Natürliche Porträtfotografie


Mit einfachen Mitteln zu authentischen Fotos
von Franz Zwerschina
Rezension von Michael Seirer | 01. Januar 2019

Natürliche Porträtfotografie

“Um einen Film zu machen, genügen eine Waffe und ein Mädchen” - dieses Zitat wird Jean-Luc Godard zugeschrieben. Gemeint ist damit die Reduktion auf das Nötigste. Und genau das ist auch das durchgängige Credo im Buch von Franz Zwerschina. Wiederholt betont er, dass ein gutes Portrait hauptsächlich durch Licht, Kommunikation und Pose bestimmt und ermöglicht wird. Themen wie möglichst teure Fototechnik, maximal offenblendige Linsen oder übertriebene Nachbearbeitung können eine sonst mittelmäßige Aufnahme nicht retten. 

Gleich im Vorwort macht der Autor klar, dass es ihm in diesem Buch darum geht, natürliche Portraits mit einfachen Mitteln zu erreichen. Nur natürliches Licht, keine Blitze, maximal ein Reflektor, wenig Technik (ein Kamerabody und 2 bis 3  Festbrennweiten) und kaum Nachbearbeitung. Die drei wichtigsten Zutaten für ein gelungenes Portrait sind Licht, Kommunikation und Pose. Über allem steht das Ziel der Authentizität. Darunter versteht der Autor glaubhafte, angestellte und spontane Fotografien. Wobei authentisch jedoch in keinem Fall für zufällig steht. Gleich im Vorwort macht der Autor klar, dass es ihm in diesem Buch darum geht, natürliche Portraits mit einfachen Mitteln zu erreichen. Nur natürliches Licht, keine Blitze, maximal ein Reflektor, wenig Technik (ein Kamerabody und 2 bis 3  Festbrennweiten) und kaum Nachbearbeitung. Die drei wichtigsten Zutaten für ein gelungenes Portrait sind Licht, Kommunikation und Pose. Über allem steht das Ziel der Authentizität. Darunter versteht der Autor glaubhafte, angestellte und spontane Fotografien. Wobei authentisch jedoch in keinem Fall für zufällig steht. 

Das führt möglicherweise jedoch zu einem “Problem”. Ein lächelndes Modell wird oft als “schön” bewertet und erreicht in den üblichen Social Media Kanälen höhere Like-Anzahlen. Oft ist dieses Bild aber nicht jenes, welches das Modell für sich als das beste auswählt. Eine weitere wichtige Eigenschaft der im Buch vorgestellten Fotografien: Sie haben kein Konzept, keine vorher ausgemachte Botschaft. Klar, man sollte mit dem Modell gemeinsam über Moodboards und den gewünschten Stil abstimmen. Eine Geschichte sollen die Portraits per se aber nicht erzählen.

Ein kurzes Kapitel zur Technik behandelt knapp die nötige Ausrüstung und Hilfsmittel. Ein Anfänger wird hier zu wenig Information finden, Leser mit einem vollen Kamerarucksack werden hier schnell weiterblättern. Im Kapitel “Menschen” finden sich Vorschläge, wie man als Anfänger an Modelle kommt und “Licht” widmet sich dem Erkennen von geeigneten Lichtsituationen. Die drei Kapitel “Kommunikation”, “Posing” und “Raum und Gestaltung” sind der Kern des Buches und erklären, wie eine gelungene Kommunikation mit dem Modell vonstattengehen kann, wie man mit Blockaden umgeht, wie die Person vor der Kamera in den “Flow” bekommt. Dazu passend vertieft “Posing” inszenierte Natürlichkeit. Direkte Anleitungen à la “Drehen sie das Modell um 45°… “ usw., sind nicht enthalten. Der Abschnitt “Raum und Gestaltung” beschäftigt sich mit der Kadrierung (was kommt ins Foto, was nicht) und wie man die Elemente gut aufteilt. Ein eigenes Kapitel zur Schwarzweiß-Umwandlung zeigt, wann diese ein Foto unterstützen kann. Das Kapitel “Nachbearbeitung” ist zwar vorhanden, beschränkt sich aber im Wesentlichen darauf, dass der Autor eben diese auf ein Minimum reduziert und sich auf globalen Kontrast, Entsättigung und vielleicht noch eine schwarzweiß-Umwandlung reduziert.  Als schwierigste Disziplin der Menschenfotografie findet sich auch ein Kapitel zur Aktfotografie im Buch. Hinter “Gedanken zur Fotografie” verbergen sich ein paar spannende Seit zum Thema “Scheitern”. Das Kapitel macht Mut und zeigt, dass Niederschläge zur Weiterentwicklung unbedingt dazugehören und auch der Autor nicht davon verschont geblieben ist. Am Ende finden sich noch viele Beispiele des Autors mit Erläuterungen.

Viele Beispiele im Buch zeigen, wo der Autor mit seinen Ausführungen hin will und wie natürliche Portraits gelingen. Aber auch zu vermeidende Situationen sind abgebildet und klar durch ein rotes “X” markiert. Die einfache Sprache und Offenheit des Autors werden für Leser, die sich in der Portraitfotografie als Anfänger einordnen, sicher hilfreich und lehrreich sein. Viele Gedankengänge können direkt nachvollzogen werden.

 

Die Kernbotschaft neben Tipps, die man in einigen anderen Büchern ebenfalls findet, ist aber: Ein gutes Foto braucht Gestaltungswillen! Dieser muss im Foto immer erkennbar sein (insbesondere bei der Aktfotografie, da man sich hier ausschließlich auf den menschlichen Körper beschränkt). Das mit 224 Seiten eher dünn ausgefallen Buch ist kurzweilig zu lesen, da der Autor bekennender Filmfan ist und viele Anekdoten von Regisseuren, Kameramännern und Beleuchtern mit Bezug zur Portraitfotografie in den Text hat einfließen lassen. 
Einzig finden sich neben den unzähligen Filmhinweisen und Geschichten aus der eigenen Vergangenheit des Autors oft nur wenig konkrete Tipps und Anleitungen zum direkt anwendbaren Vorgehen bei einem Shooting.

“Natürliche Portraitfotografie” ist ein gelungenes Buch zum Thema Menschenfotografie. Beim eiligen Durchblättern ist man vielleicht geneigt, es schnell wieder zur Seite zu legen, da es wie eines der vielen anderen Bücher zu dem Thema aussieht. Den Fehler sollte man aber nicht machen. Zählt man sich zu den Anfängern in diesem Genre, so ist die Lektüre in jedem Fall empfehlenswert und hilft bei den nächsten Schritten in Richtung reproduzierbarer, natürlicher Portraits.

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