Daphne Byrne - Besessen

von Laura Marks, Kelley Jones (Illustration)
Rezension von Stefan Cernohuby | 19. Mai 2021

Daphne Byrne - Besessen

Von etwas besessen zu sein ist in der Regel nicht ideal, muss aber nicht zwangsläufig negative Auswirkungen haben. Man kann davon besessen sein, ein bestimmtes Musical so oft zu sehen, wie es geht. Das geht dann vermutlich ins Geld. Oder von einer Person, dann könnte man als Stalker enden. Ist man aber im klassischen Sinne besessen – also beispielsweise von einem Dämon oder Geist – hinterlässt das Spuren. „Daphne Byrne – Besessen“ ist eine Graphic Novel mit komplizierter Ursprunggeschichte.

Daphne Byrne hat es nicht leicht. Ihr Vater ist verstorben und ihre Mutter kann nicht loslassen. Ihr geht es nicht viel anders, aber während Daphne öfters das Grab ihres Vaters besucht und sich in düstere Gedanken flüchtet, versucht ihre Mutter über eine Wahrsagerin Kontakt mit ihm aufzunehmen. Letzteres verursacht horrende Kosten und bringt die Familie ohne Einkommen in eine prekäre Situation. Währenddessen hat Daphne jedoch Träume von einer Art dunklem Bruder, der in der Lage ist, den Schleier der Realität zu zerreißen und Einfluss auf die Ängste der Menschen zu nehmen. Lange ist nicht klar, ob sich diese Kräfte auch für andere manifestieren können, doch die Wahrheit tritt dann zutage, als die Situation rund um ihre Mutter eskaliert, sie selbst sich als etwas Besonderes entpuppt und ein selbst ernannter Jäger von Betrügern sich als Schuft erweist …

Man könnte bei der Aufmachung der Graphic Novel argumentieren, dass es sich um ein etwas irreführendes Design handelt. Groß prangt der Name „Joe Hill“ am Cover. Joe Hill, der sich bereits erfolgreich von seinem berühmten Vater Stephen King emanzipiert hat und auch ein eigenes Comiclabel besitzt. Hier wird es jetzt etwas kompliziert. Das Werk ist hierzulande bei Panini erschienen, dort unter dem Black Label von DC, produziert aber von Hill House Comics – dem eigenen Label von Joe Hill. Insofern hat Hill nicht viel mit der Geschichte zu tun. Interessant wäre die Konstellation allemal, denn Laura Marks hat unter anderem für die Fernsehadaption von „The Expanse“ gearbeitet und auch Kelley Jones hat als Illustrator (unter anderem für Batman und Sandman) bereits Legendenstatus erreicht. Leider funktioniert das Vehikel nicht, kommt nicht in die Gänge. Man fühlt nicht mit der Protagonistin, die Nebencharaktere bleiben flach bis klischeehaft und die Handlung reißt nicht mit. Das heißt, dass man insgesamt ein unterdurchschnittliches Werk in Händen hält. Ob die Fortsetzung die Geschichte rettet, darf getrost in Frage gestellt werden. Schade, gerade in dieser Konstellation hätte man eigentlich mehr erwarten können.

„Daphne Byrne – Besessen“ ist eine Graphic Novel von Laura Marks, illustriert von Kelley Jones. Leider enttäuscht das aus dem Hill House Label stammende Werk auf ganzer Linie, was absolut nicht zu erwarten war. Doch weder ist die Handlung mitreißen, noch können die Charaktere überzeugen. Wirklich schade, gerade bei der vielversprechenden Konstellation.

Details

  • Originaltitel:
    Daphne Byrne
  • Verlag:
  • Genre:
  • Erschienen:
    05/2021
  • Umfang:
    164 Seiten
  • Typ:
    Taschenbuch
  • Altersempfehlung:
    16 Jahre
  • ISBN 13:
    9783741622472
  • Preis:
    19,00 €

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Gewalt:
  • Gefühl:
  • Illustration:

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