Monsterkontrolle

von A. Lee Martinez
Rezension von Stefan Cernohuby | 27. September 2010

Monsterkontrolle

Kontrolle über etwas zu haben, ist oft notwendig. Der Glaube über etwas absolute Kontrolle zu haben, ist jedoch meist eine Illusion. Wenn es um paranormale Wesen geht, die aus fremden Dimensionen in unsere vordringen und dabei nur von einem Mann mit Baseballschläger zurückgehalten werden, kann man sich vorstellen, dass dieser Schutz nicht umfassend sein kann. Um eine solche Person geht es in A. Lee Martinez Werk "Monsterkontrolle".

Doch es geht nicht nur in einfacher Hinsicht um Monster, denn der Protagonist ist in gewisser Hinsicht selbst ein Monster. Dyonisos Monster lautet nämlich sein Name, er ist beim kryptobiologischen Sicherheits- und Rettungsdienst. Etwas, was nur ein wohlklingenderer Name als "Monsterjäger" ist. Nachdem er Judy Hines vor einer Truppe Yetis rettet, tritt er unwissentlich eine Ereignislawine los. Denn obwohl Judy nur äußerst geringes magisches Talent aufweist - sie vergisst daher sofort wieder, dass Magie existiert, wenn sie nicht gerade vor ihren Augen stattfindet -, tauchen immer wieder neue Monster in ihrer Gegend auf. Obwohl Monster dank seiner dämonischen Freundin (und das ist wörtlich gemeint) einiges gewohnt ist, kommt ihm die Sache langsam spanisch vor. Doch tatsächlich liegt der Ursprung dieser Ereignisse viel weiter in der Vergangenheit. Es geht um nichts Geringeres als um die Beschaffenheit des Universums. Judy ist dazu ausersehen, eine wichtige Rolle in einem galaktischen Kampf einzunehmen. Und Monster - nunja - ist einfach zufällig zwischen den Fronten aufgetaucht. Zum Glück hat er jeden Tag eine andere Hautfarbe und damit verbundene übernatürliche Fähigkeiten und einen wild gewordenen Papiergnom namens Chester, der ihn unterstützt.

Thematisch reiht sich der Band direkt neben anderen Werken von A. Lee Martinez ein, die allesamt eines gemeinsam haben: Die Handlung ist mehr als haarsträubend. Auch wenn ihr Hintergrund diesmal ein wenig dünn geraten ist, weiß der amerikanische Autor wieder einmal mit seinem seltsamen Sinn für Humor zu punkten. Kaum eine Seite kommt ohne Lacher aus und der Spannungsbogen zieht sich gleichmäßig durch das ganze Buch. Auch wenn die Charaktere keine wirkliche Tiefe aufweisen, besitzen sie doch genau jene Eigenschaften, die man als Romanleser braucht, um trotzdem nicht von ihnen gelangweilt zu werden. Neben Sarkasmus, schwarzem Humor und Mut darf auch eine gewisse Schicksalsergebenheit nicht fehlen, um sich selbst in ausweglosen Situationen den Ereignissen entgegenzuwerfen und nicht zurückzuweichen. Einzig und allein die Frage drängt sich auf, wo der Verlag etwas von Mutanten und Mutantenjägern gehört hat, wie auf dem Klappentext und Cover vermerkt. Denn im ganzen Roman kommt kein einziger Mutant vor.
Wer bereits mit Werken von Martinez vertraut ist und ihnen etwas abgewinnen konnte, ist bei "Monsterkontrolle" ebenfalls an der richtigen Adresse. Zudem ist das Preis-Leistungs-Verhältnis absolut in Ordnung.
Wer jedoch von einem Roman Logik, Tiefgang und soziales Engagement erwartet, sollte definitiv lieber zu einem anderen Werk greifen.

"Monsterkontrolle" ist ein spannender neuer Roman von A. Lee Martinez. Auch wenn der Autor seine überbordende Fantasie wie immer kaum unter Kontrolle hat, ist das Werk dennoch sehr unterhaltsam. Ein Lacher jagt den nächsten und es gibt keine Stelle, an welcher der Spannungsbogen einbrechen würde. Nicht nur Fans dürfen hier zugreifen, auch Quereinsteiger werden an diesem Band sicherlich ihre Freude haben, wenn sie in der Lage sind, sich auf satirische Fantasy einzulassen.

Details

  • Autor/-in:
  • Verlag:
  • Sprache:
    Deutsch
  • Erschienen:
    07/2010
  • Umfang:
    380 Seiten
  • Typ:
    Taschenbuch
  • ASIN:
    3492267025
  • ISBN 13:
    9783492267021
  • Preis:
    9,95 €

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Humor:
  • Gewalt:
  • Gefühl:
  • Erotik:

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