On the Road

von Leo Colovini, Gabriele Bubola
Rezension von Stefan Cernohuby | 09. November 2023

On the Road

Musik und Rockfestivals sind feste Bestandteile unseres jährlichen Kalenders. Bands, die sich erst einen Namen machen müssen, wetteifern um die Möglichkeit, sich zu beweisen, um irgendwann einmal auf den bereits erwähnten großen Festivals aufzutreten. Eine legendäre Karriere, die in einem Auftritt wie in Woodstock gipfelt, kann man in Form eines Brettspiels durchleben. „On the Road“, erschaffen von Gabriele Bubola und Leo Colovini, ist bei Helvetiq erschienen.

Aller Anfang ist rustikal

Zu Beginn einer Musikerkarriere hat man noch große Träume und einen kleinen Tourbus. So beginnt das Spiel in einer Scheune und bis zu vier Bandmobile machen sich auf, um die Herzen der Fans für sich zu gewinnen. Doch man kann sich nicht frei entscheiden, wohin man fährt. Karten erlauben einem bestimmte Bewegungswerte und so kann man unterschiedliche Orte erreichen. Dabei kann es sich um Orte wie Berg, See, Wald oder Wiese handeln, wo man dann ein Konzert gibt.

Kampf um die Fans

Obwohl bis zum Abschlusskonzert immer nur eine Band pro Ort spielen kann, sammeln die Bands überall Anerkennung in Form von Chips. Geht es aber in eine Stadt, entscheidet die Anzahl der Notenzeichen, ob man Fans nachhaltig beeindruckt, um zum Schlusskonzert zu kommen. Ein witziger Mechanismus, der beim verdeckten Ziehen zum Tragen kommt, ist das Toilettenhäuschen. Denn Fans, die die eigene Band nicht toll finden, begeben sich statt zum Konzert auf dieses Feld. Von dort können sie am Ende des Spiels zu einem entscheidenden Zünglein an der Waage werden.

On the Road

Von Potenzial und Vielfalt

Musik ist etwas, für das man sich begeistern kann, genauso für die Karriere einer Band mit viel Potenzial. Das war auch der Grund, warum wir uns dieses Spiel näher angesehen haben. Denn das große Sunshine-Festival, für welches die verschiedensten Bands probten und um ihren Platz im Lineup kämpfen, las sich sehr vielversprechend. Und vermutlich hätte das auch besser funktioniert, wären nicht alle teilnehmenden Bands komplett gleich gewesen. Abgesehen von der Farbe des jeweiligen Tourbus unterscheiden sie sich gar nicht. Würden die Bands Hard Rock, Country, R&B oder Jazz repräsentieren und die verschiedenen Stile irgendwie im Spiel repräsentiert werden, wäre das vielleicht anders. Das ist es, was der Text und auch das Cover suggerieren, was sich im Spiel aber leider nicht wiederfindet. So kann man zwar mehrere Spielmechanismen (darunter besonders die Tourbus-Felder) sehr gut ausnutzen und erfolgreich taktieren, aber ob es jetzt um Bands auf dem Weg zu ihrem großen Konzert geht oder Autoren, die sich mit unterschiedlichen Lesungen auf die große Lesung auf der Leipziger Buchmesse vorbereiten, ist leider egal. Das Spielprinzip funktioniert, aber die Stimmung bleibt auf der Strecke. Daher ist das Ergebnis letztendlich leider nur durchschnittlich.

Auch wenn Gabriele Bubola und Leo Colovini für „On the Road“ ein Spielprinzip erschaffen haben, das funktioniert und hitziges Taktieren innerhalb einer Partie ermöglichen, kommt leider doch nicht die erwartete Stimmung auf. Besonders die Tatsache, dass alle Bands exakt gleich gestaltet sind, lässt den Wettstreit der verschiedenen Musikrichtungen für das Schlusskonzert leider etwas schaumgebremst erscheinen. Insgesamt handelt es sich daher leider um kein herausragendes Spiel.

Details

Bewertung

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