Angel - Nach dem Fall

Die Hölle von Los Angeles!

von Joss Whedon
Rezension von Janett Cernohuby | 16. März 2009

Die Hölle von Los Angeles!

Buffy und Angel - das war für manche ein Traumpaar, wie für andere Scarlet und Rhett Buttler aus "Vom Winde verweht" oder Meggie und Pater Ralph aus "Die Dornenvögel". Nach dem etwas tragischen Ende dieser Liebesbeziehung und dem Ausscheiden Angels aus der Fernsehserie, bekam der Jäger der Finsternis seine eigene Serie, in der er fortan das Böse jagte. Diese wurde stets zusammen mit Buffy ausgestrahlt - irgendwie war das Paar auch nach ihrer Trennung noch zusammen. So war es fast schon zu erwarten gewesen, dass nach Buffys Rückkehr als Comic-Helding, nun auch Angel seinen grafischen Auftritt erhält. "Angel - Nach dem Fall" heißt die neue Serie Joss Whedon, in der er (welch Überraschung) die bisher unveröffentlichte sechste Staffel präsentiert. "Die Hölle von Los Angeles!" heißt der erste Band und er hält viel für den Leser bereit.

Bevor es jedoch mit der Handlung losgeht, erhält der Leser erst einmal eine Zusammenfassung der ersten fünf Fernseh-Staffeln. Danach geht es aber gleich rasant mit der neuen Geschichte los. Ganz Los Angeles wurde und eine Höllendimension versetzt - wozu die Anwaltskanzlei Wolfram & Hart einen ganz beachtlichen Teil beigetragen hat. Hatte Angel vorher schon alle Hände voll zu tun die Menschen vor Dämonen zu schützen, scheint diese Aufgabe jetzt eigentlich fast unmöglich. Denn die Stadt wurde in mehrere Bezirke aufgeteilt, von denen jeder Höllenlord einen beherrscht und so die Menschen entweder versklavt oder als Nahrungsmittel verwendet. Angels einstige Truppe ist ebenfalls in alle Himmelsrichtungen verstreut und kämpft sich - jeder auf seine Art - durch die Hölle. So wie sich LA verändert hat, haben sich auch die einstigen Helden verändert. Angel ist nicht mehr so ganz vampirisch, Gunn dagegen nicht mehr menschlich und welche Pläne Lorne, Spike und Wesley verfolgen, wird sich noch zeigen. Auf jeden Fall schafft es Angel einmal wieder, sich in große Schwierigkeiten zu bringen, als er alle Lords zu einem Kampf herausfordert und somit versucht, die Stadt unter seine "Herrschaft" zu bringen.

"Angel - Nach dem Fall" konnte als Titel kaum besser gewählt werden. Denn gefallen ist die Handlung in den Augen mancher schon seit einigen Fernseh-Staffeln. Während die einen diese tatsächlich spannend und gut fanden, verfolgten die anderen sie eigentlich nur noch wegen ihres gutaussehenden Protagonisten. Für letztere wird die Comic-Adaption dann wohl eine absolute Enttäuschung werden. Denn die Handlung ist noch monströser, dämonischer und vor allem weiter von ihrem Ursprung entfernt, als je zuvor. Schon lange ist das Team nicht mehr nur auf Vampirjagd. Mittlerweile scheinen sie sich alle untereinander zu hassen, brauchen sich jedoch gleichzeitig zum Überleben. Jeder verfolgt seine eigenen Pläne, die irgendwie alle gutgemeint sind, aber die Welt scheinbar nur noch näher an den Untergang bringt. Und mittendrin Angel. Diesen wiederzuerkennen fällt übrigens etwas schwer. Denn wer sich erhofft, etwas von dem guten Aussehen David Boreanaz in der Comiczeichnung wiederzufinden, der wird bitter enttäuscht. Wie wohl auch von dem Rest der Zeichnungen. Stattdessen ist Angel sehr schemenhaft, oberflächlich und bar jeglichen Details gezeichnet. Gleiches zieht sich durch alle Bilder und Personen hindurch. Den Comiczeichnungen fehlen die Details, ihnen fehlt die Tiefe, um sie die Handlung überzeugend erzählen zu lassen. Sie sind zwar düster und drückend gezeichnet, wie es sehr gut zur Story passt, jedoch war es das auch schon. Der Rest ist nicht sehenswert und enttäuscht somit komplett. Doch vielleicht ändert sich dies im zweiten Band, soll hierfür doch ein anderer Zeichner tätig werden.

Somit ist der erste Band der Reihe "Angel - Nach dem Fall" wohl insgesamt eine Enttäuschung. Fans, welche die Fernsehserie am Ende nur noch wegen des Darstellers gesehen haben, werden das Comic frustriert ins Regal zurückstellen und wohl kaum einen Blick auf die Folgebände werfen. Lediglich diejenigen, welche der dämonischen Handlung der Reihe zugetan waren, werden zumindest in der Story etwas Befriedigung finden. Die Zeichnungen werden sie aber größtenteils auch enttäuschen.
Ob man daher auf den zweiten Band gespannt sein darf, bleibt wohl im Ermessen des jeweiligen Betrachters.

Details

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Humor:
  • Gewalt:
  • Gefühl:
  • Erotik:
  • Illustration:

Könnte Ihnen auch gefallen: