Das weiß doch jedes Kind

von Parker
Rezension von Janett Cernohuby | 25. Januar 2009

Das weiß doch jedes Kind

Fernseh-Quizshows erfreuen sich derzeit großer Beliebtheit. Daher gibt es sie nicht nur in schier unendlicher Vielfalt auf nahezu jedem Programm, sondern mittlerweile auch in unterschiedlicher Form für Zuhause zum nachspielen. Im Hause Parker erschien nun ein Wissensspiel basierend auf der gleichnamigen Sat.1 Quiz-Show "Das weiß doch jedes Kind". Wir wollten wissen, ob man den Fernsehspaß einfach so in einen Karton zum nachspielen verpacken kann.

"Das weiß doch jedes Kind" ist ein durchaus provokanter Satz und so müssen sich Erwachsene auch einer ziemlich verzwackten Situation stellen. Denn die Fragen, die bei diesem Spiel gestellt werden, behandeln Themen aus der ersten bis fünften Schulklasse. Und so warten einfache Fragen auf die Spieler, die aber gerade aufgrund ihrer Leichtigkeit durchaus schwierig zu beantworten sind.

Bevor es losgehen kann, sind einige Vorbereitungen zu treffen. So werden zuerst die Spielkarten nach Schulklassen sortiert und gründlich gemischt. Anschließend werden in der Mitte des Tisches die zwei Spieltafeln platziert. Auf einer sind je zweifach die Klassenstufen eins bis fünf aufgedruckt, auf der anderen Tafel findet sich die Gewinnstufe in Euro. Ein Spieler beginnt mit dem beantworten der Fragen, während die anderen vorerst nur die Antworten auf ein Blatt Papier schreiben. Der aktive Spieler kann entscheiden, in welcher Reihenfolge er zu den jeweiligen Klassenstufen je zwei Fragen beantworten möchte. Diese sind übrigens in mehrere Kategorien unterteilt: Deutsch, Mathematik, Physik, Chemie, Geschichte, Kunst, Musik, Sachkunde, Erdkunde, Natur & Technik, Pflanzen sowie Unser Körper. Zwar ist die Reihenfolge, in welcher man die Jahrgangsfragen lösen möchte, frei wählbar, jedoch nicht die Kategorie. Hier muss man nehmen, was gerade auf dem Stapel oben auf liegt. Hat man seine Wahl getroffen, zieht man die oberste Karte und schiebt sie von unten in den Kartenleser. Die Frage wird sichtbar und der aktive Spieler liest sie laut vor. Nun schreibt ein jeder seine Antwort auf ein Blatt Papier. Anschließend gibt der aktive Spieler seine Antwort. Ist diese richtig, rückt er mit seiner Spielfigur auf der Gewinntafel ein Feld vorwärts, ist sie falsch, ist seine Spielrunde vorbei. Dank der Karte "Letzten Rettung" hat er jedoch die Möglichkeit, trotz falscher Antwort weiterzuspielen. Dieser Notanker ist jedoch nur einmal einsetzbar. Der Spieler sucht sich einen Mitstreiter aus, von dem er glaubt, dieser wisse die korrekte Antwort. Stimmt sie tatsächlich, darf der aktive Spieler mit seinem Spielstein ein Gewinnfeld vorwärts rücken und weiterspielen. Der zweite Spieler erhält einen 500 Euro-Chip für seine richtige Antwort.
Kennt der aktive Spieler die Antwort jedoch nicht, hat er drei Möglichkeiten: er schreibt ab, er spickt oder er verlässt die Schule. Entscheidet er sich abzuschreiben, wählt er einen der anderen Spieler aus, von denen er glaubt, dieser wisse die Antwort. Ist diese richtig, darf der aktive Spieler mit seiner Figur ein Gewinnfeld vorwärts rücken, der andere Spieler erhält als Belohnung einen 500 Euro-Chip. Ähnlich ist auch die Vorgehensweise für die Aktion "Spicken". Unterschied hierbei ist, dass beim "Abschreiben" die andere Antwort des Mitspielers genommen werden muss, während beim "spicken" entschieden werden kann, ob man nicht doch lieber eine andere Antwort wählen möchte. Sind alle Joker bereits verbraucht und der Spieler möchte nicht das Risiko eingehen, sein bisher gewonnenes Geld zu verlieren, kann er jederzeit die Schule verlassen. Dies gibt er seinen Mitspielern dadurch bekannt, dass er laut sagt "Das weiß doch jedes Kind, ich aber nicht".
Ziel des Spieles ist es, die 200.000 Euro-Frage richtig zu beantworten. Erreicht man diese nicht, gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder der Spieler verlässt vorzeitig die Schule, dann bleibt er mit seinem Spielstein auf dem zuletzt erhaltenen Gewinn stehen, oder er muss aufgrund einer falschen Antwort das Spiel abbrechen.
Nach dem Abschluss einer Runde ist nun der nächste Spieler an der Reihe. Dieser versucht ebenfalls wieder die 200.000 Euro zu erreichen. Waren alle Beteiligten mit dem beantworten der Fragen an der Reihe, wird der Sieger ermittelt. Dieser ist natürlich derjenige, der am meisten Geld gewonnen hat. Dabei ist es nicht nur ausschlaggebend, wer seine Figur auf der Gewinntafel am weitesten vorangebracht hat, sondern wer auch durch "Abschreiben" oder "Spicken" zusätzlich Geld verdient hat.

