Morbus

Die Herrin der Albträume

von Werner Skibar (Hrsg.)
Rezension von Stefan Cernohuby | 15. März 2019

Die Herrin der Albträume

Bei manchen Buch- und Romanreihen weiß man lange Zeit nicht, was mit diesen passiert. Vor allem wenn sich die Verlagslandschaft verändert, Kooperationen sich ändern und Autoren mit anderen Projekten beschäftigt sind. Da muss man mitunter warten, bis sich wieder etwas regt, im Untergrund. So wie im Fall von „Morbus“, einer Reihe in der Werner Skibar federführend ist. Hier ist Anfang 2019 der neueste Band „Die Herrin der Albträume“ erschienen.

Die Zeiten sind schwer, besonders wenn es Ereignisse zu untersuchen gibt und die Stammmannschaft von BASILISK nicht verfügbar ist. So ist der junge Magier Thomas Steinbecker in „Besucher aus dem Schattenreich“ etwas überfordert, als er es nicht nur einem Liebeszauber zu tun bekommt, sondern auch ein alter Schrecken aus Pesttagen damit beginnt, Unruhe zu stiften. Gemeinsam mit Salzgurkenveräuferin Wendy, dem lebenden Skelett Grimm und der Tochter des Donaufürsten, Lorely, beginnt er eine Suche, die sich über zwei Morbus-Bände zieht. Zum Glück ist auch gleich der achte Band der Reihe enthalten, die titelgebende Geschichte „Die Herrin der Albträume“. Hier stoßen die Reisgefährten nicht nur auf Druden und den Ursprung der schlechten Träume so vieler Menschen, sondern auch auf den Urheber des ganzen Übels. Und auf eine Dame, der Thomas etwas zu gut gefällt.
Eine Kurzgeschichte von Charly Blood, die ebenfalls in Wien spielt, aber nicht mit der „Morbus“-Reihe gehört, ist ebenfalls enthalten.

Parallel zum Band 5 und 6 angesiedelt, gibt es hier eine etwas andere Stimmung und überhaupt andere Protagonisten als in den bisherigen Bänden. Das bringt jedoch frischen Wind mit in die Angelegenheit, wohl genauso wie auch die neue Co-Autorin von Charly Blood alias Werner Skibar. Neu dabei ist eine Autorin mit dem geheimnisvollen Namen Squirella Oakhorn, die offenbar aus den Tiefen der Wälder stammt - sie hat nun Zoë Angel beerbt. Die Ausflüge ins Wienerische, die man tatsächlich übersetzen muss, halten sich im vorliegenden Band in Grenzen – tatsächlich ist es ein etwa dreiseitiger Dialog, der Nichtwiener möglicherweise den Schweiß auf die Stirn treiben würde. Ansonsten spielt das Werk meist im „Anderen Wien“, also einer Traumdimension, neben der unseren. Das führt vielleicht dazu, dass einige hartgesottene Morbus-Fans sich beklagen könnten, dass die Stimmung der 1980er-Jahre nicht so präsent ist, wie beispielsweise in den ersten Bänden der Reihe. Trotzdem sind die enthaltenen Morbus-Episoden spannend, unterhaltsam und nicht ganz so „grindig“, wie man es schon kennt. Ist Charly Blood gezähmt worden? Wer weiß. Um das herauszufinden muss man die Reihe wohl weiterverfolgen.

„Die Herrin der Albträume“ lautet der Titel des vierten Morbus-Buchs (wenn man das so sagen will), welches die Bände/Geschichten 7 und 8 enthält. Hier rücken andere Charaktere ins Zentrum, was dem Werk aber durchaus guttut. Natürlich ist es von Vorteil Wiener zu sein, aber selbst Nicht-Muttersprachler können mit diesem Band, in dem das Wiener Blut zwar besungen aber diesmal nicht ganz so großzügig vergossen wird, sicher etwas anfangen. Für Kenner der Reihe ein Pflichtkauf.

Details

Bewertung

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