How to be British


Das Vereinigte Königreich der Kuriositäten
von Martyn Ford, Peter Legon
Rezension von Stefan Cernohuby | 30. Mai 2017

How to be British

In jedem Land definieren sich Nationalstolz und Zugehörigkeitsgefühl ein wenig anders. Doch die Briten sind ein ganz eigenes Volk – das heißt, eigentlich sind sie ja mehrere Völker. Daher ist es für Nicht-Briten sehr schwierig eine Vorstellung davon zu bekommen, wie man eigentlich so ist, als Brite. Deshalb ist im Langenscheit Verlag ein kleines Büchlein zu dem Thema erschienen. „How to be British – Das Vereinigte Königreich der Kuriositäten“.

Angenommen man betritt Neuland, bei dem es sich zufällig um die britischen Inseln handelt. Da wäre es besser, wenn man vorab ein paar Informationen hätte, um dem zu begegnen, was einen erwartet. Zuerst einmal die Tatsache, dass es sich um kein einzelnes Land handelt sondern um verschiedene einzelne Nationen, die irgendwie zueinander gehören. Allerdings sollte man ihnen Gegenüber nicht das Gegenteil behaupten.
Neben der richtigen Aussprache ist Höflichkeit in allen Belangen wichtig – selbst vor der Korrektheit der Aussagen, obwohl es endlos viele Bezeichnungen gibt.
Auf einer Doppelseite wird jeweils einseitig halb satirisch, halb realistisch Text präsentiert, gemeinsam mit neuen Redewendungen, was man besser nicht sagen sollte und Vokabeln.
Die zweite Seite stellt entweder einen Cartoon oder einen Comicstrip dar, der das gerade Erklärte besser illustrieren soll.
Über die Inhalte selbst kann man diskutieren. Dass Briten kaum andere Sprachen sprechen, seltsame Angewohnheiten haben, was das Essen angeht und Tee für sie an erster Stelle steht, kann man glauben. Ob sie sich aber tatsächlich niemals beschweren, für sie Eigenlob tatsächlich die größte Sünde ist und Haustiere genauso zur Familie gehören wie Kinder, ist dagegen eher fraglich. Insgesamt 39 Themen laden zum Entdecken ein.

Wird man den Grund für Linksverkehr, den Teekult oder die Vorliebe für die Königsfamilie nach dem Lesen des Buchs besser verstehen? Vermutlich nicht. Und doch kann einen augenzwinkernden Blick auf einige Eigenheiten der unterschiedlichen britischen Völker, ihre Sprache, ihre Gebräuche und ihre Rituale erhaschen. Ja, vieles davon muss man eher mit Humor nehmen und nicht so ernst sehen. Aber trotzdem: Auch in der seltsamsten Aussage mit der komischsten Illustration steckt ein kleines bisschen Wahrheit. Denn Briten sind immer ein wenig anders, auch im Urlaub. Oder beim Fußball. Oder auch wenn es um Adelstitel und den verklärten Blick auf vergangene, bessere Zeiten geht. Insofern hält das Buch trotz seines eindeutig humorvollen Charakters dennoch den einen oder anderen Tipp bereit. Als witziges Geschenk ist das Werk daher definitiv geeignet – man sollte sich nur keine ernste oder realistische Auseinandersetzung mit dem Thema erwarten.

„How to be British – Das Vereinigte Königreich der Kuriositäten“ kann mit einer Vielzahl an wissenswerten Klischees aufwarten. Diese werden sowohl textuell als auch in Bildern dargestellt und heitern so den Leser auf. Obwohl der Fokus natürlich auf nicht ganz ernstgemeinten Inhalten liegt, gibt es doch auch immer ein Körnchen Wahrheit in jedem der behandelten Themen. Als witziges Geschenk vor einem England-, pardon, Britannienbesuch kann man das Buch daher durchaus empfehlen.

Details

Bewertung

  • Gesamt:
  • Anspruch:
  • Humor:
  • Illustration:

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