Wer die Fernsehshow mit großer Begeisterung verfolgt, wird sich mit nicht minder großem Interesse auf das Brettspiel stürzen. Doch kann es genauso überzeugen, wie sein Vorbild? Diese Frage lässt sich weder mit ja noch mit nein beantworten. Zwar hat es durchaus seinen Reiz, das witzige Wissensspiel aus dem Fernsehen daheim mit seinen Freunden nachzuspielen und an ebenso einfachen Aufgaben zu scheitern, wie die Fernsehteilnehmer. Aber insgesamt kann das Spiel nicht lange unterhalten. Zu sehr ist man als inaktiver Spieler durch die starren Spielregeln zum Zuschauen verbannt. Größtenteils besteht das Spiel einfach nur daraus, dass man die Antworten auf einen Zettel schreibt, um vielleicht danach gefragt zu werden. Aber dies geschieht im Normalfall recht selten. Die Fragen sind so gesehen sehr leicht und man stößt nur selten auf solche, die man wirklich nicht beantworten kann, wie beispielsweise der Bezeichnung für Orgelpfeifen, die gemeinsam gespielt werden können. Daher wird ein Spieler nur selten "Abschreiben" oder "Spicken" müssen. Bei vier Spielern ist somit eine sehr hohe Leerlaufzeit einzuplanen, was bei nur zwei Spielern zwar erfreulicherweise nicht ganz so ausgeprägt ist, jedoch hat man hier nicht sehr viele Nutzen vom einsetzen der Joker. Weiß nämlich der Gegenüber ebenfalls keine Antwort, helfen diese auch nicht weiter. Beide Faktoren lassen aus der lustig anzuschauenden Fernsehshow ein doch weniger anspruchsvolles Gesellschaftsspiel werden. Die eine oder andere Partie wird man sicherlich spielen, doch für längere Unterhaltung sorgt dieses Spiel leider nicht.
Aufgrund des einfachen Konzepts wird weder für die Vorbereitung noch für das Spiel selbst viel Aufwand oder Material benötigt. Lediglich die Gewinntafeln, Frage- und Antwortkarten, einige Spielchips sowie Spielsteine aufstellen - schon kann es losgehen. Die Spielregeln sind ebenfalls rasch begriffen und jenen der TV-Show sehr ähnlich. Eine Partie, an der zwei bis vier Spieler teilnehmen können, dauert ungefähr 30 Minuten. Da die gestellten Fragen aus dem Schulstoff der ersten fünf Klassen bestehen, werden auch Kinder ab acht Jahren Spaß an diesem Spiel haben. Schließlich sind es Fragen, die sie (eigentlich) mit Leichtigkeit beantworten können. Zusätzlich können sie die Erwachsenen vielleicht an der einen oder anderen Stelle für deren Unwissenheit auslachen.

Zusammengefasst ist "Das weiß doch jedes Kind", die Brettspielvariante der Sat.1 Quiz-Show für daheim, ein schönes aber dennoch nicht vollends überzeugendes Gesellschaftsspiel. Stattdessen werden die Spieler wohl schon nach der einen oder anderen Partie das Interesse verloren haben und sich anderen Spielen widmen. Trotzdem ist es ein nettes Wissensspiel, bei dem vor allem Kinder der unteren Schulklassen mal so richtig auftrumpfen können. Besonders dann, wenn die Eltern sich mit den folgenden Worten geschlagen geben müssen: "Das weiß doch jedes Kind, ich aber nicht".

Details

  • Autor/-in:
  • Verlag:
  • Sprache:
    Deutsch
  • Erschienen:
    09/2008
  • Umfang:
    diverse Spielmaterialien
  • Typ:
    Spiel
  • Altersempfehlung:
    8 Jahre
  • ASIN:
    B0013DQC6Y
  • EAN:
    5010994316686
  • Spieldauer:
    30 Minuten

Bewertung

  • Gesamt:
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