Bis ans Ende aller Tage

von Jodi Picoult
Rezension von Janett Cernohuby | 05. Juli 2009

Bis ans Ende aller Tage

Unsere Zeit ist angefüllt mit schicksalhaften Ereignissen und obwohl wir wissen, dass es uns auch jederzeit treffen kann, glauben wir uns in einer kleinen Blase, die uns vor tragischen Ereignissen schützt. In einer solchen wähnen sich auch die beiden Familien, die zum Mittelpunkt von Jodi Picoults Roman "Bis ans Ende aller Tage" werden.

Als das junge Ehepaar Gold vor siebzehn Jahren in ihr neues Haus zog, wussten sie noch nichts von der Freundschaft, die sie bald mit den Nachbarn Harte verbinden würde. Beide Frauen erwarteten zu diesem Zeitpunkt ihr erstes Kind und so kam es, dass sie sich rasch miteinander anfreundeten. Auch die Ehemänner waren sich schon bald nicht mehr fremd und so kam es, dass sich über die Jahre hinweg eine sehr enge Freundschaft entwickelte. Die beiden Kinder, Chris und Emily, wuchsen gemeinsam auf, gingen in den gleichen Kindergarten, die gleiche Schule. Als sie in die Pubertät kamen, wunderte es niemanden, dass die beiden sich bald ineinander verliebten. Eigentlich freuten sich ihre Eltern sogar, hatten sie dies auf gewisse Art und Weise geplant. Doch dann sollte eines Tages diese Freundschaft auf eine harte Probe und das Glück beider Familien zerstört werden. Denn die romantische Liebe verwandelte sich plötzliche in eine unerwartete Tragödie. Emily wird mit einer Schusswunde ins Krankenhaus gebracht, der sie nur wenig später erliegt. Auch ihr Freund Chris ist verwundet und wird ebenfalls eingeliefert. Doch dann weckt die Polizei einen schrecklichen Verdacht. Angeblich hat Chris die Waffe abgefeuert und Emily getötet...

Mit "Bis ans Ende aller Tage" verfasste Jodi Picoult eine tragische Liebesgeschichte, deren Hintergründe jedoch viel größere Tragweite haben. Doch vor allem wirft sie eines auf: Die Frage nach dem Warum? Hat Chris wirklich auf seine erste große Liebe geschossen? Was steckt dahinter? War es ein Selbstmord - ja sogar ein versuchter Doppelselbstmord? Ebenso ergreifend wie diese Tragödie ist auch die Auswirkung auf die Freundschaft der beiden Familien. Wie geht man damit um, wenn jemand, der einst zum engsten Vertrautenkreis gehörte, plötzlich jemanden tötet, den man liebte? Wie steht man plötzlich zu ihm und vor allem zu seinen Angehörigen? Diesen und weiteren Fragen geht Jodi Picoult in ihrem Roman auf den Grund. Sie ergründet die Gedanken- und Gefühlswelt der Handlungsfiguren. Dabei unternimmt sie auch Ausflüge in die Vergangenheit beider Familie, erzählt von ihrer Freundschaft, von ihrem Vertrauen aber auch von ihren Problemen. So erhält der Leser bald ein sehr klares und deutliches Bild, welches auch die Motive für die Handlung nachvollziehbarer machen.
Jodi Picoult baut diesen Roman nach dem gleichen System auf, wie auch ihre anderen Werke. Zu Beginn des Romans steht eine schreckliche Tragödie, die das Leben zweier Familien grundlegend verändert. Durch Rückblicke in einen relativ großen Zeitraum der Vergangenheit bringt sie den Lesern ihre Figuren und deren Wesen näher. So baut sich ein Gesamtbild auf, welches am Schluss die Wahrheit ans Licht bringt. Es ist ein erfolgreiches Schreibkonzept und sicherlich auch ein gut durchdachtes.
Dennoch birgt es ein Manko: Es wird mit der Zeit langweilig und vorhersehbar. Sicherlich, wer zum ersten oder auch zum zweiten Mal Jodi Picoult liest, der wird begeistert von ihren Werken sein. Dies trifft sicherlich auch auf jene zu, die sich lediglich unterhalten lassen wollen, ohne eine gewisse Portion Anspruch zu suchen. Doch wer Abwechslung liebt, der wird spätestens beim dritten Roman nach dem gleichen Konzept nichts besonderes mehr finden. Da mag es eigentlich egal sein, wie interessant der Plot und die Storyline klingen mögen. Denn wenn man zu Beginn schon weiß, wohin die Autorin steuert, wird auch der spannendste und ergreifendste Roman zu einer langweiligen Unterhaltungslektüre.

"Bis ans Ende aller Tage" ist ein ergreifender und stimmungsvoller Roman, der die Freundschaft zweier Familien und ihre tragische Wendung darstellt. Die Figuren und die Handlung sind hervorragend ausgearbeitet. Jedoch verliert das Buch seinen Reiz, wenn man zum wiederholten Male das Schreibkonzept Jodi Picoults liest - es sei denn, man stört sich nicht an der Eintönigkeit ihrer Werke. Denn dann wird einen das Buch auf jeden Fall zu unterhalten verstehen.

Details

  • Autor/-in:
  • Verlag:
  • Sprache:
    Deutsch
  • Erschienen:
    04/2009
  • Umfang:
    637 Seiten
  • Typ:
    Taschenbuch
  • ISBN 13:
    9783492263139
  • Preis:
    7 €

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Humor:
    Keine Bewertung
  • Gewalt:
  • Gefühl:
  • Erotik:
    Keine Bewertung

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