pit

von Hasbro
Rezension von Stefan Cernohuby | 03. Dezember 2018

pit

Es gibt Spiele, die trumpfen vor allem durch ihre hochwertige und vielseitige Ausstattung auf. Man kann sich schon allein an den unzähligen verschiedenen Spielmaterialien begeistern, die man benötigt, um das ganze Spiel zu spielen. Hier kann man schon im Vorfeld folgendes einwandfrei festhalten: „pit“ von Hasbro ist kein solches Spiel.

Denn „pit“ besitzt ein sehr überschaubares Set an Ausrüstung. Eine stabile Spielbox, gehalten in Orange und Blau, mit einer Glocke/Klingel, auf welcher „pit“ steht, sowie 74 Spielkarten. 72 davon gehören zu unterschiedlich farbigen Karten mit der witzigen Darstellung eines Rohstoffes, ob es sich nun beispielsweise um Wolle, Zucker, Kaffee, Mais, Rinder oder Öl handelt. Zwei Karten sind Sonderkarten, nämlich Bulle und Bär. Wer etwas Ahnung von der Börse hat, weiß, dass schlechte Aktien oft als „bärig“ bezeichnet werden. Wer in diesem Spiel den Bären am Spielende auf der Hand hält, hat verloren. Ein Bulle ist hingegen ein Joker, der eine beliebige Karte ersetzt. Und hier sind wir auch schon beim reichlich unkomplizierten Spielkonzept. Es geht darum, alle Karten einer Sorte auf die Hand zu bekommen. Um dies zu erreichen tauscht man. Man kann immer nur Karten aus der gleichen Warengruppe gegen andere tauschen. Ob zwei gegen zwei, eine gegen eine oder vier gegen vier, das liegt ganz bei Angebot und Nachfrage. Wer zuerst alle neun Karten (oder acht plus Joker) sein Eigen nennt, läutet die Glocke und hat die Spielrunde gewonnen. Ist das Spiel zu einfach oder zu schwierig, gibt es verschiedene Vorschläge und Möglichkeiten, den Komplexitätsgrad zu verändern.

Das Spiel selbst ist für drei bis acht Spieler ausgelegt, wobei man klar sagen muss, dass es ab vier oder fünf Spielern erst richtig amüsant und interessant wird. Mit drei Spielern wird zu schnell klar, wer sich auch welche Warensorte spezialisiert und kann einander dabei sehr schnell gegenseitig sabotieren. Bei acht Spielern wird „pit“ allerdings komplett unübersichtlich. Und da das Tauschen der Karten immer gleichzeitig stattfindet, muss man auf sich und seinen Tauschwunsch deutlich hinweisen. Was in diesem Fall „lauter“ bedeutet und „mit mehr Gestik“. Bei großen Spielergruppen sind also tatsächlich jene im Vorteil, die lauter schreien und heftiger am Tisch herumhüpfen. Insofern sind Partien mit einer mittleren Spieleranzahl eindeutig besser ausbalanciert und machen eine Menge Spaß. Da der Schwierigkeitsgrad allerdings nicht wirklich ansteigt ist kaum Langzeitherausforderung involviert und „pit“ bleibt stets ein Spiel für zwischendurch. Aber diese Anforderung erfüllt es mit Bravour.

Wer ein komplexes Spiel mit großer Langzeit-Herausforderung sucht, sollte besser nicht zu „pit“ greifen. Wer aber ein chaotisches, schnelles und witziges Spiel sucht, bei dem Karten ausgetauscht und gehandelt werden, hat sicher weit mehr Freude. Insofern ist „pit“ ein Spiel, das man sicher immer wieder zwischen längeren Brettspielen einschieben kann – und einige Möglichkeiten, das Spiel ein wenig interessanter zu gestalten.

Details

  • Autor/-in:
  • Verlag:
  • Genre:
  • Umfang:
    74 Karten, eine Glocke
  • Typ:
    Spiel
  • Altersempfehlung:
    6 Jahre
  • Spieldauer:
    10-15 Minuten

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Humor:
  • Illustration:
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