Adventkalender erzählen. Ein Lese- und Märchenbuch

von Nina Stögmüller
Rezension von Janett Cernohuby | 10. November 2014

Adventkalender erzählen. Ein Lese- und Märchenbuch

Einen Moment innehalten, zur Ruhe kommen und den Zauber der Vorweihnachtszeit wieder zu entdecken - das ist ein Wunsch, den viele von uns haben. Und jedes Jahr aufs Neue sagen wir uns, dass wir es dieses Mal ruhiger angehen wollen. Doch wie, in unserer hektischen Zeit? In einer Zeit, in der das Beschenken fast schon überall mehr Bedeutung hat, als der religiöse Gedanke? Nina Stögmüller will uns mit ihrem Weihnachtsbuch "Adventkalender erzählen" helfen, eben jene Momente der Ruhe zu finden und auch auskosten zu können. Wir waren neugierig und haben uns ihr Buch einmal näher angesehen.

Das Buch ist kein Adventkalenderbuch, wie es sie so zahlreich auf dem Buchmarkt gibt. Dieses Buch enthält nicht nur 24 Geschichten um uns zu unterhalten und die Zeit auf das Fest zu verkürzen. Dieses Buch enthält viel mehr und so beginnt es mit einem sehr umfangreichen und äußerst informativen Sachteil. Dieser liefert zahlreiche Informationen rund um das schönste Fest des Jahres. Die Autorin erzählt uns, woher die Bräuche des Adventkalenders, des Adventkranzes und des Weihnachtsbaumes kommen, erinnert uns, dass die Adventzeit eigentlich eine Fastenzeit ist. Sie betrachtet die besonderen Tage der Vorweihnachtszeit, von denen es mehr gibt, als nur den Nikolaustag. Barbara-Tag, Krampustag, Mariä Empfängnis, Lucientag, Thomastag und natürlich die eigentlichen Weihnachtstage werden in Bedeutung, Entstehung und Brauchtum näher betrachtet. Den Hauptteil des Werkes machen natürlich dann die Adventkalender aus. Wir schreiben in der Mehrzahl? Richtig, denn Nina Stögmüller bietet uns sowohl einen Märchen-Adventkalender für Kinder, als auch einen für Erwachsene.
Darüber hinaus gibt es noch zahlreiches mehr zu entdecken. Märchen über besondere Adventkalender, wie auch stimmungsvolle Weihnachtsmärchen.

"Adventkalender erzählen" ist ein sehr umfangreiches und wunderschönes Weihnachtsbuch. Mit ihm wird einem nicht nur ein Werk mit 24 Geschichten für Erwachsene oder Kinder geliefert, sondern beides. Darüber hinaus enthält der Band aber auch zahlreiche Sachinformationen, die unser Wissen rund um das Fest erweitern. Somit hält das Buch, was es auf seinem Umschlagtext verspricht. Nina Stögmüller schafft es mit ihrem Buch oder besser gesagt ihren Texten, uns aus dem stressigen Alltag herauszuholen und kleine Inseln der Entspannung zu schaffen. Sobald man einmal mit dem Lesen des Buches begonnen hat - ganz gleich ob nun die Geschichten oder den Sachteil - man schaltet ab, kommt zur Ruhe und genießt die Stille der Adventzeit.
Als besonders erwähnenswert ist dabei, dass die Autorin zwei Adventkalender zusammengetragen hat. Einen für Kinder und einen für Erwachsene. So ist das Buch vielseitig einsetzbar, kann sowohl am Nachmittag beim gemeinsamen Sitzen um den Adventkranz hervorgeholt werden, als auch am Abend, wenn die Kinder im Bett liegen und man die Stille zu zweit (oder alleine) genießen möchte.
Die Märchen sind jedoch nicht irgendwelche Erzählungen, sondern haben einen sehr starken Bezug zur Weihnachtszeit und auch zum jeweiligen Tag. Sie erzählen von vergangenen Zeiten, als es noch keine Adventkalender gab, und in denen Kinder noch einfache Dinge wie Nüsse, Äpfel, neue Schuhe oder selbstgestrickten Socken erhielten. Sie erzählen vom Kramperljagen und vom Kekse backen, vom ersten Schnee und vom Weihnachtsmarkt. Die Märchen sind kurz, aber zauberhaft und stimmungsvoll. Bereits Kinder ab drei Jahren sitzen still und hören gebannt zu.
Doch auch die Märchen für uns Großen sind charmant, stimmungsvoll und erinnern uns an die eigene Kindheit zurück. Und genau wie die Kindermärchen thematisieren sie alltägliche Ereignisse, die uns in der Vorweihnachtszeit begegnen. Wenn unsere Kinder voller Ungeduld auf den großen Tag warten, wenn sie enttäuscht darüber sind, dass der Nikolaus nur kleine Gaben bringt, ob man am 8. Dezember guten Gewissens einkaufen gehen darf oder wenn das Buffet der Firmenweihnachtsfeier nicht nur dessen Gäste satt macht. Einzig von der Geschichte über den Colamann, der mit seinem bunt beleuchteten Lastwagen in die Stadt kommt und jedem ein Cola schenkt, waren wir wenig überzeugt. Weder wurde der Weihnachtsmann von einem Colaunternehmen erfunden, noch ist es verwerflich, den Weihnachtsmann dem Christkind vorzuziehen. Es ist nun einmal so, dass nicht überall das Christkind kommt. Der Brauch des in langer Kutte gewandeten Mannes existiert nicht erst seit dessen Vermarktung durch einen Limonadenkonzern. Diese sehr gekünstelte Geschichte hätte man sich dann doch sparen können.

Doch sieht man von dieser einen, nicht ganz so gelungenen, Geschichte ab, bleibt abschließend zu sagen, dass das Werk auf ganzer Linie überzeugt. Es ist ein wunderschön ausgearbeitetes Buch für die Vorweihnachtszeit. Sowohl Sachinformationen als auch die Märchen bringen uns dazu, innezuhalten und die sonst so stressige Vorweihnachtszeit zu vergessen. Es ist ein Buch, das verzaubert und unsere gestresste Seele mit Nahrung versorgt. Wer auf der Suche nach einem solchen Werk ist, der sollte an Nina Stögmüllers "Adventkalender erzählen. Ein Lese- und Märchenbuch" nicht vorbeigehen.

Details

  • Autor/-in:
  • Verlag:
  • Sprache:
    Deutsch
  • Erschienen:
    10/2014
  • Umfang:
    156 Seiten
  • Typ:
    Hardcover
  • ISBN 13:
    9783702507640
  • Preis:
    22 €

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Humor:
    Keine Bewertung
  • Gewalt:
    Keine Bewertung
  • Gefühl:
  • Erotik:
    Keine Bewertung