Relevation Space

Aurora

von Alastair Reynolds
Rezension von Stefan Cernohuby | 13. Februar 2009

Aurora

Viele Autoren schaffen Welten, in denen nach dem Ende ihrer großen Erzählung immer noch viele Geschichten unerzählt bleiben. Manchmal kehren sie danach in selbige zurück, um zumindest einige der losen Handlungsstränge zu verknüpfen. Dies hat auch der bekannte Science-Fiction-Autor Alistair Reynolds getan, dessen neuer Roman "Aurora" wieder in seinem "Relevation Space"-Universum angesiedelt ist.

 

Der Planet Yellowstone wird von unzähligen Habitaten umkreist, die zumeist als "Glitzerband" bezeichnet wird. Auf jeder der unterschiedlichen Mini-Welten herrschen andere Bedingungen und die sie bewohnenden Leute frönen anderen Neigungen. Begünstigt wird dies auch durch lokale Abstraktionen, also quasi die Manipulation der Wahrnehmung aller Lebewesen. Das Gesetz wird nur von einer kleinen aber schlagkräftigen Truppe repräsentiert, den sogenannten Präfekten. Sie greifen dann ein, wenn versucht wird, das demokratische System zu manipulieren. Etwas, was auch gleich zu Beginn der Geschichte geschieht. Doch nach dem "Standardeinsatz" überschlagen sich die Ereignisse, als ein Habitat durch den Antriebsstrahl eines Raumschiffs vollkommen zerstört wird - über 900 Menschen sterben. Der Außendienstpräfekt Tom Dreyfus nimmt die Ermittlungen auf, die schnell kompliziert werden. Denn scheint Anfangs klar zu sein, wer die Übeltäter waren, verkompliziert sich die Lage danach zusehends. Denn etwas später weist alles auf eine verrückt gewordene Alpha-Kopie hin, eine Intelligenz die entkörpert und in einen Computer transferiert wurde. Während verschiedene Handlungsstränge verfolgt werden rechnen die Hauptpersonen leider mit einem nicht: Dass es in ihren Reihen einen Verräter geben könnte...

Der Roman "Aurora" - im englischen Original "The Prefect" - ist lange Zeit vor dem Roman "Chasm City" angesiedelt, welcher bisher das Bild des Planeten Yellowstone geprägt hat. Das "Glitzerband" verdient hier tatsächlich noch seinen Namen, auch wenn bereits einige düstere Ausblicke in seine Zukunft angedeutet werden. Aber noch ist die natürliche Ordnung nicht zerstört, die Schmelzseuche noch nicht ausgebrochen und die Möglichkeiten der Technologie noch scheinbar unbegrenzt. "Aurora" selbst ist im Grunde ein Krimi, auch wenn er im Bereich Science-Fiction angesiedelt ist. Bis zuletzt versuchen mehrere Personen die wahren Hintergründe zur Zerstörung des Habitats, verschiedenen Morden und anderen Verwicklungen herauszufinden. Da ist noch das Rätsel um den "Uhrmacher", ein seltsames Maschinenwesen. Auch die geheimnisvollen Schleierweber und "ein Ding unter der Erde" werden erwähnt, wichtige Elemente der anderen Romane aus diesem Universum.
Das Buch ist spannend, die Charaktere gut ausgearbeitet und die Verknüpfungen mit dem großen ganzen gelungen. Daher ist "Aurora" als sehr guter Roman zu bezeichnen. Um ihn allerdings als herausragend zu bezeichnen, fehlen ihm einige kleinere Punkte, die zum Beispiel "Unendlichkeit" und "Chasm City" ausgemacht haben. Auch die Tatsache, dass die Romane in einem Universum spielen, das letztendlich dem Untergang geweiht sein wird, dämpft die Euphorie möglicherweise ein wenig. Trotzdem handelt es sich hierbei um einen Roman, den Liebhaber des Genres Science-Fiction in jedem Fall genießen werden.

Alastair Reynolds Roman "Aurora" stellt eine erfolgreiche Rückkehr in sein selbstgeschaffenes "Relevation Space"-Universum dar. Spannend, abwechslungsreich und gut in die Rahmenhandlung integriert, kann das Werk als Mischung aus Kriminalroman und Science-Fiction durchwegs überzeugen. Kenner seiner anderen Bücher können in jedem Fall unbesorgt zugreifen - es lohnt sich.

Details

  • Autor/-in:
  • Originaltitel:
    The Prefect
  • Verlag:
  • Sprache:
    Deutsch
  • Erschienen:
    10/2008
  • Umfang:
    733 Seiten
  • Typ:
    Taschenbuch
  • ASIN:
    3453525027
  • ISBN 13:
    9783453525023
  • Preis:
    16 €

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Humor:
    Keine Bewertung
  • Gewalt:
    Keine Bewertung
  • Gefühl:
    Keine Bewertung
  • Erotik:
    Keine Bewertung

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