Avengers

Avengers: Season One

von Peter A. David
Rezension von Claudia Cernohuby | 19. April 2014

Avengers: Season One

Nach einigen anderen "Season 1"-Erscheinungen wie Thor, X-Men, Doctor Strange oder Iron Man sind nun die Avengers erschienen. Wer allerdings erwartet, dass es hier um ihre Entstehungsgeschichte geht, wird enttäuscht sein. Sie existieren bereits, und haben schon einiges gemeinsam erlebt. Allerdings sind sie noch kein eingeschworenes Team, das sich gegenseitig blind vertraut - ganz im Gegenteil.

Diese Situation lässt Platz für die üblen Machenschaften von einem der wesentlichen Gegner der Avengers: Loki, Thors Adoptivbruder, dieser ist für seine hinterhältigen Pläne bekannt. Da er sich von den Rächern bedroht fühlt und die so ungewollt erschaffene Gemeinschaft wieder zerstören will, versucht er in den einzelnen Mitgliedern Zweifel an den anderen zu wecken. Aber das würde nicht funktionieren, würde die Saat nicht auf fruchtbaren Boden treffen. Die Rächer verdächtigen sich gegenseitig, falsch zu spielen. Finanziert wirklich Tony Stark die Experimente von Red Skull? Ist Thor wirklich der Donnergott oder nur ein Spion? Und war es tatsächlich nur Zufall, dass Captain America im Eis gefunden wurde? So dauert es eine ganze Weile, bis die Avengers herausfinden, wer hinter all den gut eingefädelten Verdachtsmomenten steht. Dass die Stimme der Vernunft in diesem Fall ausgerechnet in großer, grüner Gestalt spricht und ganz nebenbei unzählige Menschen gerettet werden müssen ist ein wenig überraschend.

Der Ansatz, nicht wieder eine "Origins"-Geschichte zu machen, ist interessant, vor allem für diejenigen, die bereits alles über die Entstehung der Gruppe wissen. Allerdings bleibt dabei die Frage offen, wieso man Wasp und Hank Pym ausspart, indem man sie auf eine Kreuzfahrt schickt. Da die beiden wesentlich für die Entwicklung der Gruppe sind, ist das verwunderlich und lässt vermuten, dass der Comic so für die Konsumenten der Kinofilme angepasst wurde.
Die graphische Gestaltung ist gewöhnungsbedürftig und die Zeichnungen wirken viel comicartiger als in anderen neuen Publikationen. Man stellt schnell fest, dass die Bildgestaltung unharmonisch wirkt - das liegt vermutlich an den fünf verschiedenen Zeichnern, die für diesen Band engagiert wurden. Innerhalb eines einzelnen Bandes so oft den Stil zu wechseln ist vermutlich reine Geschmacksache, irritiert aber auf jeden Fall.

Die Story ist in Ordnung, aber nicht herausragend. Die Monologe der einzelnen Charaktere ziehen sich über Seiten, irgendwie wirkt die Handlung etwas zusammengewürfelt und inhomogen. Auch, oder insbesondere Fans der Avengers, kann dieses Buch nicht vorbehaltlos empfohlen werden.

Details

Bewertung

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