Orks vs. Zwerge

Orks vs. Zwerge

von Stephan Orgel, Tom Orgel
Rezension von Stefan Cernohuby | 01. Januar 2013

Orks vs. Zwerge

So wie in Realität gibt es auch in phantastischen Welten Gruppierungen und Völker, die sich Gegenseitig nicht riechen können. Eine Sonderstellung nimmt dabei die Feindschaft zwischen Orks und Zwergen ein. In nahezu jeder Fantasywelt sind die beiden Rassen Todfeinde. Ein Thema, dem sich das Autorenduo Tom und Stephan Orgel in einer etwas anderen Form angenommen hat. Das Ergebnis ist ein Roman mit dem Titel "Orks vs. Zwerge".

Wie so oft befindet sich das Volk der Orks im Krieg und dabei große Ländereien zu überrennen. Einmal mehr sind es lediglich die Zwerge, die sich ihnen entgegen zu stellen vermögen. Eine Schlacht um eine strategisch lebenswichtige Stadt inklusive Festung entbrennt.
Krendar ist nicht unbedingt der mutigste Ork. Aber inmitten eines Sturmangriffs hat man wenige Möglichkeiten, einem Kampf zu entkommen. Als er nach dem ersten Scharmützel mit einer schweren Kopfwunde wieder erwacht, ist er der letzte Überlebende seines Stamms. Er schließt sich dem alten und schlachterprobten Broca Ragroth an, als sich die Gelegenheit bietet.
Glond ist ein Zwerg ohne Stamm. Als er gemeinsam mit einigen der größten Helden der Zwerge auf eine überlebenswichtige Mission geschickt wird, schlagen ihm Misstrauen und Hass entgegen. Er begibt sich mit einer kleinen Gruppe in ein von Orks kontrolliertes Gebiet und soll dort eine Aufgabe erfüllen, welche für die Zukunft seiner ganzen Rasse entscheidend sein soll.
Zwei Handlungsstränge, die ineinander übergehen. Denn während die Zwerge unbeirrbar ihr Ziel ansteuern, den großen Zwergentempel der Stadt, bekommen die Orks Wind davon. Sie versuchen, das dort sicherlich vorhandene Zwergengold für sich zu beanspruchen. Und die Zwerge versuchen zu überleben. Etwas, was man durchaus einen Interessenskonflikt nennen könnte.

Es benötigt definitiv das richtige Konzept und die richtige Umgebung, um eine Geschichte, die aus zwei Perspektiven erzählt wird, glaubwürdig zu gestalten. Beide wichtigen Bestandteile der Erzählung wurden von Tom und Stephan Orgel richtig erarbeitet und eingebaut. Ergebnis war eine ausgiebige und detailreiche Sichtweise von Erzfeinden auf die gleichen Ereignisse, wobei jedoch die Orks - aufgrund einer Überzahl der wichtigen handelnden Charaktere - zumindest im Rahmen des Romans dominanter erscheinen. Dennoch ist die Zeitperiode, in welcher die Handlung stattfindet, mit Ereignissen und Erlebnissen reich beladen.
Hier kommen wir jedoch schon zu den beiden Punkten, die man am Buch möglicherweise am stärksten kritisieren kann. Der Zeitdauer und der Bedeutung der Erlebnisse im Meta-Kontext. Zum einen beschreibt die ganze Geschichte Ereignisse, die an gerade mal etwas mehr als einem Tag geschehen, zum anderen hält sich die Tragweite der in Gang gebrachten Begebenheiten in Grenzen. Auch auf die Gefahr hin, hier etwas zu spoilern... ja, eine Seite rettet ein wichtiges Artefakt. Ja, die Befehlsstruktur auf der anderen Seite ändert sich, zugunsten von Charakteren. Ein Heldenepos sieht auf jeden Fall anders aus. Der Roman ist spannend, unterhält sehr gut und hat ein angemessenes Preis-Leistungs-Verhältnis. Vor zu hohen Erwartungen sollte also gewarnt werden.

"Orks vs. Zwerge" ist ein Fantasy-Roman mit einem gut umgesetzten ungewöhnlichen Ansatz. Dieser lautet: Erzähle eine Geschichte aus der Sicht zweier verfeindeter Parteien, mit Protagonisten auf beiden Seiten. Leider sind es andere Bestandteile des Werks, die selbiges nicht turmhoch aus der Masse ragen lassen. Zum einen die kurze Zeitspanne, die im Roman abgehandelt wird, zum anderen die große Bedeutung der Ereignisse, auf die man irgendwie vergeblich wartet.

Details

Bewertung

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    Keine Bewertung

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