The Goon

Krudes Zeug

von Eric Powell
Rezension von Stefan Cernohuby | 11. Mai 2009

Krudes Zeug

Nicht jeder Comicheld ist gutaussehend, höflich und beschäftigt sich damit, die Welt zu retten. So etwas wurde spätestens mit "Lobo" oder "Spawn" bewiesen. Wirft man einen Blick aber auf "The Goon", hat man eindeutig noch eine Steigerung vor sich. Eric Powells Serie wendet sich zumindest im Rahmen des ersten Bandes "Krudes Zeug" einerseits an Leser mit stärkerem Magen, anderseits an Freunde brachialeren Humors.

Wer ist "Goon" überhaupt? Ein Kleinganove im Schatten seines großen Beschützers - so wissen es zumindest alle, die man fragt. Nichtsdestotrotz ist selbiger ein muskelbepackter Riese, der ein eigenes Gebiet der Stadt kontrolliert. Er hat einige immer wieder auftauchende Erzfeinde, darunter den Zombie Priester und einen ein wenig an ein Würstchen erinnernden Sidekick namens Franky. Was er eigentlich so tut, kommt zumindest in diesem Band nicht heraus, denn er muss sich in einer wirklich unappetitlichen Stadt gegen allerlei Monster, Riesenratten und viele Zombies verteidigen. Stets ist die Umgebung ekelerregend und weder Chinarestaurant noch Pizzaservice wirken wirklich Vertrauen erweckend. Oft dreht sich die Handlung um abgetrennte Gliedmaßen, (nicht so) frische Gehirne und Goons dunkle Vergangenheit. Worauf die Reihe aber genau hinzielt, ist noch nicht ganz klar.

Ein wenig mulmig ist einem auch zumute, wenn man das Vorwort des ersten Comics liest. Über "Krudes Zeug" steht, dass es im Grunde schlecht ist. Abfall, gegenüber den später kommenden Bänden. Dass auch der Zeichenstil schrecklich sein soll, die Charaktere unausgegoren und noch nicht ihrer korrekten Form entsprechend. Selbst der eigene Humor wird von Seite des Autors als zu derb kritisiert. Wie soll man an einen solchen Comic herangehen?
Am besten ohne Erwartungen. Das ist bei "The Goon" wirklich die ideale Herangehensweise. Während man mit Interesse und einem unguten Gefühl in der Magengegend gleichermaßen den Band durchblättert, ist einem noch nicht bewusst, was genau der Autor in weiterer Folge mit dem Charakter geplant hat. Fakt ist allerdings, dass gerade die letzte Erzählung, in der mehr über die Geschichte Goons erzählt wird, einiges an Potential offenbart. Denn nicht immer ist alles brutal und lustig gemeinsam. Manchmal sind einige Angelegenheiten auch nur tragisch - selbst wenn schon um die nächste Ecke auch der nächste Gag lauert.
Somit ist der erste Band der Comicreihe "The Goon" mit dem Untertitel "Krudes Zeug" (im englischen Original "Rough Stuff") zwar nur als durchschnittlich einzustufen, aber mehr war nicht zu erwarten - eher weniger, wenn man den Ausführungen des Autors glauben will. Man kann aber wirklich gespannt sein, wie sich die weiteren Comics der Reihe entwickeln.

"Krudes Zeug", der erste Band der horror-satirischen Comicreihe "The Goon" von Eric Powell, ist noch nicht das gelbe vom Ei. Da dies aber auch vom Autor vermittelt wird, der die Inhalte dieses Comics nur als Prototyp der folgenden Teile bezeichnet, kann man bestimmt gespannt auf selbige sein.

Details

  • Autor/-in:
  • Serie:
  • Band:
    1
  • Verlag:
  • Sprache:
    Deutsch
  • Erschienen:
    11/2008
  • Umfang:
    88 Seiten
  • Typ:
    Hardcover
  • ISBN 13:
    9783936480948
  • Preis:
    14,8 €

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Humor:
  • Gewalt:
  • Gefühl:
    Keine Bewertung
  • Erotik:
    Keine Bewertung
  • Illustration:

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