Das Buch für Ideensucher


Denkanstöße, Inspirationen und Impulse für Kreative
von Philipp Barth
Rezension von Michael Seirer | 06. März 2017

Das Buch für Ideensucher

Wahrscheinlich kennt jeder, der in einem kreativen Beruf tätig ist, die folgende Situation: Die Deadline für ein Projekt rückt immer näher und eine geniale Idee scheint meilenweit entfernt zu sein. Dabei gibt es jede Menge Techniken und Methoden, die der eigenen Kreativität auf die Sprünge helfen. Philipp Barth, ein erfahrener Creative Director der Kunden wie BMW, Bosch oder Mercedes-Benz betreut hat, zeigt, wie man mit kreativen Impulsen der eigenen Muse das Leben ein wenig leichter machen kann.

Das Buch ist grob in drei Abschnitte unterteilt. Dabei wird gleich im ersten Abschnitt auf Seite 15 das Geheimnis exzellenter Ideen gelüftet. Nein, wir werden dieses jetzt nicht hier ausbreiten - dafür sollte man sich schon das Buch zu Gemüte führen. Daran anschließend werden Tipps gegeben, wie man denn wirklich gute Ideen erkennen kann. Wie man die richtige Einstellung findet und wie man sich selbst motivieren kann wird anhand vieler unterschiedlicher Methoden gezeigt: beispielsweise der Mein-Problem-Technik, der Woop-Technik oder der Idol-Technik. Dazwischen werden immer wieder praktische Beispiele des Autors eingestreut, um die Wirkungsweise zu verdeutlichen.

In Zeiten von Facebook, Twitter und vielen anderen willkommenen Ablenkungen passiert es leicht, dass die Hälfte des Arbeitstages vorbei ist, man immer noch keine Idee hat und vor einem weißen Blatt Papier sitzt. Auch dafür hat Philipp Barth einige hilfreiche Tipps zusammengefasst.
Das Kapitel “Ideen kommen von allen Seiten” zeigt, wie man sich Ideen von “außen” holen kann und beinhaltet eine launige Ansammlung von witzigen Anekdoten aus der Werbebranche.

Der dritte Teil besteht aus einer umfassenden Sammlung von Kreativtechniken und ist mit 92 Seiten auch der Teil größte des Buches. Er beginnt mit der nicht ganz ernste gemeinten “Zaubertrank-Technik”, die als einziges Hilfsmittel eine Flasche Rotwein und ein Weinglas benötigt. Neben hinlänglich bekannten Techniken wie der “Workshop-Technik”, werden zum Beispiel auch die Schreibflusstechnik oder die Insight-Technik vorgestellt.

Im vierten Teil werden noch zehn Leitsätze für Ideensucher beschrieben, die weniger eine konkrete Technik als grundsätzliche Hinweise aus der Praxis zu verstehen sind. Und weil nichts schädlicher für eine gute Idee ist als diese schlecht zu präsentieren, gibt es auch dazu eine kurze Liste mit Tipps.

Das Layout ist gelungen und hebt bereits Wichtiges wie mit einem Highlighter gelb markiert hervor. Farblich markierte Blöcke fassen die letzten Seiten zusammen.

Das Buch ist auf Grund des lockeren Schreibstils und der vielen Anekdoten aus dem Arbeitsumfeld des Autors sehr kurzweilig und angenehm zu lesen. Viele der beispielhaft erwähnten Kampagnen wurden für bekannte Marken erstellt und sind daher leicht im Internet zu finden. Generell wurde mit Fußnoten eher gespart und ein Literaturverzeichnis sucht man vergeblich.

Aus der großen Anzahl von Kreativtechniken - immerhin nicht weniger als 24! - kann sich jeder die persönlich passenden heraussuchen. Dabei werden manche genauer, manche nur sehr kurz beschrieben. Design Thinking wird beispielsweise nur sehr oberflächlich erläutert. Hinweise auf weiterführende Literatur finden sich selten. Generell ist man nach der Lektüre von den vielen Methoden und Techniken fast schon überwältigt und fragt sich, wie man diese nun am besten für sich nutzbar machen kann.

Damit am Ende des Lebens nicht viel Geld und kein mehr Leben übrig ist, schließt das Buch mit einem kurzen Kapitel, das zur Selbstreflexion über das Verhältnis von Arbeit und Freizeit, beziehungsweise privatem Leben, anregt.

Das Layout mit den gelb markierten Sätzen erinnert an ein Arbeitsbuch und verleitet dazu, sich selbst Notizen zum Text zu machen. Die Zusammenfassungen und Checklisten am Ende von Kapiteln und Abschnitten helfen dabei, den Inhalt besser abzuspeichern, beziehungsweise ermöglichen das schnelle Nachlesen. Leider begann sich die Bindung und auch das Cover vom Bucheinband bereits beim ersten Durchlesen zu lösen.

Wer sein Arsenal von Kreativtechniken erweitern will und auch wissen will, warum Brainstorming gar nicht so gut funktioniert und welche Methoden besser geeignet sind, sollte sich das Buch für “Ideensucher” ansehen. Es liefert viele Denkanstöße und Impulse, wenn man keine Idee mehr hat. Die Kapitel zur Ideenbewertung, Ideenpräsentation und wie man Routine entstehen lässt, helfen dabei, entstandene Ideen zu evaluieren und optimal zu verwerten.

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