-Kennern zu empfehlen.

„Bat-Mite“ ist ein Band über den gleichnamigen Charakter, der gelegentlich das DC-Universum unsicher macht. Mit seiner Vorliebe, andere Persönlichkeiten zu verändern, kann man ihn aufgrund drohender permanenter Auswirkungen auf die Konsistenz der Erzählungen nicht wirklich ernst nehmen. So bleibt der Band trotz guter Illustrationen nur ein Sammlerstück für wahre Fans und Satiriker.

Details

  • Verlag:
  • Erschienen:
    04/2016
  • Umfang:
    132 Seiten
  • Typ:
    Taschenbuch
  • ISBN 13:
    9783957987464
  • Preis:
    16,99 €

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Humor:
  • Gewalt:
  • Illustration:

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