Hölle auf Erden

von Steve Mosby, Charles Rettinghaus (Sprecher/-in)
Rezension von Janett Cernohuby | 04. Juli 2017

Hölle auf Erden

Die Hölle ist ein mythologischer Ort, der von jeder Religion anders beschrieben wird. Gleich ist ihm stets nur, dass man hier furchtbare Qualen erleidet. Für viele Menschen findet diese Hölle aber oftmals schon auf Erden statt. Auch sie durchleben Qualen - seelische wie körperliche. Steve Mosbys gleichnamiger Thriller erzählt von einer solchen Hölle auf Erden.

Es gibt mehr als eine Hölle…

Nach fast drei Jahren der Ungewissheit wird Polizist und Vater David Groves zu einer Grube im Wald gerufen. Hier wurde sein verschwundener dreijähriger Sohn tot aufgefunden. Seither erhält er jedes Jahr zum Geburtstag seines Sohnes eine Karte. In diesem Jahr ist sie anders, denn in diesem Jahr enthält sie die Worte "Ich weiß, wer es getan hat".
Parallel dazu wird eine Frau ins Krankenhaus gebracht, die desorientiert auf der Straße herumlief. Ihr Gesicht ist von Narben entstellt. Auf die Frage nach ihren Personalien, antwortet sie, dass sie Charlotte Matheson ist. Doch die starb vor zwei Jahren bei einem Autounfall. Detective Mark Nelson wird damit betraut, diesen Fall aufzuklären und die Identitäten der damals Verunglückten und der jetzt im Krankenhaus liegenden Frau zu klären.
Zwei Fälle, zwei Ermittler, eine Gemeinsamkeit: Um die Fälle aufzuklären, müssen sich beide Detectives nicht nur ihren tiefsten Ängsten stellen, sondern auch durch eine Hölle auf Erden gehen.

Eine raffiniert gewobene Handlung

Es ist fast zehn Jahre her, seit Steve Mosby seine Leser mit dem "50/50 Killer" in den Bann zog. Nun bringt er mit "Hölle auf Erden" in gewisser Weise eine Fortsetzung heraus. Auf diese hat man zwar nicht direkt gewartet, trotzdem darf man sich freuen. Denn Mosby legt hier wieder einen brillanten Thriller vor, der die Leser vom ersten Moment an in seinen Bann zieht. Zeitlich spielen die Ereignisse dieses Buchs aber keine zehn Jahre später, sondern lediglich eineinhalb. John Mercer ist mittlerweile in den Ruhestand geschickt worden, sein Team ist in ein modernes Gebäude umgezogen. Dennoch holt ihn jener furchtbare Fall wieder ein und zwingt ihn, erneut bei einer Reihe grausamer Gewaltverbrechen zu ermitteln. Doch zunächst lernt der Hörer zwei voneinander unabhängig agierende Polizisten kennen. In zwei Handlungssträngen erfahren wir einerseits vom tragischen Schicksal David Groves, dessen Sohn einem Gewaltverbrechen zum Opfer fiel, und von Mark Nelson, der den Fall um Charlotte Matheson klären soll. Beide Stränge scheinen zunächst nichts miteinander zu tun zu haben. Doch das ändert sich im weiteren Verlauf der Handlung.
Steve Mosby gelingt es einmal mehr, seine Geschichte kraftvoll, gefühlvoll und spannend zu erzählen. Raffiniert baut er die Erzählung auf, lässt den Hörer zunächst mit den Ereignissen, Personen und Handlungsorten vertraut werden. Dann nehmen seine Fälle Gestalt an, kleine Puzzleteilchen fügen sich ineinander und werden zu einem klaren Bild. Einem Bild, das einen allerdings am Ende überrascht und mit dem man so ganz sicher nicht gerechnet hätte.
Gelesen wird das Hörbuch von Charles Rettingahaus. Er lieh seine Stimme unter anderem Geordi la Forge aus Raumschiff Enterprise - TNG, Robert Downey Jr. und Jamie Foxx. Gekonnt setzt er seine Stimme ein, um der Handlung Spannung und Atmosphäre zu verleihen. Dadurch wirkt die Hölle, durch welche die Beteiligten gehen müssen, noch bedrohlicher, noch furchtbarer und grausamer. Er fesselt den Hörer und lässt ihn an so mancher Stelle eine Gänsehaut bekommen.

"Hölle auf Erden" ist ein neuer Thriller von Steve Mosby, der mit einer packenden, fesselnden und sehr atmosphärischen Handlung aufwartet. Es ist in gewisser Weise eine Fortsetzung des "50/50 Killers", trifft man hier auf alte Bekannte wieder. Aber man muss das Buch nicht gelesen haben, um in diesem Thriller einzutauchen und sich von seiner Stimmung fesseln zu lassen.

Details

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Gewalt:

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