Atlan X

Lotse im Sandmeer

von Hans Kneifel
Rezension von Stefan Cernohuby | 24. Juli 2009

Lotse im Sandmeer

Erzählt man eine Geschichte die sich über Jahrhunderte oder gar Jahrtausende erstreckt, hat man einen gewaltigen Vorteil: Wenn sie erfolgreich ist, kann man immer noch nachträglich "vergessene" Kapitel nachholen. So wird derzeit auch im Fall des "Perry Rhodan"-Ablegers "Atlan" vorgegangen. Denn schließlich saß der beliebte Arkonide lange Zeit auf der Erde fest. Grund genug, um auch in dieser Zeitperiode Abenteuer zu erleben...

Atlan und sein Roboter Rico befinden sich in ihrer Kuppel in der Tiefsee. Doch nach einiger Zeit (und dabei handelt es sich nicht um Tage oder Wochen, sondern vielmehr Jahrzehnte) reizt die Oberwelt den relativ unsterblichen Arkoniden immer wieder dazu, sich hinauszubegeben und am Geschehen auf der Welt teilzunehmen. So kann er zur Zeit des Romans "Lotse im Sandmeer" eine Gelegenheit nicht ungenutzt lassen, die ihm ermöglicht, mit Pharaonen und ihren Söhnen zusammenzutreffen, die Entwicklung der Menschheit positiv zu fördern sowie Abenteuer zu erleben. Denn immer noch verfolgt er den Langzeitplan, irgendwann die Möglichkeit zu erschaffen, zurück zu den Sternen zu finden.
Im Zeitalter des Pharao Amenemhet und seines Sohnes Seostris durchquert Atlan alias Ahiram-Acran, dem mächtigen (Traum)Fürsten, die Wüste, beschützt Menschen, tötet Räuber und hilft einem todkranken Herrscher, endlich Ruhe zu finden und Frieden mit sich und seinem Sohn zu machen. Dies alles und noch mehr schafft Atlan ohne allzu gefährliche Anachronismen zu erschaffen oder dabei selbst mehr als einige unbedeutende Kratzer abzubekommen.

Laut Han(n)s Kneifels - diesmal wieder nur mit einem n geschrieben - Kurzprofil beschäftigt sich der Autor in den letzten Jahren verstärkt mit historischen Romanen. Daher ist es ihm sicher sehr gelegen gekommen, einen Science-Fiction-Roman mit historischer Phantastik zu kreuzen. Sein dritter Atlan-Roman bei Fanpro ist nun gleichzeitig sein fünfter Roman bei diesem Verlag. Leider muss man sagen, dass sich auch hier wieder einige der üblichen "Kneifel-Probleme" einschleichen. Die Motivation, die hinter der gesamten Geschichte steckt bleibt fragwürdig, blass und irgendwie wenig einleuchtend. Auch Atlan und sein Logiksensor können nicht wirklich Farbe in die Geschichte bringen. Zudem stolpert man oft über Begriffe, die Atlan verwendet und deren Verwendung im Jahr 2000 vor Christus nicht wirklich nachvollziehbar erscheint - zudem der Arkonide ja schließlich auch kein Mensch ist. Selbst die gelegentliche Verwendung von Abkürzungen bei direkten Reden wirkt mitunter ziemlich unpassend. Somit kann man nur sagen, dass es möglicherweise kein Vorteil für den Verlag war, dass der erste Band einer neuen Trilogie aus der Feder von Hans Kneifel stammt. Denn auch wenn treue Leser bereit sind, viel zu verzeihen, wenn die Folgebände einer Reihe gelungener sind als der erste, hat "Lotse im Sandmeer" es nicht wirklich geschafft, viele Sympathien für sich zu gewinnen. Zum Glück gibt es zahlreiche Atlan-Fans, die sicher trotzdem zum zweiten Teil der Reihe greifen werden, auch wenn ihnen der erste nicht so sehr gefallen sollte. Schade, hier wurde einiges an Potenzial verschenkt.

"Lotse im Sandmeer" von Hans Kneifel stellt den Pilotband einer neuen "Atlan"-Unterreihe dar, die sich mit der Vergangenheit des Protagonisten auf dem Planeten Erde beschäftigt. Leider ist es dem Autor trotz der Einbringung historischer Fakten nicht gelungen, einen durchgehend spannenden und überzeugenden Roman zu schreiben. Vermutlich werden daher nur wahre Fans des "Perryversums" auch zum zweiten Buch dieser Serie greifen.

Details

  • Autor/-in:
  • Serie:
  • Band:
    1
  • Verlag:
  • Sprache:
    Deutsch
  • Erschienen:
    06/2009
  • Umfang:
    315 Seiten
  • Typ:
    Taschenbuch
  • ASIN:
    3890641881
  • ISBN 13:
    9783890641881
  • Preis:
    9 €

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Humor:
  • Gewalt:
  • Gefühl:
  • Erotik:
    Keine Bewertung

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