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Schreiben ist nichts für Feiglinge - Buchmarkt für Anfänger

von Hans Peter Roentgen
Rezension von Stefan Cernohuby | 21. März 2013

Schreiben ist nichts für Feiglinge - Buchmarkt für Anfänger

Schreiben ist viel mehr Berufung als Beruf. Oder? Heutzutage stimmt das nicht mehr ganz, denn das Verlegen und Veröffentlichen von Büchern ist unter anderem natürlich ein Geschäft. So kann es sehr leicht vorkommen, dass Neulinge einerseits mit falschen Erwartungen an den Buchmarkt herantreten, während es ihnen andererseits an Informationen mangelt. Das führt sehr leicht zu Frustration, was bestimmt schon den einen oder anderen Autor dazu gebracht hat, sein Schreibzeug in die Ecke zu schmeißen. Hans Peter Roentgen widmet daher seinen dritten Schreibratgeber dem gleichnamigen Thema "Schreiben ist nichts für Feiglinge - Buchmarkt für Anfänger".

Würde man sich Schritt für Schritt an das Schreiben herantasten, stünde für den klassischen Autor die Vollendung des eigenen Werks als letzter und wichtigster Meilenstein. Doch heute ist das nicht mehr genug, denn in unserer Zeit zählt nur derjenige als "echter" Autor, der auch veröffentlicht wurde, idealerweise in einem möglichst großen Verlag. Auch wenn diese Einschätzung eher fragwürdig ist, denn es wird zwar vorbehaltlos akzeptiert, wenn jemand Fußballer ist und nicht bei Bayern München spielt, ein Autor, der bisher noch kein eigenes Buch vorweisen kann, wird als talentlos abgestempelt.
Doch neben der Relativierung dieser Aussagen versucht das erste Kapitel einen Überblick über die Frage zu schaffen, wie man als Autor an einen Verlag kommt. Anhand von einigen Beispielen bekannter Autoren lässt sich eines mit Sicherheit sagen: Es gibt nicht nur einen Weg.
Die Frage, wie Verlage an Manuskripte kommen, wird im zweiten Kapitel behandelt. Dadurch beantwortet sich auch die Frage, was man Verlage schicken soll. Und da ist noch das Thema Literaturagenten...
Die tatsächliche Arbeitsweise von Verlagen ist dann Thema des dritten Kapitels. Man erfährt von Konferenzen, Themenplanungen, Lektorat und Vertretern. Aber auch der Umgang mit E-Books und den Verlagsschritten nach der Veröffentlichung eines Buchs werden behandelt.
Viele Autoren haben auch ärgste Zweifel und sind niedergeschmettert, nachdem das erste veröffentlichte Buch nicht den eigenen Erwartungen entspricht, wenn es um Verkäufe und Öffentlichkeitspräsenz geht. Hans Peter Roentgen schreibt dabei auch über verschiedene Medien, die heutzutage Bücher kritisieren, er geht auch darauf ein, was diese für Einfluss auf Bekanntheit und Verkauf haben. Auch wo sich Bücher wie verkaufen ist Thema eines Kapitels.
Um den Buchmarkt entstehen viele Gerüchte und Legenden. Denn wie jeder weiß, kaufen die Verlage nur amerikanischen Mist und Bestseller sind ohnehin allesamt nur Schund. Oder?
Diese und andere Themen werden in einem eigenen Kapitel besprochen.
Den Abschluss machen Interviews mit Verlegern, Lektoren, Betreibern von Literaturforen und Literaturagentinnen, die über ihre Aktivitäten, Aufgabenbereiche und selbst auferlegte Mission sprechen.
Eine Übersicht der Fachbegriffe schließt den Band ab.

Gibt es viel über Schreiben, Veröffentlichen und Buchmarkt zu sagen? Ja, definitiv. Und genauso viele Gerüchte und Unwahrheiten es gibt, umso mehr Meinungen und Standpunkte gibt es auch zu jenen Dinge, die andere als "Tatsachen" bezeichnen. Hans Peter Roentgen geht wie auch schon aus seinen vorherigen Büchern bekannt, betont offen und liberal an diese Punkte heran. Selten legt er sich auf eine einzelne "richtige" Sichtweise fest, sondern stellt gegenteilige Meinungen und Erfahrungen vor. Seine Beispiele geben ihm dabei Recht. Er führt etliche Autoren an, die es auf äußerst unterschiedlichem Weg zu Bekanntheit gebracht haben. Doch einige Schritte auf dem Buchmarkt sollte man vorsichtig gehen und manche davon auch unterlassen. Beispiele dafür findet man in den entsprechenden Kapiteln.
Generell kann man sagen, dass der Autor dem Leser - so er facheinschlägig interessiert ist - viele Punkte zum Nachdenken bietet. Sicherlich legt er einige Fakten dar, die vielen Lesern schon bekannt sind, andererseits bietet er im Gegenzug einige Einblicke ins Verlagswesen, die bestimme Aspekte ziemlich entmystifizieren. Zwar muss man erwähnen, dass die meiste Information bereits in den ersten Kapiteln behandelt wird und die Interviews hauptsächlich die zuvor getätigten Aussagen bestätigen. Jedoch ist es interessant auch die Sichtweisen von unterschiedlichen Fraktionen in der Literaturszene kennen zu lernen.

"Schreiben ist nichts für Feiglinge - Buchmarkt für Anfänger" ist der mittlerweile dritte Ratgeber von Hans Peter Roentgen, der im Sieben Verlag erschienen ist und das Thema Schreiben behandelt. Nachdem die ersten beiden bereits das Schreibhandwerk an sich thematisiert haben, dreht sich das aktuelle Werk hauptsächlich um den Umgang mit Verlagen, den Buchmarkt als solchen und Erfahrungen von bereits etablierten Größen. Auch wenn das Buch mit Sicherheit kein Leitfanden ist, der sagt: "So verkaufe ich mein Buch und werde Bestsellerautor", bietet er doch zahlreiche gute Ratschläge und vermittelt Informationen, die so mancher junge oder nicht ganz so erfahrene Autor sehr gut brauchen kann. Das ist den Preis von 14,90 Euro dann mit Sicherheit wert.

Details

  • Band:
    2147483647
  • Verlag:
  • Sprache:
    Deutsch
  • Erschienen:
    02/2013
  • Umfang:
    208 Seiten
  • Typ:
    Taschenbuch
  • ASIN:
    3864431190
  • ISBN 13:
    9783864431197
  • Preis:
    14,9 €

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