Batman

Batman: Gotham by Gaslight


DC Must-Have
von Brian Augustyn, Mike Mignola, Eduardo Barreto, P. Craig Russell
Rezension von Gabriel Zupcan | 12. März 2026

Batman: Gotham by Gaslight

In den vielen Jahren der Geschichte von DC Comics hat es zahlreiche denkwürdige und prägende Geschichten gegeben. Die besten davon erscheinen unter dem Label „DC Must-Have“ in wunderschönem Hardcover-Format bei Panini. „Batman – Gotham by Gaslight“ war eine dieser Geschichten und brachte Batman noch weiter in die Finsternis.

Im Kielwasser des 1989 erschienen ikonischen Batman-Films brachte DC Comics im selben Jahr die Graphic Novel „Gotham by Gaslight“ heraus. Autor Brian Augustyn hatte die coole Idee, Batman nach Jack the Ripper jagen zu lassen und die Redaktion bei DC zeigte sich überraschend offen für den Vorschlag. Da Batman nicht im 19. Jahrhundert tätig war, wurde damit zugleich eine der ersten „Elseworlds“-Geschichten veröffentlich. Ein „Was wäre wenn..?“, das bekannte Figuren in alternative Welten und Szenarien versetzte. Als Zeichner konnte mit etwas Glück der legendäre Mike Mignola gewonnen werden, der seinerzeit noch nicht als „Hellboy“-Erfinder tätig war. Sein charakteristischer Stil gibt „Gotham by Gaslight“ einen unvergleichlichen Wiedererkennungswert. Näheres dazu wie diese Kollaboration entstanden ist, wird im Band in einem Vorwort des mittlerweile verstorbenen Autors Brian Augustyn wieder gegeben.

In der Geschichte lernen wir Bruce Wayne, seines Zeichens reicher Privatier, aus Gotham kennen. Seine Eltern wurden vor Jahren von einem Straßenräuber erschossen. Nach einer ausgedehnten Reise durch die Welt, kehrt er nach Amerika zurück. Doch auch ein Mörder, der zuvor London unsicher gemacht hat, ist mittlerweile in Gotham City ansässig. Wie gut, dass Bruce im Geheimen das Kostüm des Rächers „Bat-Man“ anlegt … Der Batman-Charakter findet sich hier praktisch unverändert von seinen Wurzeln im viktorianischen Zeitalter. Die Story ist ein kurzer Krimi, der auch gut als „Batman,“ wenn er in „From Hell“ auftreten würde“, beschrieben werden kann (Tatsächlich erschien Alan Moores legendäre Graphic Novel erst nach „Gotham by Gaslight“).
Doch damit war es nicht getan. „Gaslight“ war ein solcher Erfolg, dass eine Fortsetzung her musste. Diesmal konnte man Mike Mignola nicht mehr verpflichten, aber dafür den nicht minder genialen Eduardo Barreto. Diese Geschichte ist in Paninis „Must-Have“-Hardcover ebenfalls enthalten. In „Der Herr der Zukunft“ („Master of the Future“), ebenfalls aus der Feder von Brian Augustyn, tritt der gleichnamige „Herr“, ein gewisser Alexandre LeRoi, auf. Ein Superschurke des 19. Jahrhunderts mit dem Look von Vincent Price und der Steampunk-Technologie von Kapitän Nemo. Er will Gotham platt machen – der Einzige der es verhindern könnte, ist der „Bat-Man“. Doch dieser hat sich zur Ruhe gesetzt mit seiner attraktiven Verlobten.
Der Stil von „Herr der Zukunft“ unterscheidet sich prägnant vom Vorgänger. Dort Gothic Horror, hier Steampunk-Action mit Pulp-Schwertduellen auf schmalen Balken. Auch grafisch hebt sich Barretos hoch detaillierter Stil von Mignolas nicht minder detaillierten düster ausgeleuchteten Panelsn ab. Beides ist jedoch in sich schlüssig und unterhaltsam. Wer sich jedoch einen ähnlich düsteren Kriminalfall erwartet hat, findet in der Fortsetzung mehr ein „Batman Forever“ zu seinem „Batman Returns“.
Das „DC Must-Have“ Format macht seinem Namen alle Ehre. Sollte man dieser legendären Batman-Werke nicht bereits habhaft sein, dann kann man jetzt schwer entkommen. Das Vorwort, die vollständigen, relevanten Geschichten, die kleinen Extras im Abschluss und nicht zuletzt das widerstandsfähige Hardcover, machen „Gotham by Gaslight“ zu einem perfekten Grundstein einer Sammlung. Selbst Besitzer der vorliegenden Stories wollen vielleicht eine haltbare Version, die sich perfekt im Regal macht, erwerben.

Die Neuauflage eines Klassikers in einem Format, das perfekt aufbereitet ist. Ein vollständiges Hardcover mit Making-Of-Extras. Sammler und „Anfänger“ willkommen. Zudem: Batman gegen Jack the Ripper. Epischer kann es im Bereich der Pulp Fantasy kaum werden.

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