Café International

von Rudi Hoffmann
Rezension von Janett Cernohuby | 18. Mai 2009

Café International

Der Dialog zwischen Nationalitäten und Kulturen hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Man ist neugierig und interessiert, mehr über die anderen Länder und ihre Sitten kennen zu lernen. Und wie kann man das besser tun, als bei einer Tasse Kaffee oder einem Glas Wein? Das "Café International" ist ein solcher Ort und gleichzeitig auch das in der Jubiläumsausgabe neu aufgelegte Spiel aus dem Hause Kosmos.

Die Spielidee ist in wenigen Worten erzählt. Im Café International treffen sich verschiedene Gäste unterschiedlicher Nationalitäten. Bei einem guten Glas Wein oder einer gemütlichen Tasse Kaffee unterhalten sie sich über die verschiedensten Dinge.
Die Spieler müssen durch das geschickte Anlegen der Gästekarten an einem der Tische oder an der Bar das Café bevölkern. Die platzierten Gäste bringen dabei Plus- oder Minuspunkte.
Die Vorbereitungen sind rasch getätigt. Nachdem der Spielplan in die Mitte des Tisches gelegt wurde, werden die Gästekärtchen im dem dafür mitgelieferten Säckchen gemischt. Nun zieht jeder Spieler fünf Kärtchen hinaus und legt sie verdeckt vor sich ab.
Gespielt wird im Uhrzeigersinn. Der Spieler, der an der Reihe ist, muss entweder ein oder zwei Gästekarten an einem Tisch ablegen, einen Gast an die Bar setzen oder ein Jokerkärtchen austauschen. Beim Platzieren der Gäste an den Tischen müssen jedoch einige Regeln beachtet werden. So dürfen die Gäste nur an jene Tische gesetzt werden, welche die entsprechende Landesflagge zeigt. Einige Stühle grenzen an Tische einer anderen Nationalität an. Auf diesen Stühlen darf nun eine Person beider Nationalitäten gesetzt werden.
Neben der Nationalität ist aber auch die Sitzordnung streng vorgeschrieben. So dürfen niemals Frauen oder Männer alleine an einem Tisch sitzen. Daher dürfen zeitweise an einem Tisch nur eine Dame und ein Herr, eine Dame und zwei Herren, zwei Damen und ein Herr oder zwei Damen und zwei Herren sitzen. Auch dürfen die Personen niemals alleine sitzen, sondern müssen immer nebeneinander platziert werden. Eine Ausnahme gilt, wenn eine Gästekarte an einen Tisch gelegt wird, wenn diese gleichzeitig auch zu mindestens einem Nebentisch gehört.
Hat man keine Möglichkeit einen Gast an den Tischen zu platzieren, muss man diesen an der Bar ablegen. Dies sollte man aber wenn möglich vermeiden, da dies dem Spieler unter Umständen Minuspunkte bringt.
Wurden nun die Karten entsprechend der Regeln platziert, geht es jetzt an die Punktewertung, und diese hat es in sich. Grundsätzlich gilt, je mehr Gäste an einem Tisch sitzen, desto mehr Punkte erhält man. Die Punktevergabe kann man in zwei Kategorien unterteilen. Bei Gästen unterschiedlicher Nationalität erhält man pro passendem Gast zwei Punkte. Wird ein passender Gast zu einem Paar gelegt, erhält man drei Punkte; sind es derer vier, werden auch vier Punkte vergeben.
Bei Gästen der gleichen Nationalität wird wie folgt gewertet. Ein passend dazugelegter Gast bringt vier Punkte, ein Gast zu einem Paar bringt sechs Punkte und der vierte Gast bringt acht Punkte.
Als wenn dies noch nicht verwirrend genug wäre, werden die Punkte für jedes abgelegte Kärtchen einzeln gezählt. Hier kann es mitunter zu unterschiedlichen Wertungen kommen, wenn man zwei verschiedene Nationalitäten ablegt.
Hat ein Spieler seine Gästekärtchen in einer Runde abgelegt, muss er anschließend neue ziehen. Dies richtet sich stets nach der jeweils abgelegten Menge; also ein oder zwei Gästekärtchen. Eine Ausnahme gilt jedoch, wenn man den vierten Gast der an einen Tisch nur einer Nationalität legt. Für dieses Plättchen muss man nämlich keine weitere Karte aufnehmen.
Das Spiel endet, sobald ein Spieler alle Karten abgelegt hat oder keine weiteren mehr auf den Spielplan platziert werden können. Am Spielende folgt eine abschließende Wertung, bei der die noch auf der Hand befindenden Karten gezählt werden. Diese bringen, entsprechend der Wertung, Minuspunkte.

Was sich auf den ersten Blick schwer anhört, entpuppt sich während des Spiels als Leichtigkeit. Zumindest was das Platzieren der Gästekärtchen betrifft. Rasch hat man erfasst, nach welchen Regeln man die Karten anlegen kann und wo sie am meisten Punkte bringt. Lediglich die Punktewertung entpuppt sich als eine ziemlich knifflige Angelegenheit. Hier wird man in den ersten Partien immer wieder zur Spielbeschreibung greifen müssen, um die Regeln dafür noch einmal nachzulesen. Dass dies zu Streitereinen und somit Ärger führt, ist dabei beinahe vorprogrammiert. Da ist es hilfreich, wenn man einen kühlen und vor allem fairen Kopf dabei hat, der sich nicht nur die Regeln rasch einprägt, sondern auf den sich die anderen Spieler auch verlassen können.
Als zweites Manko entpuppte sich die Bereitstellung der Spielchips, anhand derer der Punktestand angezeigt wurde. Hier fehlte während des Testspielens rasch die eine oder andere Sorte Chips. Eigentlich sollten diese ja durch das Platzieren an der Bar wieder in die Kasse zurückkommen, aber scheinbar waren unsere Spieler zu geschickte Taktiker, da dieser Fall fast nicht vorkam.
Doch hat man sowohl die komplizierte Punktewertung verinnerlicht, als auch das Problem der fehlenden Chips gelöst, bietet "Café International" jede Menge Spielspaß für die ganze Familie. Aufgrund seiner verhältnismäßig leichten Regeln können selbst jüngere Kinder mühelos mitspielen. Dies macht "Café International" zu einem Familienspiel, wie man es sich wünscht.
Bereits im Jahr 1998 wurde "Café International" das erste Mal dem Spielmarkt vorgestellt. Dabei erhielt es sogar den Spielepreis "Spiel des Jahres". Anlässlich seines zwanzigsten Jubiläums legte Kosmos das Familienspiel nun in einer ansprechenden Designerbox auf, die Sammlern sicherlich gefallen wird.

Zusammengefasst ist "Café International" ein unterhaltsames Familienspiel, bei dem schon jüngere Kinder mühelos mitspielen können. Durch geschicktes und überlegtes Anlegen der Kärtchen kann man sich viele Punkte sichern und zu raschen Sieg erlangen. Lediglich die komplizierten Regeln der Punktebewertung trüben den Spielspaß anfangs. Doch hat man diese Hürde genommen, steht geselligen Familienrunden nichts mehr im Weg.

Details

  • Autor/-in:
  • Verlag:
  • Sprache:
    Deutsch
  • Erschienen:
    03/2009
  • Umfang:
    diverse Spielmaterialien
  • Typ:
    Spiel
  • Altersempfehlung:
    10 Jahre
  • ASIN:
    B00006YYXN
  • EAN:
    4007396093209
  • ISBN 13:
    4007396026207
  • Spieldauer:
    45-60 Minuten

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Humor:
  • Spieltiefe:

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