Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn

Bluthaus

von Romy Fölck
Rezension von Manfred Weiss | 09. Oktober 2018

Bluthaus

Was, wenn die Vergangenheit ein düsteres Geheimnis birgt, das einen nicht loslässt? Ein Geheimnis, dem man solange nachspürt, bis man es entschlüsselt hat und dann mit Schrecken vor einer Wahrheit steht, die noch schlimmer ist als geahnt?
Es wird Herbst an der Ostsee. Nachsaison.

Eine Frau wird in einem kleinen Ort in der Elbmarsch brutal ermordet. Kriminalhauptkommissar Bjarne Haverkorn von der Bezirkskriminalinspektion Itzehoe nimmt die Ermittlungen auf. An seiner Seite die gerade eine Auszeit nehmende Polizistin Frida Paulsen. Johanna Arndt, mit der Frida im Internat vor vielen Jahren ein Zimmer teilte, ist auf undurchsichtige Weise in das Verbrechen verwickelt. Als Johanna plötzlich verschwindet, führen die Ermittlungen Frida und Bjarne fast zwanzig Jahre zurück zu einem Verbrechen, das in einem Ferienhaus an der Ostsee passierte. Das Verbrechen ist ungeklärt geblieben, das Haus in dem es passierte ist verfallen und in der Gegend nur noch als das “Bluthus” bekannt.

Herbst an der Ostsee

“Bluthaus” ist der zweite Krimi, den Romy Fölck rund um das Duo Haverkorn/Paulsen verfasst hat.  Genau wie in “Totenhaus”, dem ersten Buch der Reihe, mischt die Handlung wieder Privates aus dem Leben der Ermittler mit dem eigentlichen Kriminalfall. Wieder sind wir zurück auf dem Bauernhof der Eltern Fridas, wieder nehmen wir Anteil am tragischen und turbulenten Privatleben Bjarne Haverkorns.

Schon mit dem Auftauchen Johanna Arndts am Beginn des Buches beginnt man zu ahnen, dass diesmal ihre Geschichte Teil oder Zentrum der Handlung werden wird.

Trotz dieses vorhersehbaren Schwerpunkts ist der Kriminalfall spannend und bietet durchaus die eine oder andere überraschende Wendung sowie eine ganze Reihe eigenwilliger und manchmal undurchschaubar bedrohlich wirkender Charaktere. Ab und zu ist es auch ein wenig zum Schmunzeln, wenn etwa Kriminalhauptkommissar Haverkorn sehr nachhaltig bei fast allen seinen Befragungen bevorzugt unangekündigt auftaucht.

Ermittlung in alle Richtungen

Wie schon in “Totenhaus” ist die Elbmarsch ein wichtiger Teil der Handlung und ein liebevoll geschilderter Rahmen. Man sieht mit dem inneren Auge schon eine potentielle Verfilmung und den großartigen Hintergrund, den diese Landschaft bieten würde. Kombiniert mit den beiden, mit Beruf und ihrem privaten Leben ringenden Ermittlern, eine spannende Grundlage.

Der Aufbau des Buches ist wieder eine Mischung aus Rückblende und Vorantreiben der Ermittlungen, mit dem Leser immer dicht an der gegenwärtigen Recherche von Frida und Bjarne dran, eifrig und atemlos vom einen zum anderen wechselnd.

Auffallend ist, dass in “Bluthaus”, wie schon in “Totenweg”, wieder eine Geschichte aus dem unmittelbaren Umfeld der Hauptfiguren Basis des Kriminalfalls ist. Man beginnt bereits zu ahnen, dass in den nächsten, sicher noch folgenden Bänden, noch das eine oder andere Geheimnis der diversen handelnden Personen in den Mittelpunkt weiterer Kriminalfälle geraten könnte. Seien es Nova, die mysteriöse Assistentin Johannas, oder Torben, der allzu attraktive Pathologe, um nur zwei zu nennen.

“Bluthaus” ist ein Roman für Fans deutscher Regionalkrimis. Spannend erzählt bietet das Buch kurzweilige Lektüre, recht abwechslungsreiche Handlung mit zahlreichen interessanten Schauplätzen und ein interessantes Lokalkolorit. Natürlich hilft es, wie bei allen Krimireihen auch die vorhergehenden Bände (in diesem Fall ist es nur einer) zu kennen, aber das Buch bleibt auch ohne diese Vorkenntnisse verständlich und lesenswert.

Details

Bewertung

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