Conan

Schatten im Mondlicht

von Ron Marz, Timothy Truman
Rezension von Gabriel Zupcan | 11. Mai 2012

Schatten im Mondlicht

Muskeln schwellen, Köpfe rollen, leicht gewandete Maiden harren der Rettung. Conan, der einzig wahre Barbar und (Anti)-Held der Fantasy-Literatur kämpft sich durch den siebzehnten Sammelband von Panini und wir kämpfen mit, bei Crom!

"Schatten im Mondlicht" beinhaltet zwei komplett abgeschlossene Geschichten. Die erste, die dem Sammelband auch seinen Namen gibt, basiert auf einer der originalen Geschichten aus der Schreibmaschine von Conan-Erfinder Robert E. Howard. "Shadows in the Moonlight" erschien wie viele Conan-Geschichten in den 30er Jahren in der Zeitschrift "Weird Tales".
Zu Beginn rechnet Conan mit einem alten Feind ab, es fließt kübelweise Blut und ganz nebenbei rettet er dabei eine junge, gutaussehende (und selbstverständlich mangelhaft bekleidete) Prinzessin vor eben jenem Schurken. Als Barbar und Gentleman nimmt er sie vorerst in seine Obhut und sie landen bei ihrer Flucht auf einer Insel, wo einst eine alte, finstere Kultur ihre Heimstätte hatte. Das Horror-o-Meter schlägt spätestens hier an, doch von der Insel zu entfliehen gestaltet sich als etwas schwierig, da sich ein weiterer alter Feind des Cimmeriers in das Geschehen einmischt.
Schatten im Mondlicht ist sehr nahe an der Vorlage umgesetzt, die düstere Atmosphäre der Insel wird gut eingefangen und Tomás Giorellos dynamische Zeichnungen sind von hoher Qualität. Schwerter blitzen, Blut spritzt in alle möglichen und unmöglichen Richtungen und Conans grimmige Miene schüchtert sogar den Leser ein. Mit diesem Mann ist nicht zu spaßen, auch wenn er nur gezeichnet ist!
Dem alten Conan-Connaisseur bietet "Schatten im Mondlicht" nichts Neues, aber eine derart hochwertige grafische Umsetzung eines Howard-Klassikers wird er in seiner Sammlung nicht missen wollen.

Die zweite Geschichte, "Insel ohne Wiederkehr" ("Island of No Return") ist hingegen ein Comic-Original und diesmal darf das Autoren/Zeichner-Duo Ron Marz/Bart Sears ran. Die Ausgangslage für den Cimmerier ist wieder einmal brenzlig. Die Stadtwachen auf den Fersen wird er von einem Duo attraktiver (und selbstverständlich mangelhaft bekleideter) Halbschwestern gerettet. Natürlich sind beide Damen nicht von Selbstlosigkeit erfüllt, sondern Diebinnen und Grabräuberinnen, die Conan seine Beihilfe für die Hebung eines Schatzes abpressen. Dieser ist auf einer lange verlassenen, mysteriösen Insel zu finden. Es handelt sich natürlich nicht um dieselbe Insel wie in "Schatten im Mondlicht", aber ich denke das Horror-o-Meter sollte beim Leser auch bereits an dieser Stelle anschlagen. Bart Sears Zeichnungen können sich leider nicht mit dem Detailgrad und der Komposition von Giorello messen, aber sie sind bei weitem nicht schlecht und teils von urwüchsiger Roheit, was natürlich sehr gut zu dem Cimmerier passt.

Fans der Conan-Comics müssen hier wohl kaum extra umworben werden. Neueinsteigern, die vielleicht Zweifel am Erwerb eins Band 17 haben, sei gesagt, dass das Verständnis des Inhalts nicht die geringsten Schwierigkeiten bereitet. Der Continuity-Ballast bei Conan ist doch nur sehr geringfügig, verglichen mit manch anderen Comicserien. Im Genre der Fantasy-Comics bleibt Conan ein (Roh)-Diamant den es zu plündern gilt.

Details

  • Serie:
  • Band:
    17
  • Verlag:
  • Sprache:
    Deutsch
  • Erschienen:
    03/2012
  • Umfang:
    148 Seiten
  • Typ:
    Taschenbuch
  • ASIN:
    3862012948
  • ISBN 13:
    9783862012947
  • Preis:
    16,95 €

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Humor:
    Keine Bewertung
  • Gewalt:
  • Gefühl:
    Keine Bewertung
  • Erotik:
  • Illustration:

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