Kunststück

von Sonja Klein
Rezension von Stefan Cernohuby | 13. April 2009

Kunststück

Die Kunst ist bekanntlich nicht jedermann gleichermaßen zugänglich. Besonders Gemälde und verschiedene Stile scheiden die Geister. Dennoch ist beinahe jedem bewusst, dass Kunstwerke großer Künstler - ob man sie nun als Kleckser oder Genies betrachtet - eine ansehnliche Summe Geld wert sind. Und daraus könnte man trotz Abneigung gegen die Malerei Kapital schlagen. Diesem Thema widmet sich das Spiel "Kunststück" aus dem Gmeiner-Verlag auf amüsante Weise.

Eine gewaltige Verbrechenswelle überrollt die wichtigsten deutschen Museen. Gemälde aus allen Epochen und von so gut wie allen Künstlern werden entwendet. Offenbar sind vermögende Auftraggeber mit genügend Kapital an die Diebe herangetreten und bietet ihnen für verschiedene Zusammenstellung von Gemälden Bestpreise.
So ist die Ausgangssituation: Jeder erhält einen Auftrag und ein Gemälde auf die Hand und kann von Auftragsstapel oder Gemäldestapel Karten nachziehen. Da man allerdings nur drei Karten auf der Hand haben darf, gibt es private und öffentliche Verstecke, in denen man Gemälde verstecken kann und einen offenen Auftragsstapel, von dem sich jeder bedienen kann. Da es aber keine Ehre unter Dieben gibt, kann man einander problemlos die Polizei auf den Hals hetzen. Dies passiert mit einer so genannten "Razzia"-Karte. Die Kunstschätze, die nicht rechtzeitig woanders Platz finden, werden von der Polizei konfisziert und wandern in die Asservatenkammer. Man muss versuchen, die verschiedenen Aufträge zu erfüllen und entweder Bilder aus einer Kunstepoche oder aber aus einem bestimmten Museum an den Mann zu bringen. Zusätzlich kompliziert macht das die Tatsache, dass die wertvollsten Gemälde am schwierigsten verkäuflich sind. So kann ein Set nur ab einer Mindest-"Verkäuflichkeit" von 7 Punkten eingelöst werden. Ein da Vinci hat zum Beispiel eine Verkäuflichkeit von einem Punkt. Sukzessive werden nun Gemälde gestohlen und verkauft, bis eine Großrazzia, die in den Kartenstapel gemischt wird, die letzte Runde anzeigt. Diese wird noch fertig gespielt. Danach wird ausgewertet, wer insgesamt die wertvollsten Gemälde verkaufen konnte.

Das Spiel ist grundsätzlich für zwei bis fünf Spieler angedacht. Versucht man die Variante für zwei, wird schnell klar - das ist keine gute Alternative. Schon einmal aus Prinzip hetzt man sich gegenseitig die Polizei so oft wie nur irgendwie möglich auf den Hals, kassiert laufend die Kunstwerke des Mitspielers aus den gemeinsamen Verstecken ein, weil dieser gerade nicht den richtigen Auftrag zur Hand hat und ärgert sich so auch gegenseitig. Zudem dauert es zu lange, bis man (endlich) auf die Großrazzia stößt. In dieser Spielvariante ist der Spaßfaktor leider ziemlich gedämpft. Spielt man allerdings zu viert oder zu fünft, geht es schon ganz anders zur Sache. Jeder verfolgt seinen eigenen Masterplan und versucht dabei so wenig wie möglich aufzufallen. Die Gemeinheiten verteilen sich nun auf mehrere Spieler und keiner ist zu sehr benachteiligt. Oft wird erst mit der Auswertung am Schluss klar, wer wirklich gewonnen hat. Denn viele Karten eingetauscht zu haben, bedeutet nicht automatisch, dass man auch gewonnen hat. Ist es dem Gegner gelungen Dürer, van Gogh und da Vinci einzutauschen, sieht es mit den eigenen Chancen eher bescheiden aus.
"Kunststück", das Krimi-Kartenspiel für clevere Kunstdiebe ist für vier und fünf Spieler definitiv empfehlenswert. Man hat einerseits die Möglichkeit ein spannendes Spiel zu gewinnen, andererseits kann man längst vergessene Erinnerungen wieder auffrischen, zum Beispiel in welche Kunstepoche Carl Spitzwegs Gemälde zuzuordnen sind. Allerdings schmälert die etwas weniger gut gelungene Zweispieler-Variante das Spielvergnügen ein wenig. Hier hätte man sich eventuell Zusatzregeln überlegen können, um bestimmte immer wiederkehrenden Spielmuster zu unterbinden - beispielsweise zwei persönliche Verstecke pro Spieler. Auch ein paar zusätzliche Informationen zu den im Spiel verwendeten Gemälden wäre kein Fehler gewesen.

"Kunststück", das neue Krimi-Kartenspiel für clevere Kunstdiebe, ist im Gmeiner-Verlag erschienen. Das von Sonja Klein entworfene Spiel ist für mehrere Spieler (vier oder fünf) sehr unterhaltsam. Für zwei Spieler wirkt es allerdings ein wenig unausbalanciert. Dennoch werden Krimifans und Kunstliebhaber sicherlich ihre Freunde an ihm haben.

Details

  • Autor/-in:
  • Verlag:
  • Sprache:
    Deutsch
  • Erschienen:
    10/2008
  • Umfang:
    Eine Spielbox
  • Typ:
    Spielzeug
  • ASIN:
    3899777875
  • ISBN 13:
    9783899777871
  • Spieldauer:
    60 Minuten

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Humor:
  • Spieltiefe:

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