Little Amadeus

Little Amadeus Maestro

von Rudi Hoffmann
Rezension von Janett Cernohuby | 26. Januar 2009

Little Amadeus Maestro

Um Kindern kulturelles Wissen, wie beispielsweise solches über klassische Musik, auf spielerische Weise näher zu bringen, haben sich Autoren die verschiedensten Sachen einfallen lassen. So entstehen beispielsweise Zeichentrickfilme über berühmte Persönlichkeiten, wie die seit 2006 ausgestrahlte Zeichentrickserie "Little Amadeus". Diese soll nicht nur Unterhaltung bieten, sondern gleichzeitig den Kindern die Tür zur Welt der klassischen Musik öffnen. Zwar hält sich der Inhalt der Folgen nicht immer an historische Wahrheiten, doch die Fakten über den bedeutenden Komponisten entsprechen den Tatsachen. Bei einer solchen Serie ist es schon fast selbstverständlich, dass es dazu auch allerlei Artikel für die jungen Fans zu kaufen gibt. So veröffentlichte Amigo im September 2007 das Brettspiel "Little Amadeus Maestro".

Die Spieler schlüpfen in die Rollen von Amadeus, seiner Schwester Nannerl, dem jungen Beethoven und Joseph Haydn. Zusammen müssen sie für die Kaiserin Musik von Mozart aufführen. Zehn Stücke stehen fest, doch braucht man zum Spielen ein Orchester. Dieses müssen nun die Spieler aufstellen.

Auf dem Spielplan sind die benötigten Musiker für jedes Stück aufgezeigt. Nun werden diese in zwei Phasen in Form von kleinen Karten auf den jeweiligen Kompositionen abgelegt. Dafür stehen mehrere verdeckte Stapel zur Verfügung, von denen Musikerkarten gezogen werden können. Da diese Kärtchen aber immer nur vor dem Ziehen abgelegt werden dürfen, müssen sie bis zur nächsten Spielrunde in die Agentur gelegt werden. Diese hat eine Besonderheit, dürfen sich die Spieler bei ihren Mitstreitern aus der oberen Agenturreihe jederzeit das benötigte Instrument nehmen.
Neben Musikern können sind auch Zuschauerkärtchen in den Stapeln verborgen. Diese werden sofort nach dem Ziehen auf entsprechende Vordrucke am unteren Spielfeldrand gelegt. Sobald die letzte Zuschauerkarte abgelegt wurde, endet die Partie.
Die Wertung erfolgt teilweise schon während des Spiels und wird in der Punkteskala auf dem Spielbrett angezeigt. Pro abgelegtem Musiker erhält der Spieler einen Punkt. Vollendet er ein Stück, gibt es zusätzlich fünf Punkte. Eröffnet und vollendet er eine Partitur in einem Zug, zählt jeder gelegte Musiker doppelt. Nach dem Spielende erhält jeder Spieler pro nicht abgelegtem Musikerkärtchen zwei Minuspunkte. Gewinner ist, wer die meisten Punkte gesammelt hat.

In der Punkteskala wird man schnell das einzige Manko in dem ansonsten gut durchdachten Spiel feststellen. Denn durch geschicktes Ausspielen der Kärtchen schafft es ein Spieler schnell, über die 50 vorgegebenen Punkte(felder) zu kommen. Hier kann man sich jedoch mit ein bisschen Fantasie aushelfen. Entweder man nimmt ein Blatt Papier zur Hand und notiert sich alle darüber liegenden Werte oder man fängt wieder bei Eins an, legt aber dieses mal seine Spielfigur zur Kennzeichnung um.
Ansonsten ist "Little Amadeus Maestro" ein lustiges und unterhaltsames Brettspiel, das mit zwei bis vier Personen gespielt werden kann. Zwar ist es für Kinder gedacht, Erwachsene werden aber auch schnell ihre Begeisterung für dieses einfache, aber trotzdem raffinierte Legespiel entdecken. Doch es ist nicht nur ein Unterhaltungsmedium für graue Herbstnachmittage. Neben dem Spaß werden Kinder hier auch mit klassischer Musik in Berührung gebracht. Denn zusätzlich beinhaltet "Little Amadeus Maestro" eine Musik-CD, auf der die zehn im Spiel enthaltenen Musikstücke als Hörbeispiel wieder zu finden sind. Um den Jüngsten das Heraushören bestimmter Instrumente zu erleichtern, enthält die Spielanleitung einige Hinweise, an welcher Stelle welches Instrument zu hören ist.
Doch die Stücke sind nicht nur als Hörbeispiele vorhanden, sie werden an späterer Stelle der CD in voller Länge gespielt. Zusätzlich finden sich noch vier weitere klassische Kompositionen von Mozart wieder.

Diese Kombination aus einfachem Legespiel und beigefügtem Hörbeispiel animiert Kinder, mehr über Musik, Instrumente und ihr Zusammenspiel zu erfahren. Das Brettspiel enthält durchaus pädagogischen Hintergrund, kann man - als kleine Erweiterung - doch jedes fertig gestellte Musikstück kurz anspielen und Kinder erraten lassen, an welcher Stelle welches Instrument zu hören ist. So werden die Jüngsten auf spielerische Weise an kulturelles Gut herangeführt.

Details

  • Autor/-in:
  • Verlag:
  • Sprache:
    Deutsch
  • Erschienen:
    09/2007
  • Umfang:
    diverse Spielmaterialien
  • Typ:
    Spiel
  • Altersempfehlung:
    7 Jahre
  • ASIN:
    B000VPJIGQ
  • EAN:
    4007396073805
  • Spieldauer:
    45 Minuten

Bewertung

  • Gesamt:
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