Smart Magic

von Christoph Hardebusch
Rezension von Stefan Cernohuby | 05. Oktober 2013

Smart Magic

Gewisse Begriffe erfinden sich über die Jahre neu. Denn in der Redundanz der deutschen Sprache gibt es unzählige Begriffe, die mehrfach belegt sind. So war das Wort "smart" lange Zeit nur ein Begriff für jemanden der schlau, intelligent oder einfallsreich war. Doch durch das Aufkommen von Smartphones hat der Begriff selbst eine neue Bedeutung erhalten, mit dem man vor Jahren nicht einmal spekuliert hätte. Und nun ist Christoph Hardebuschs neuer Roman "Smart Magic" erschienen. Spekulationen sind erwünscht.

Die Tatsache, dass Waisenkinder selten eine leichte Kindheit haben, ist hinlänglich bekannt. Doch Tom Rabe hat in negativer Hinsicht das große Los gezogen. Er ist in die Adoptions-Großfamilie eines Berufsdiebes gerutscht. Und der alte Mann handhabt sein Geschäft so gut, dass ihm niemand dahinter kommt. Mit seinem Freund Alex gehört er zu den Favoriten, denn er bringt stets Geld nach Hause und wird nie erwischt. Um endlich bessere Chancen zu erhalten, um aus diesem Dasein auszubrechen, bittet er die Dame vom Jugendamt nachzuforschen. Doch die Hinweise sind nebulös und seltsam. Genauso wie der Rabe, den er seit einiger Zeit nicht mehr los wird und bei dem er das Gefühl hat, er spreche zu ihm. Nach einem Streit mit seinem "Pflegevater" beschließt er, einem Hinweis nachzugehen und bittet Alex ihn zu einem bestimmten Ort zu fahren. Als sie dort (mit einem gestohlenen Fahrzeug) ankommen, tut sich ein Tor in eine andere Welt auf, das beide verschluckt.
Doch Tom und Alex werden getrennt. Während Tom in einem Gefangenenlager auftaucht, gleich einem magisch begabten Mädchen zur Flucht verhelfen muss und dann bei einer Art Indianerstamm strandet, landet Alex bei den Gefängniswächtern und erweckt dort großes Interesse. Denn Weltenwechsler gibt es nur sehr selten und eine Prophezeiung sagt, dass einer von ihnen über das Schicksal der Welt entscheiden soll. Und letztlich stehen Tom und Alex auf unterschiedlichen Seiten und treffen aufeinander...

Man muss das Rad nicht neu erfinden, um einen guten Roman zu schreiben. Das scheint sich auch Christoph Hardebusch gedacht zu haben, als er am Konzept von "Smart Magic" geschrieben hat. Denn das Rezept nach dem er hier vorgeht, ist überaus bewährt. Ein Junge, der beide Eltern verloren hat, gelangt nach einigen Umwegen in ein magisches Reich, wo er nicht nur seine eigenen Fähigkeiten entdeckt, sondern Abenteuer erlebt und letztendlich nicht weniger als die Welt retten muss. Doch der Autor hat es trotzdem geschafft, dass das Konzept diesmal aufgeht. Unter anderem dadurch, dass er die kulturellen Unterschiede, die bei einem derartigen Weltenwechsel aufkommen würde, stärker betont als gewöhnlich. Denn ein gewöhnlicher Berliner Junge hat eben einen bestimmten Slang, besonders in Zeiten von Internet und Smartphones. Auch die Arbeit, die Christoph Hardebusch im Vorfeld in soziale Medien investiert hat, um dem fiktiven Charakter des Protagonisten Leben einzuhauchen ist bewundernswert. Letztendlich ist der Roman zwar keine herausragende Arbeit, aber doch ein solides Werk, das sich vom vergleichbaren Durchschnitt abhebt. Dementsprechend kann man das Buch allen Liebhabern moderner und zeitgemäßer Fantasy empfehlen.

"Smart Magic" ist ein neuer Fantasy-Roman von Christoph Hardebusch, der sich aber nicht in phantastischen Sphären verliert sondern die Herkunft der Charaktere nicht verleugnet - und diese stammen aus der Realität. Auch wenn das Konzept des Werkes kein neues ist, kann das Buch letztendlich doch vergleichbare Bücher hinter sich lassen. Solide und unterhaltsam wie es ist, kann man für das Buch bedenkenlos empfehlen.

Details

  • Verlag:
  • Sprache:
    Deutsch
  • Erschienen:
    07/2013
  • Umfang:
    528 Seiten
  • Typ:
    Taschenbuch
  • ASIN:
    3453534298
  • ISBN 13:
    9783453534292
  • Preis:
    8,99 €

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Humor:
  • Gewalt:
  • Gefühl:
  • Erotik:
    Keine Bewertung

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