Atlan

Sprung ins Jenseits

von Achim Mehnert
Rezension von Stefan Cernohuby | 01. Oktober 2009

Sprung ins Jenseits

So lang jemand auch lebt, schätzt er sein Leben meist erst dann richtig, wenn es bedroht wird. Dies beschränkt sich nicht nur auf Normalsterbliche, sondern trifft auch auf so genannte "Unsterbliche" zu. Im Perryversum gibt es davon dank der geheimnisvollen lebensverlängernden Zellaktivatoren etliche. Einer der bekanntesten Träger eines solchen Gerätes ist Atlan, Chef der USO. Dieser nähert sich nach Jahrtausendelanger Existenz langsam aber unaufhaltsam dem Tod. Bezeichnend, dass der zugehörige Band "Sprung ins Jenseits" heißt.

Durch die Vitalenergiekopplung zwischen dem USO-Kommandanten und dem Sonderagenten Santjun sind beide über kurz oder lang dem Untergang geweiht. Jedes Mal wenn Atlan seinen Zellaktivator anlegt, stirbt Santjun beinahe. Doch legt der Arkonide das Gerät nicht an, stirbt er. Das zusätzliche Problem lautet, dass wenn einer von ihnen stirbt, auch der andere sein Leben lassen muss. Die einzige Chance zu überleben lautet, das gesamte Monolithen-Netzwerk, das überall in der Galaxis verstreut ist, außer Betrieb zu nehmen. Keine einfache Aufgabe, vor allem da niemand weiß, wo man ansetzen muss. Santjun wird derweil durch das Metall, das er am Körper trägt, immer weiter verändert und entwickelt sich selbst zum Silberherrn. Deren Anführer Malcher bricht derweil sukzessive alle Brücken hinter sich ab. Schließlich hat er ein persönliches Ziel, in das er selbst seine Organisation nicht miteinbezogen hat. Allerdings ist es dabei unpraktisch, dass er seine ehemalige Geliebte hinter sich zurücklässt, die alles andere als erfreut darüber ist, einzig und allein als Bauer verwendet und geopfert worden zu sein. So erhalten Atlan und Santjun, diesmal tatkräftig von Gucky, Perry Rhodan und Reginald "Bully" Bull unterstützt, wider Erwarten doch noch eine Chance, das Blatt zu ihren Gunsten zu wenden...

Achim Mehnert hat sich des sechsten Bandes des Monolith-Zyklus, der bei Fanpro erscheinenden Reihe "Atlan", angenommen. Eine gute Entscheidung. Interessant ist allerdings, dass er eine geradezu galaktische Krise auf persönliches Niveau zu transponieren vermag. Hier muss aber natürlich fairerweise angemerkt werden, dass für Fans und Leser der Reihe der Tod von Atlan vermutlich weit schlimmer aufgefasst werden würde, als der Untergang ein paar läppischer Sternensysteme oder auch des Solaren Imperiums. Insofern stellt sich die Frage eigentlich nicht, ob sich diese Katastrophe tatsächlich ereignet, sondern vielmehr wie sie genau verhindert wird. Der Bösewicht Malcher wandelt sich in diesem Band endgültig vom subtilen Ränkeschmied zu einem sich selbst maßlos überschätzenden Verrückten. Allerdings mangelt es dem Werk weder an Action, noch an Spannung. Im Gegenteil. Achim Mehnert ist in der Lage, die Geschichte wieder auf das übliche Niveau anzuheben und ihm gelingt es dabei auch noch einige Erinnerungen an frühere Charaktere (Lamy Danger) und literarische Anspielungen einzubringen ("Träumen Roboter eigentlich von elektrischen Schafen?"). Insofern ist dieses Werk gut gelungen und wird nicht nur Stammlesern der Reihe sondern auch Gelegenheitslesern von Perry Rhodan und Konsorten gefallen.

In "Sprung ins Jenseits" findet der interessierte Leser nicht nur Action, Spannung und den Titelgebenden Sprung, sondern auch eine der besseren Erzählungen des Monolith-Zyklus. Das Buch ist für alle Leser der Reihe ein Pflichtkauf und auch den Fans des "Perryversums" zu empfehlen, die aus bloßem Interesse in die Miniserie hinein schnuppern wollen. Zusätzlich ist auch das Preis-Leistungs-Verhältnis völlig in Ordnung.

Details

  • Autor/-in:
  • Serie:
  • Verlag:
  • Sprache:
    Deutsch
  • Erschienen:
    08/2009
  • Umfang:
    344 Seiten
  • Typ:
    Taschenbuch
  • ASIN:
    3890641873
  • ISBN 13:
    9783890641874
  • Preis:
    9 €

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Humor:
  • Gewalt:
  • Gefühl:
  • Erotik:

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