Atlan

Dämmerung über Höllenwelt

von Hans Kneifel
Rezension von Stefan Cernohuby | 23. März 2010

Dämmerung über Höllenwelt

Wenn jemand relativ unsterblich ist, hat er die Möglichkeit, vielen Dingen Aufmerksamkeit zu widmen, die ein normaler Mensch nur selten wahrnimmt. Zum Beispiel gibt es Sonnenaufgänge und -untergänge. Kaum jemand nimmt sich Zeit, sich mit diesen Naturphänomenen auseinanderzusetzen. Der Arkoniden Atlan kann in "Dämmerung über Höllenwelt" eine einzigartige Ausprägung davon erleben.

Wenig ist über die wahren Hintergründe und die Entstehung der Gesellschaft auf dem Planeten Redeye bekannt. Viele Überlieferungen sind bereits in dem Bereich der Mythen anheimgefallen. So auch die wundersame Heilung der gesamten Planetenbevölkerung durch Boris Parthan, der durch seine neue Existenzform in vielen verschiedenen Robotern immer noch existiert. Der USO-Agent Rulan Karkeron, der auf Höllenwelt verschleppt wird und sich aus seinem Gefängnis befreit, findet allerdings die wahren Hintergründe heraus. Denn Boris Parthan war alles andere als ein Wohltäter. In Wahrheit war er für die Erkrankung der Bevölkerung verantwortlich, die er danach großzügig wieder geheilt hatte, um gleich darauf die absolute Herrschaft anzustreben. In gewisser Hinsicht gehen auch die Angriffe der "metamorphen Söldner" und das seltsame Darakh-Wesen auf sein Konto. Atlan sieht nur eine Möglichkeit. Das Kollektiv der Parthan-Träger muss bezwungen werden, bevor es zu einem ähnlichen Überwesen wird, wie ES. Doch ist der Jahrhunderte alte Kristallprinz dieser Aufgabe gewachsen, kann seine Ex-Geliebte Rhaen ihr Gedächtnis wieder voll zurück erhalten und können zwei Planeten gleichzeitig gerettet werden? Wer die Antworten auf diese Fragen wissen will, dem bleibt nichts anderes übrig, als "Dämmerung über Höllenwelt" zu lesen.

Wieder einmal zeigt sich Hans Kneifel für ein Werk im "Atlan"-Zyklus verantwortlich. Etwas, das bestimmt sehr unterschiedliche Emotionen wachruft, ist der Schreibstil von Kneifel ja - um es vorsichtig auszudrücken - einzigartig. Allerdings liefert der erfahrene Autor mit "Dämmerung über Höllenwelt" solide Arbeit ab. Man begleitet Atlan, seinen Extrasinn und die übrigen Gefährten von einer Gefahr in die nächste, ohne gleich zu merken, wer das Buch verfasst hat. Erst im Schlussdrittel des Romans kann es sich der Autor wieder einmal nicht verkneifen, eigene Wortkreationen, allzu überschwängliche Dialoge und sehr literarische Szeneriebeschreibungen sowie Anspielungen einzubauen. Dem Gegenüber steht allerdings eine ziemlich geradlinige Handlung ohne große Ausschweifungen. Und diese Kombination macht das Buch zum besten Werk von Hans Kneifel, das der Verfasser dieser Rezension bisher gelesen hat - und mittlerweile waren es eine Menge. Daher kann dieser Roman für alle Fans der "Atlan"-Reihe erfreulicherweise als gelungen bezeichnet werden. Der "Höllenwelt"-Zyklus wird mit diesem Buch erfolgreich und gelungen abgeschlossen. Man darf gespannt sein, was sich die Fanpro-Redaktion als nächstes einfallen lassen wird, vor allem wenn, wie gerüchteweise verlautbart wurde, die gesamten "Atlan"-Rechte zu ihnen wechseln. Möglicherweise kann man auch mit der einen oder anderen Neuauflage rechnen.

"Dämmerung über Höllenwelt" ist der dritte und letzte Band der "Höllenwelt"-Trilogie. Obwohl Hans Kneifel seinen einzigartigen Stil mit ins Spiel bringt, ist der Roman gelungen. Alle Liebhaber der "Atlan"-Reihe, des Perryversums allgemein und der "Höllenwelt"-Trilogie im Speziellen können beruhigt zugreifen. Man wird für sein Geld definitiv nicht übervorteilt, auch wenn Fanpro die Preise mittlerweile auf 10 Euro angehoben hat.

Details

  • Autor/-in:
  • Serie:
  • Verlag:
  • Sprache:
    Deutsch
  • Erschienen:
    02/2010
  • Umfang:
    281 Seiten
  • Typ:
    Hardcover
  • ASIN:
    3890641997
  • ISBN 13:
    9783890641997
  • Preis:
    10 €

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Humor:
  • Gewalt:
  • Gefühl:
  • Erotik:
    Keine Bewertung

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